DWS Deutschland LC-Fonds: 07/2019-Bericht, Investitionsgrad auf etwa 105% erhöht - Fondsanalyse


10.09.19 11:00
Meldung
 
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Fonds DWS Deutschland LC (ISIN DE0008490962 / WKN 849096 ) investiert in substanzstarke deutsche Standardwerte (Blue Chips) aus dem DAX-Index unter flexibler Beimischung ausgewählter Small Caps und Mid Caps, so Tim Albrecht, Fondsmanager bei DWS.


Die Signale der EZB hinsichtlich eines Beschlusses niedrigerer Leitzinsen und neuer Anleihekäufe auf ihrer nächsten Sitzung im September, die Leitzinssenkung der FED, die Wiederaufnahme der Handelsverhandlungen zwischen den USA und China nach dem G20-Gipfel, das robuste BIP-Wachstum in den USA im zweiten Quartal, der starke US-Arbeitsmarktbericht, die für zwei Jahre geltende Haushaltseinigung in den USA, die rege M&A-Aktivität und das Rekordhoch bei US-Halbleiteraktien hätten die globalen Aktienmärkte im Juli 2019 gestützt. Der deutsche Aktienmarkt habe im Juli 2019 eine gemischte Entwicklung gezeigt: DAX (-1,7%) und SDAX (-2,1%) hätten Verluste hinnehmen müssen, während TecDAX (+1,4%) und MDAX (+1,2%) leicht zugelegt hätten.

Der Großteil der Wirtschaftsdaten der Eurozone sei weiterhin enttäuschend gewesen. Der PMI für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland sei von 45 auf ein Sechsjahrestief von 43,1 gefallen. Auch der ifo-Index sei auf ein Sechsjahrestief gefallen - von 97,5 auf 95,7. Die Auftragseingänge in Deutschland seien um 2,2% m/m bzw. 8,6% y/y eingebrochen. Die Industrieproduktion sei um 0,3% m/m gestiegen, verzeichne jedoch ein Minus von 3,7% y/y. Die deutschen Exporte hätten sich mit einem Zuwachs von 1,1% m/m indes robust gezeigt.

Die Absatzzahlen europäischer Automobilhersteller seien im Juni angesichts eines Rückgangs um 8% y/y enttäuschend gewesen. In Großbritannien sei Boris Johnson neuer Premierminister geworden. Die Anleger hätten befürchtet, dass Großbritannien nun einen Brexit ohne Abkommen anstreben könnte, da die EU Johnsons Forderung nach einer Neuverhandlung des Brexit-Deals abgelehnt habe. Der PMI-Index für Großbritannien habe mit 48,0 ein Sechsjahrestief erreicht. In Spanien habe Ministerpräsident Sánchez keine Regierung bilden können. In den USA seien die ISM-Indices schwach geblieben. In China habe sich das BIP-Wachstum im zweiten Quartal auf 6,2% y/y verlangsamt - das schwächste Wachstum seit 27 Jahren.

Der Investitionsgrad des Fonds sei auf etwa 105% erhöht worden. Bei den Sektoren habe es keine wesentlichen Veränderungen an der Positionierung der Experten gegeben. Die Experten würden ihre selektiven Investments in Unternehmen mit Wachstum zu einem vernünftigen Kurs und mit grundsoliden Bilanzen beibehalten. Die frühzyklischen Makroindikatoren würden sich weiter verschlechtern und wahrscheinlich auf weitere negative Gewinnkorrekturen hindeuten. Daher würden die Experten ihr geringeres Engagement in Unternehmen mit stark zyklischen Einnahmen aufrechthalten. Für das Portfolio würden sie ihr Engagement in Nebenwerten mit einem Anteil von etwa 26% beibehalten.

Der Fonds habe im Verlauf des Monats Juli um 2,37% nachgegeben und damit um 1,06% hinter seiner Benchmark CDAX gelegen. Bei den Sektoren habe der wesentliche positive Beitrag aus dem Übergewicht in Informationstechnologie gestammt. Das Übergewicht in Gesundheitswesen und Grundstoffen und das Untergewicht in Versorgern hätten negativ zur aktiven Wertentwicklung des Fonds beigetragen. Bei den Einzeltiteln hätten sich das Übergewicht in Infineon Technologies AG und das Untergewicht in BASF SE und SAP SE positiv ausgewirkt. Das Übergewicht in K+S, United Internet und Kion Group AG habe die Wertentwicklung am deutlichsten belastet.

Insbesondere mit Blick auf die derzeitigen Bewertungsniveaus sei es schwierig, die Annahme zu rechtfertigen, dass die Märkte noch weiter zulegen könnten. Andererseits können wir jedoch keinen überzeugenden Auslöser für ein Ende des Trends ausmachen - zumindest solange die Zentralbanken weltweit an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten, so die Experten der DWS. Der DAX leide unter den erheblichen Gewinnkorrekturen einiger DAX-Schwergewichte. In dem Index seien die erwarteten Gewinne des Geschäftsjahres 2019 seit Anfang 2017 bereits um 19% nach unten korrigiert worden. Im Vergleich dazu habe der MSCI World nur eine Gewinnkürzung von 2% erlitten.

Aus der vorsichtigen Sicht der Experten würden die Gewinne im DAX in den kommenden Monaten weiter sinken, da der Handelskrieg weitergehen und das Brexit-Drama mit dem Risiko eines harten Brexit die Anleger verunsichern werde. Die Anleger würden jedoch auf die kommenden Sitzungen der EZB am 12. September 2019 und der FED am 18. September 2019 setzen. Je schlimmer der Handelskonflikt und die Brexit-Aussichten würden, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit einer aggressiven expansiven Geldpolitik in der Eurozone und den USA.

Darüber hinaus könnte ein schlimmer Handelskrieg sogar Druck auf die Bank of China ausüben, die Leitzinsen von derzeit 4,35% zu senken. Deshalb würden die Experten an ihrem DAX-Ziel von 12.600 für Juli 2020 festhalten, da der Kampf zwischen schwachen Unternehmensgewinnen und expansiver Geldpolitik weitergehen werde. Kurzfristig betrachtet seien August und September die saisonal schwächsten DAX-Monate, sodass der DAX in den kommenden Wochen volatil bleiben könnte. (Stand vom 31.07.2019) (10.09.2019/fc/a/f)


 

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