Devisenmarkt Sicherheit der wichtigste Treiber


07.09.10 11:41
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die seit Anfang Juni andauernde Erholung des Euro gegenüber dem US-Dollar kam im August zunächst zum Erliegen und mündete schließlich sogar in eine kräftige Gegenbewegung, so die Experten von Union Investment.


Nach dem Zwischenhoch bei 1,33 US-Dollar sei die Gemeinschaftswährung bis Ende August dabei wieder auf 1,27 US-Dollar zurückgefallen. Die Sorge vor einer globalen Konjunkturabschwächung und der damit verbundenen Zunahme der Risikoaversion habe viele Investoren wieder den vermeintlich sicheren US-Dollar-Hafen anlaufen lassen. Auf der anderen Seite seien Euro-Positionen abgebaut worden, da von einem weltweiten Konjunktureinbruch die ohnehin schon angeschlagenen Peripherieländer des Euroraums voraussichtlich besonders stark betroffen wären.

Die gestiegene Renditedifferenz zwischen Bundesanleihen und US-Schatzanweisungen dürfte ebenfalls zu der für viele Marktteilnehmer überraschenden Euro-Abwertung beigetragen haben. Die Renditen deutscher Staatspapiere, die als Benchmark für die Währungsunion fungieren würden, hätten im Monatsverlauf deutlich stärker nachgegeben als ihre US-Pendants. Im Zehnjahressegment betrage der Renditevorsprung von amerikanischen Papieren damit inzwischen wieder rund einen halben Prozentpunkt. Da die Konjunkturskepsis auch weiterhin vorherrschen dürfte, könnte die Wechselkursentwicklung im August ein Muster für den Rest des Jahres sein.

Die großen Gewinner im internationalen Wechselkursgefüge seien wieder einmal der Japanische Yen und der Schweizer Franken gewesen. Damit habe sich ein Trend fortgesetzt, der schon den gesamten bisherigen Jahresverlauf geprägt habe. Im August hätten die beiden genannten Währungen jeweils um rund fünf Prozent gegenüber dem Euro an Wert zugelegt.

Vor diesem Hintergrund hätten sich vor allem in Japan die Diskussionen um mögliche Devisenmarktinterventionen der Notenbank verschärft. Der gestiegene Yen-Kurs mache der japanischen Exportindustrie auf den Weltmärkten immer mehr zu schaffen. Seit Jahresbeginn habe der Yen gegenüber dem Euro um 25 Prozent und gegenüber dem US-Dollar um 10 Prozent aufgewertet. Um den negativen Folgen entgegenzuwirken, habe die Bank von Japan Ende August ihr Sonderkreditprogramm für die heimischen Kreditinstitute nochmals aufgestockt. Gleichzeitig hätten sich die japanischen Währungshüter aggressivere Maßnahmen vorbehalten, wozu auch direkte Eingriffe am Devisenmarkt zählen würden.

Wie beim Japanischen Yen sei auch beim Schweizer Franken das Thema Sicherheit der wichtigste Markttreiber. Je größer die Nervosität unter den Anlagern im Hinblick auf den weiteren Konjunkturverlauf werde, desto stärker scheine der Franken als Beruhigungsmittel gesucht zu sein. (Ausgabe August 2010) (07.09.2010/ac/a/m)


 
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