Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nachdem die vergangene Woche dem deutschen Leitindex
DAX den höchsten Wochenverlust seit elf Monaten beschert hat, setzt sich aktuell die zaghafte Erholung an den Börsen fort, so die Deutsche Börse AG.
Vor allem eventuelle Stützungsmaßnahmen für Griechenland würden für gute Stimmung sorgen. Kurz vor dem morgigen EU-Gipfel würden sich die Hinweise verdichten, dass die europäischen Länder den Hellenen unter die Arme greifen würden. So liege das Börsenbarometer heute zur Mittagszeit mit rund 1,4 Prozent im Plus.
Die meisten Charttechniker seien aber nicht davon überzeugt, dass es sich um eine nachhaltige Trendwende handle. "Für den DAX bleibt es vorerst weiterhin schwierig", meine Christian Henke von der WestLB. Seit dem 11. Januar befinde sich das deutsche Aktienbarometer in einer Korrekturphase, zuletzt sei auch noch die wichtige Unterstützung bei 5.572/5.575 Punkten nach unten durchbrochen worden. "Allerdings hat die Unterstützung bei 5.480 Punkten den Bären vorerst Einhalt geboten", erkläre Henke.
Der DAX sei nach oben abgeprallt - wenngleich noch nicht nachhaltig. Schützenhilfe sei Henke zufolge auch von der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie gekommen, die für eine Fortsetzung der noch jungen Hausse spreche. Eine weitere und sehr stabile Unterstützung mache der technische
Analyst bei 5.300 Zählern aus. Aufwärts gehen werde es aber erst oberhalb der Jahreshöchststände bei 6.050 Zählern: "In diesem Fall besteht Potenzial bis in den Bereich bei 6.185/6.240 Punkten."
Auch Andreas Klähn von der SEB zeige sich trotz des jüngsten Kursanstiegs nicht unbedingt optimistisch. Nachdem der DAX die Unterstützungszone von 5.467/5.433 Punkten verteidige und somit die 200-Tage-Linie nicht unterschritten habe, sei derzeit zwar eine Erholung im Gange, erläutere der Charttechniker. Im besten Fall reiche diese auf Wochensicht bis 5.700/5.750 Punkte.
"Allerdings hat sich die technische Gesamtsituation nach dem Durchbruch unter 5.554 Punkte nochmals verschlechtert", beschreibe Klähn die Lage. Ob die Erholung nun bis 5.700/5.750 Punkte reiche oder bereits bei 5.554/5.576 ende, sei ihm zufolge noch nicht ausgemacht. "Eines bleibt festzuhalten: Eine Trendwende ist die jüngste Aufwärts-Gegenbewegung noch nicht", resümiere Klähn. Das Risiko eines weiteren Rückfalls bis 5.300 Punkte bestehe nach wie vor.
Etwas hoffnungsvoller gebe sich Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Beim DAX mehren sich derzeit die Anzeichen für eine kurzfristige Stabilisierung", erläutere der technische Analyst. Als Basis hierfür diene der Bereich bei rund 5.435 Punkten. In dieser Zone würden Sartoris zufolge die letzten Schwächephasen des Aktienbarometers auslaufen. Um nachhaltiges Aufwärtspotential zu generieren, müsse nun das Tief vom 28. Januar bei 5.540 Punkten überwunden werden. Gelinge das, ergebe sich nachhaltiges Aufwärtspotenzial bis in den Bereich der Hochpunkte vom 28. Januar bzw. 3. Februar bei 5.719/5.733 Punkten. In dieser Region verlaufe für Sartoris zudem der seit dem Jahreshoch bei 6.094 Punkten existierende Abwärtstrend.
Satoris sehe aber noch weitere ermutigende Zeichen: "Die Stabilisierungsansätze bei den Oszillatoren auf Tagesbasis lassen ebenfalls auf eine Erholung hoffen", meine der Analyst. Allerdings sei er auch von einer Sache überzeugt: Das Szenario einer Stabilisierung wäre bei einem Abgleiten unter die Marken bei rund 5.435 Punkten bzw. die 200-Tages-Glättungs-Linie, aktuell bei 5.414 Zählern, zu den Akten zu legen.
Der aktuellen Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren zufolge hätten die Anleger mittlerweile eine klarere Meinung: Das Lager der Optimisten habe beim DAX um 5 Prozent aller Befragten zugelegt, doch auch bei den Pessimisten habe sich ein Zuwachs von 2 Prozent ergeben. Das bringe den Bull/Bear-Index auf optimistische 65,5 Prozent. Beim TecDAX verzeichne das bearishe Lager ein Plus von 4 Prozent, dennoch seien die Anleger mit einem Sentiment von 59,3 Prozent mehrheitlich optimistisch. (10.02.2010/ac/a/m)