Deutsche Auftragseingänge Rückgang aber kein Beinbruch


07.09.10 13:54
Meldung
 
Hannover (aktiencheck.de AG) - Soeben haben das Bundeswirtschaftsministerium und die Deutsche Bundesbank aktuelle Daten zur Entwicklung der Auftragseingänge beim Verarbeitenden Gewerbe im Berichtsmonat Juli vorgelegt, so die Analysten der Nord LB.


Demnach hätten die Neuaufträge ihre positive Entwicklung der vergangenen Monate nicht weiter fortsetzen können. Im Vergleich zum Vormonat hätten sie saison- und kalenderbereinigt um -2,2% M/M nachgegeben. Gleichzeitig habe auch die Jahresrate den Rückwärtsgang eingelegt. Sie liege aktuell bei einem Wert von 17,7% Y/Y. Nach einem wirklich starken zweiten Quartal falle somit zumindest der Auftakt für das dritte Quartal ein wenig ernüchternd aus. Allerdings sollte sich die Enttäuschung in Grenzen halten - nach fast ausnahmslos starken Zahlen in diesem Jahr sei der jetzige Rückschlag durchaus zu verkraften und noch lange kein Beinbruch.

Nach den wirklich phänomenalen BIP-Zahlen für das zweite Quartal sei eigentlich klar gewesen, dass die Wachstumsdynamik in der zweiten Jahreshälfte etwas nachlassen würde. Diese Annahme scheine sich nun auch datenseitig zu bestätigen. Allerdings sollte aus den zugegebenermaßen recht schwachen Zahlen für den Berichtsmonat Juli keineswegs geschlossen werden, dass die Wachstumsgeschichte hierzulande vorbei sei oder man sogar auf dem Weg zurück in die Krise sei. Von Anfang an hätten die Analysten darauf hingewiesen, dass der Erholungsprozess keineswegs linear verlaufen würde - insofern würden uns die aktuellen Daten lediglich auf den Boden der Realität zurückholen.

Der Auftragsrückgang lasse sich im Juli vornehmlich auf die Auslandsnachfrage zurückführen. Während sich die Neuaufträge aus dem Inland mit einem Minus von 0,3% M/M in etwa auf dem Vormonatsniveau bewegen würden, hätten die Orders aus dem Ausland doch recht deutlich nachgegeben. Insgesamt liege das Minus hier bei 3,7% M/M.

Vor allem die Aufträge aus der Eurozone seien mit -6,1% M/M recht kräftig zurückgegangen. Auch diese Entwicklung relativiere sich jedoch mit Blick auf die Juni-Zahlen etwas, wo man einen Auftragssprung von knapp 13% M/M habe verzeichnen können. Diese Werte würden aber auch zeigen, dass die Exportnation Deutschland natürlich von der gesamtwirtschaftlichen Verfassung der Handelspartner abhängig sei. Gerade vor diesem Hintergrund stelle der äußerst heterogene Erholungsprozess innerhalb der Eurozone natürlich eine gewisse Gefahr für den heimischen Aufschwung dar.

Die Auftragseingänge würden den Start ins dritte Quartal verschlafen. Mit einem Rückgang um -2,2% M/M würden sie die These unterstreichen, dass die Wachstumsdynamik im weiteren Jahresverlauf etwas nachgeben dürfte. Überzogene Panik würden die Analysten aber dennoch nicht für angebracht halten - es handle sich aus ihrer Sicht lediglich um einen Dämpfer, der irgendwann habe kommen müssen. Denn vergessen wir nicht: Wir befinden uns immer noch im Jahr 1 nach einer schweren Rezession, so die Analysten der Nord LB. Der jetzige Rückschlag sei durchaus zu verkraften und noch lange kein Beinbruch. (07.09.2010/ac/a/m)


 
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