Comgest Growth Europe: Debatte über Substanz- oder Wachstumswerte verschleiert schwache Fundamentaldaten


10.01.17 15:23
Meldung
 
Paris (www.fondscheck.de) - Franz Weis, Portfoliomanager des auf Qualitätswachstumswerte spezialisierten internationalen Vermögensverwalters Comgest, Manager des Comgest Growth Europe-Fonds (ISIN IE0004766675 / WKN 631025 ), hinterfragt die aktuelle Debatte um Substanz- oder Wachstumswerte und erläutert seine Einschätzung der Investment-Trends 2017.


Die Rally der Substanzwerte habe die europäischen Aktienmärkte in der zweiten Jahreshälfte 2016 fest im Griff gehabt. Donald Trumps Sieg bei den Präsidentschaftswahlen sei insbesondere den Finanzwerten zugutegekommen, dem urtypischen Substanzwertsektor. Der MSCI Europe Value-Index habe den MSCI Europe Growth-Index zwischen Ende Juli und Ende Dezember um nahezu 15% übertroffen. Das habe sich als die stärkste Verlagerung zugunsten von Substanzaktien seit der globalen Finanzkrise erwiesen.

Solche Verlagerungen hätten starke kurzfristige Auswirkungen auf die Performance und würden die Entscheidungen der Anleger beeinflussen. Einer aktuellen Händlerumfrage zufolge würden 54% der Teilnehmer glauben, dass die Rally der Substanzwerte sich bis weit ins Jahr 2017 hinein fortsetzen werde, während lediglich 13% der Ansicht seien, dass sie bereits vorbei sei. Sehr wahrscheinlich werde die "Substanz- oder Wachstumswerte"-Debatte 2017 weiter andauern.

Aber wie sehe es mit den Fundamentaldaten der jüngsten Substanzwerte-Rally aus? Aufgrund des Anstiegs der Rohstoffpreise würden die Gewinnschätzungen für Energie- und Rohstoffwerte für 2017 und 2018 unter der Voraussetzung, dass die jüngste Preiserholung des Sektors anhalte, positiver ausfallen. Seit November hätten Finanztitel die Substanzwerte-Rally weiter angeheizt, da steigende Zinssätze die Stimmung in diesem Sektor beflügeln würden. Allerdings würden die Prognosen für den Gewinn je Aktie für europäische Finanztitel für 2016 bis 2018 weiter zurückgehen. Die Strategie-Roadmap von Unicredit für 2016 bis 20192 sei das neueste Beispiel für die mangelnde Stabilität des Gewinnwachstums europäischer Banken. Die Bank konzentriere sich auf Vermögensveräußerungen, Filialschließungen, Personalabbau und eine Kapitalerhöhung bei einem organischen Umsatzwachstumsziel von bescheidenen 0,6%.

Es werde erwartet, dass sich das Gewinnwachstum europäischer Substanzwerte kräftig beschleunige, von minus 2% im Jahr 2016 auf 18% im Jahr 2017. Substanzaktien hätten von einer Neubewertung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) profitiert, während sich Wachstumstitel in den vergangenen Monaten erheblich verbilligt hätten. Für Substanzwerte werde für den Zeitraum von 2016 bis 2018 ein jährliches Gewinnwachstum von rund 9% angenommen. Dieses Wachstum hänge von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von der Erholung der Rohstoffpreise, steigender Kreditnachfrage und einem kontinuierlichen Anstieg der Zinssätze. Die entscheidende Frage sei, wie dies mit den Konjunkturprognosen zusammenpasse, die keine nennenswerte Steigerung des derzeit recht moderaten Wachstumstempos voraussagen würden. Anfang 2017 würden europäische Substanzwerte mit einem KGV von 13,5 gehandelt, was nach Ansicht der Experten kaum ein "Schnäppchen" sei und ihnen für 2017 wenig Spielraum für Gewinnenttäuschungen lasse.

Auf der anderen Seite würden die Experten glauben, dass sich das Risiko-Rendite-Profil von Qualitätswachstumstiteln in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verbessert habe. Die Portfoliounternehmen des Flaggschiff-Fonds Comgest Growth Europe würden derzeit mit einem KGV von 20 bei einem erwarteten gleichmäßigen Anstieg des Gewinns je Aktie von 10% für 2016, 2017 und 2018 gehandelt. Damit setze sich der kontinuierliche Gewinntrend der Vergangenheit fort, der auf Umsetzung, Innovation, regionaler Expansion und dem Wachstum von Marktnischen basiere, in denen sich die Unternehmen aus dem Portfolio bewegen würden. Ihr Wachstumskurs hänge stärker von strukturellen Wachstumstrends und unternehmensspezifischen Initiativen ab als von schwer zu prognostizierenden und volatilen Konjunkturzyklen. Für die Experten sei es wichtig, sich von Anfang an auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren, statt auf Makrovariablen oder Stilrotationen zu setzen.

Sei die "Substanz- oder Wachstumswerte"-Debatte unterm Strich für langfristige Anleger von Bedeutung? Nach Ansicht der Experten erzeuge sie nur Störgeräusche, die von wichtigen Fundamentaldaten wie einem nachhaltigen Gewinnzuwachs und der Generierung von freiem Cashflows ablenken würden. Im schlimmsten Fall gehe es dabei nur darum, einem Trend hinterherzulaufen. Die Experten würden ihre Aufmerksamkeit 2017 weiterhin fest auf die Bottom-up-Fundamentaldaten richten. In den ersten Monaten des neuen Jahres würden Unternehmen weltweit ihre Wachstumsprognosen für 2017 vorlegen. Das werde die Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückholen und darüber entscheiden, ob sie sich wieder stärker auf die Fundamentaldaten konzentrieren würden, statt sich weiter der "Substanz- oder Wachstumswerte"-Debatte zu widmen. (10.01.2017/fc/a/f)


 

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