Comgest Growth China Fonds: Das Jahr der Ratte - Der Zug nach Shenzhen und Shanghai ist nicht mehr aufzuhalten


22.01.20 12:00
Meldung
 
Paris (www.fondscheck.de) - Am kommenden Samstag begehen Chinesen in aller Welt ihr traditionelles Neujahrsfest, so die Experten von Comgest.


Der Brauch, das neue Jahr mit mehrtägigen Feierlichkeiten willkommen zu heißen, solle Glück und Wohlstand sicherstellen. Zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht seien die Götter dem Land in den letzten Jahren gnädig gestimmt gewesen. Der Handelskonflikt mit den USA habe gezeigt, dass sich China zu einer modernen Dienstleistungs- und Konsumgesellschaft gewandelt habe. Zudem sei das Wachstumsmodel Chinas nachhaltiger geworden. Die Öffnung der Börsen von Shenzhen und Shanghai gehe rasant voran. Das Potenzial für den Finanzplatz China sei langfristig enorm.

Doch als bottom-up-Investor dürfe man sich vom starken Wachstum und den verbesserten Rahmenbedingungen nicht blenden lassen. Ausdauer, Geduld und eine vernünftige Governance seien in China besonders wichtig, um langfristig im richtigen Boot zu sitzen. Denn gerade nach dem hervorragenden Börsenjahr 2019 sei es fahrlässig, den breiten Markt zu kaufen. Starke Selektion sei im Jahr der Ratte mehr denn je gefragt.

Am 15. Januar hätten die USA und China, nach Monaten des Schlagabtausches im Handelskonflikt, ihren im Dezember 2019 vereinbarten "Phase-1-Deal" unterzeichnet. Zudem beginne nach dem chinesischen Horoskop, das aus zwölf Tierkreiszeichen bestehe, mit dem Jahr der Ratte ein neuer Zyklus. 2020 stehe für Chinesen daher für einen neuen Beginn und ein ganz besonders gewinnbringendes, starkes und erfolgversprechendes Jahr. Die Ratte ist zwar in unserem Sprachgebrauch ein hinterlistiges und weniger beliebtes Tier, doch in China steht sie für Fleiß, Klugheit, Energie, Entschlossenheit und Zielerreichung, so die Experten von Comgest.

Obwohl mit dem nun geschlossenen "Phase-1-Deal" der zwischenstaatliche Konflikt zwischen den USA und China zunächst habe entschärft werden können, sei der Handelskonflikt noch längst nicht beigelegt. Solange China weiter wachse und seine wirtschaftliche sowie politische Bedeutung in der Welt zunehme, bleibe das Land eine Bedrohung für die Hegemonie der USA. Für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre werde jede amerikanische Regierung China politisch und wirtschaftlich unter die Lupe nehmen. China werde daher in Zukunft faire Handelspraktiken und Marktzugänge gewähren müssen.

Der Wandel der chinesischen Wirtschaft vom kredit- und infrastrukturgetriebenen hin zum innovations-, dienstleistungs- und konsumorientierten Wachstum sei größtenteils vollzogen. Die Realeinkommen sowie die Mittelklasse würden stetig wachsen. Der großzügige wirtschaftliche Stimulus der vergangenen Jahre sei dem Kampf gegen die zu hohe Verschuldung sowie der Öffnung der Kapitalbilanz gewichen. Auch die Reformen der rigiden Haushaltsregistrierungen (Hokou) sowie des Gesundheitsmarktes würden für ein qualitativ besseres, wenn auch absolut gesehen niedrigeres Wachstum sorgen. Das Wachstumsmodel Chinas sei nachhaltiger geworden.

"Der Anteil ausländischer Investoren bei chinesischen A-Aktien, also im Inland gehandelten Papieren, betrug 2014 noch 3%, jetzt sind es mehr als 7%. Das ist immer noch wenig. In Indien liegt der Anteil ausländischer Anleger bei 17% und in Südkorea bei 33%. Da hat China noch einiges vor sich", meine Jasmine Kang, Fondsmanagerin des Comgest Growth China (ISIN IE0030351732 / WKN 756455 ). "Der Zugang ausländischer institutioneller Investoren zu den Börsen von Shenzhen und Shanghai wird sich in den kommenden Jahren weiter verbessern, den Kapitalzufluss fördern und den Kapitalmarkt professionalisieren. Die Verbesserung der Transparenz und der Umgang mit Environmental-, Social- und Governance-Fragen, kurz ESG, steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wird sich aber durch die Marktöffnung stetig verbessern. Immer mehr Unternehmen bilanzieren bereits nach internationalen Standards. Corporate Social Responsibility Reporting taucht auf. Chinesische Behörden machen da Druck. Das Vertrauen in den chinesischen Finanzplatz wird sich unserer Einschätzung nach verbessern und seine Attraktivität weiter erhöhen. Internationale Investoren, die noch nicht in China investiert sind, tun also gut daran, ihre Vorbereitungen heute zu beginnen."

Trotz der positiven Veränderungen der Rahmenbedingungen bleibe China ein anspruchsvolles Pflaster für Stock Picking. Zwar sei das Wachstum attraktiv, jedoch sei Qualität auf der Unternehmensebene trotz der stark abnehmenden Bedeutung von Staatsunternehmen immer noch rar gesät. "Es ist in China daher ganz besonders wichtig, dass man als Minderheitsaktionär mit den Entscheidern und Managern des Unternehmens in einem Boot sitzt", so Kang. "Governancestrukturen sind unserer Erfahrung nach von herausragender Bedeutung für den Erfolg langfristig orientierte Qualitätswachstumsinvestoren."

Ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel von Reformdruck und Verbesserungen der Governance zugunsten von Minderheitsaktionären sei Shandong Weigao. Das Unternehmen sei seit langer Zeit eine starke Marke im Markt für medizintechnische Verbrauchsartikel wie beispielsweise Einmalspritzen und profitiere vom dynamisch wachsenden Gesundheitsmarkt. Lange habe sich das Wachstum des Unternehmens unterdurchschnittlich entwickelt. Aktienbeteiligungen seien nur dem Top Management vorbehalten und nicht handelbar gewesen. Durch die Reform des chinesischen Kapitalmarktes habe sich das geändert. Über Mitarbeiterbeteiligungsprogramme sowie als M&A Währung seien die Aktien zu einem wichtigen Instrument der langfristigen Unternehmenssteuerung und einem Katalysator der Wachstumsbeschleunigung und Dividendensteigerungen des Unternehmens geworden. Der Gewinn pro Aktie und der Aktienkurs des Unternehmens hätten sich in der Folge über die vergangenen drei Jahre verdoppelt.

Langfristig seien die Aussichten für den chinesischen Aktienmarkt durchweg positiv. Jedoch sei er weiterhin für seine hohe Volatilität bekannt. Über die vergangenen zwölf Monate habe der IT- und Healthcare-lastige China Shenzhen Index mit 36% US-Dollar Wertzuwachs zu den besten Börsen der Welt gehört und sogar den US-amerikanischen NASDAQ hinter sich lassen können. Es gelte also Augenmaß zu bewahren und im Jahr der Ratte nicht einfach den steigenden Kursen hinterher zu rennen, sondern langfristig in Qualität zu investieren und auch einmal Geduld zu beweisen, um ein optimales Risiko-Rendite-Profil für das eigene China Investment zu erreichen. Das sei genau der Weg, den Comgest bei der Zusammenstellung des Comgest Growth China seit 2001 gegangen sei. (22.01.2020/fc/a/f)


 

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