Deutsche Auftragseingänge leicht nachgegeben


07.07.10 13:58
Meldung
 
Hannover (aktiencheck.de AG) - Soeben haben das Bundeswirtschaftsministerium und die Deutsche Bundesbank aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.


Wie von den Analysten prognostiziert, hätten die Neuaufträge im Berichtsmonat Mai leicht nachgegeben. Nach zuletzt deutlichen Auftragssteigerungen sei das Minus von 0,5% M/M allerdings mehr als verkraftbar. Im März und April hätten die Neuaufträge mit 5,1% M/M bzw. 3,2% M/M jeweils sehr deutlich zugelegt - die leichte Gegenbewegung im Mai sei daher nicht allzu dramatisch.

Auch die Jahresrate gebe im gleichen Zeitraum etwas nach. So seien die Auftragsbücher derzeit "nur noch" knapp 25% dicker gefüllt als im Vorjahresmonat. Dieser Rückgang sei hauptsächlich auf statistische Effekte zurückzuführen. Gerade zu Beginn des vergangenen Jahres sei der Auftragseinbruch extrem heftig gewesen. Die verständlich hohen Jahresraten der ersten Monate des Jahres 2010 würden nun allmählich auslaufen. Dieser Prozess dürfte sich auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen.

Der erste Auftragsrückgang seit fünf Monaten gehe gleichermaßen auf die Inlands- und die Auslandsnachfrage zurück. Allerdings offenbare ein Blick auf die Auslandsnachfrage einen interessanten Sachverhalt. Während die Bestellungen von Handelspartnern außerhalb der Eurozone auch im Mai um 1,8% M/M zulegen würden, sei der Orderrückgang aus dem Währungsraum mit -3,3% M/M doch recht deutlich ausgefallen. Diese Entwicklung passe in das generelle gesamtwirtschaftliche Umfeld, dem sich die deutsche Volkswirtschaft aktuell gegenüber sehe.

Die Exportwirtschaft profitiere vom Aufschwung in den USA und Fernost. Gleichzeitig hinke der konjunkturelle Erholungsprozess in Euroland spürbar hinterher. Hinzu komme, dass der Zwang zur Haushaltskonsolidierung in einigen Regionen der Eurozone noch sehr viel stärker sei als hierzulande. Das bekämen nun - und wohl auch im weiteren Jahresverlauf - die hiesigen Unternehmen zu spüren.

Die Auftragseingänge seien im Mai zum ersten Mal in diesem Jahr leicht zurückgegangen. Nach zuletzt zwei überaus starken Monaten sei dieser Rückgang zunächst nicht dramatisch. Allerdings deute vor allem die Entwicklung der Auslandsnachfrage an, worauf man sich in den kommenden Monaten wohl einstellen müsse.

Während der anhaltende und durchaus als robust zu bezeichnende Aufschwung in den USA und Asien der deutschen Wirtschaft helfe, würden vor allem die notwendigen Sparpakete der europäischen Handelspartner dämpfen. Insofern werde wohl auch das Wirtschaftswachstum hierzulande in den kommenden Monaten an Dynamik verlieren. Während die deutsche Fußballnationalmannschaft derzeit am "Sommermärchen 2.0" schreibe, dürfte sich die deutsche Wachstumsstory in der zweiten Jahreshälfte etwas weniger euphorisch lesen. (07.07.2010/ac/a/m)


 

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