Deutsche Multi Opportunities FC-Fonds: 08/2018-Bericht, Industrie und Rohstoffwerte eher vernachlässigt - Fondsanalyse


12.10.18 12:30
Meldung
 
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Dachfonds Deutsche Multi Opportunities FC (ISIN LU0148742835 / WKN 794814 ) strebt als Anlageziel einen möglichst hohen Wertzuwachs in Euro an, so Henning Potstada, Fondsmanager bei DWS.


Der Dachfonds investiere zu mindestens 51% des Netto-Fondsvermögens in Zielfonds. Für den Fonds Multi Opportunities II könnten Anteile an in- und ausländischen Aktienfonds, gemischten Wertpapierfonds, Wertpapierrentenfonds und geldmarktnahen Wertpapierfonds erworben werden. Daneben könne das Fondsvermögen u.a. in Aktien, fest und variabel verzinslichen Wertpapieren, Aktienzertifikaten, Wandelschuldverschreibungen angelegt werden. Dabei werde auf eine internationale Streuung geachtet.

Der Deutsche Multi Opportunities habe den Monat August mit einem Verlust von -2,13% beendet. Edas Aktienportfolio habe einen Ergebnisbeitrag von -1,64% gehabt. Europäische Aktien, speziell Europäische Finanzwerte, sowie die Schwellenländer-Positionen hätten negativ zur Wertentwicklung beigetragen. Der Beitrag aus dem Bondportfolio sei mit 30 BP ebenfalls negativ gewesen. Aufgrund der geringen US-Dollar Positionierung, habe der Fonds nicht von der Aufwertung des Dollars profitieren können. Zudem hätten die Allokationen in Schwellenländer-Währungen negativ beigetragen. Insgesamt liege der Ergebnisbeitrag der Währungsseite so bei -11 BP.

Der Ausblick für September sei insbesondere im Hinblick auf die Aktienmärkte sehr verhalten. Dies reflektiere sich in einer reduzierten Aktienquote von 41% brutto bzw. 35% netto. Dadurch habe sich auch die Kasse-Quote um knapp 10%-Punkte auf 24% erhöht. Die US-Dollar Position liege nahezu unverändert bei knapp 7%.

Nach einem schwachen Monatsauftakt hätten sich die Aktienmärkte zum Ende schließlich doch noch ins Plus retten können. Der MSCI ACWI habe mit einem Plus von 1,4% geschlossen. Allerdings sei das Plus vor allem amerikanischen Technologiewerten, der NASDAQ habe mit +6% geschlossen, und einem festeren US-Dollar zu verdanken gewesen. Europäische Aktienwerte hätten 2,2% eingebüßt, Emerging Markets (Schwellenländer) 1,8%. Insofern spiegele der Monat August den kompletten Jahresverlauf wieder. Der MSCI ACWI habe im lfd. Jahr 7,6% zugelegt, während Europäische Aktien mit 0,8% vorne lägen. Schwellenländer hätten bisher -3,6% verloren.

Maßgeblich für die Kursentwicklung im August sei die Verhängung weiterer Sanktionen seitens der USA gegenüber der Türkei, Russland und dem Iran gewesen. Sorgen über ein hohes Budgetdefizit Italiens, befürchtet worden sei, dass Italien das Maastricht Kriterium von 3% überschreite, habe zu einer Senkung des Ausblicks für das KreditRating durch Fitch geführt. Italienische Staatsanleihen seien um 50 BP gestiegen, der italienische Aktienmarkt habe 9% verloren. Ferner seien wieder Sorgen über einen ungeordneten Brexit aufgeflammt. Schwellenländer seien durch die hohen Kursverluste der Türkischen Lira mit minus 25%, sowie des Argentinischen Pesos mit minus 27% belastet worden.

Auf der Rohstoffseite habe es vor allem Kursverluste bei Industriemetallen gegeben. Folgerichtig hätten Rohstoff und Energiewerte zu den schwächsten Sektoren mit Verlusten von über 3% gehört. Insgesamt lasse sich feststellen, dass die Kapitalmärkte in einen "Risk Off" Modus umgeschaltet hätten, wobei vor allem amerikanische Vermögensanlagen profitiert hätten.

Die sogenannten "Mid Term Elections" in den USA könnten zu weiteren populistischen Maßnahmen von Donald Trump führen. Eine zumindest temporäre Eskalation der Handelskonflikte sowie weiter Sanktionen seien zu erwarten. Der weiter festere US-Dollar dürfte jene Schwellenländer in Bedrängnis bringen, die hohe Außenhandelsdefizite bei gleichzeitig hoher Auslandsverschuldung besitzen würden. Es sei davon auszugehen, dass alle Emerging Markets in Sippenhaft genommen würden. In Europa werde das Haushaltsbudget Italiens im Mittelpunkt stehen. Sollte es zu einer Eskalation mit der Europäischen Union um die Defizitgrenze kommen, werde dies europäischen Aktien nicht helfen.

Strategisch bevorzuge der Fonds auf der Aktienseite stabile und dividendenstarke Werte in Europa, sowie Wachstumswerte in den USA. Industrie und Rohstoffwerte würden eher vernachlässigt. Der Aufbau von kürzerlaufenden türkischen Anleihen in US-Dollar und Euro werde bei den gegenwärtig hohen Renditen fortgesetzt, da das mittlerweile hohe Renditeniveau einen adäquaten Ausgleich für die Risiken darstelle. Eine destabilisierende Wirtschaftskrise der Türkei dürfte kaum im Interesse der europäischen Union stehen. (Stand vom 31.08.2018) (12.10.2018/fc/a/f)


 

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