ETF-Handel: Höhenangst bei US-Titeln


17.10.17 16:49
Meldung
 
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Immer neue Rekorde an den Börsen locken Anleger weiter in europäische Aktien, so die Deutsche Börse AG.


In US-Werten würden hingegen überwiegend Gewinne mitgenommen, wie die Händler berichten würden. "Alles konzentriert sich auf die entwickelten Märkte", stelle Oliver Kilian von der UniCredit Group fest. Der DAX liege am Dienstagmittag knapp unter 13.000 Punkten, am Freitag sei mit 13.036,74 Zählern ein neues Allzeithoch erreicht worden. In den USA seien S&P 500, Dow Jones und Nasdaq 100 am gestrigen Montag auf neue historische Hochs geklettert.

Frank Mohr von der Commerzbank melde einen ruhigeren ETF-Handel mit 26.500 Transaktionen in der vergangenen Woche. Kilian berichte hingegen von im Vergleich zur Vorwoche abermals gestiegenen Umsätzen. "Neue Nachrichten zum Katalonien-Konflikt oder zu den Brexit-Verhandlungen schlagen sich in den Umsätzen nieder."

Zuflüsse würden die Händler in DAX- und EURO STOXX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393) ebenso wie in MSCI World-Trackern melden. "Auffällig ist, dass in Europa investiert wird, aber Großbritannien gerne ausgeklammert wird", beobachte Mohr. Kilian bestätige das und nenne als Beispiel den iShares MSCI Europe ex-UK (ISIN IE00B14X4N27 / WKN A0J204 ). Zudem hätten sich Anleger auch direkt von britischen Aktien (ISIN IE0005042456 / WKN 552752 ) getrennt.

Die Brexit-Verhandlungen seien ins Stocken geraten, vor allem die Frage der finanziellen Verpflichtungen der Briten nach dem EU-Austritt sei umstritten. EU-Chefunterhändler Michel Barnier habe nach Abschluss der fünften Gesprächsrunde von einer "Sackgasse" gesprochen, in die man gekommen sei.

Die UniCredit berichte außerdem von Zuflüssen in spanischen Aktien, etwa mit dem Amundi MSCI Spain (ISIN FR0010655746 / WKN A0REJT ). "Das liegt an der Entspannung im Katalonien-Konflikt." Der spanische Aktienmarkt habe sich nach seinem Tief Anfang des Monats wieder etwas erholt. Kataloniens Ministerpräsident Carles Puigdemont habe am 10. Oktober eine Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet, diese aber umgehend wieder ausgesetzt, um einen Dialog mit der Zentralregierung zu beginnen.

Bei der Commerzbank seien spanische Aktien kein großes Thema. "Der Konflikt wird zwar beobachtet, ebenso der Nordkorea-Konflikt, die Alarmglocken läuten bei den Anlegern aber nicht, dafür läuft es in der Wirtschaft weltweit zu gut", bemerke Mohr.

Vergleichsweise hohe Umsätze hätten an der Börse Frankfurt in den vergangenen fünf Handelstagen auch ETFs zu verzeichnen gehabt, die an den österreichischen Aktienindex ATX gekoppelt seien. Hintergrund seien wohl die Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag. Der österreichische Aktienmarkt gehöre in diesem Jahr zu den Top-Performern weltweit. Der umsatzstarke iShares ATX (ISIN DE000A0D8Q23 / WKN A0D8Q2 ) sei seit Jahresanfang um fast 30 Prozent gestiegen.

S&P 500- und MSCI USA-ETFs würden hingegen verkauft, ebenso Russell 2000-Tracker. So berichte Kilian von Abgaben in S&P 500-ETFs von iShares (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG) sowie im Amundi Russell 2000 (ISIN FR0011636190 / WKN A1W9FT ).

Im großen Stil gekauft worden seien des Weiteren Immobilien-ETFs, und zwar solche, die Großbritannien ausklammern würden (ISIN IE00B0M63284 / WKN A0HGV5 ). Zuflüsse melde Mohr auch für Technologie- und Banken-ETFs. Die Letzteren hätten bei der UniCredit hingegen auf den Verkaufslisten (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) gestanden. Laut Kilian hätten sich Anleger auch aus US-Energie-ETFs, etwa dem SPDR S&P U.S. Energy Select Sector (ISIN IE00BWBXM492 / WKN A14QB0 ) verabschiedet.

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt würden - wie fast immer - Banken-ETFs die Liste der Branchen-Tracker anführen. Auffällig weit oben finde sich aber auch der iShares Automation & Robotics (ISIN IE00BYZK4552 / WKN A2ANH0 ). Der habe in den vergangenen zwölf Monaten um 37 Prozent zugelegt.

Im Fixed-Income-Bereich hätten laut UniCredit die Zuflüsse in Geldmarkt- und geldmarktnahen Produkten überwogen, etwa dem Pimco Euro Short Maturity Source (ISIN IE00B5ZR2157 / WKN A1H497 ) oder dem iShares eb.rexx Money Market (ISIN DE000A0Q4RZ9 / WKN A0Q4RZ ). Auch hier hätten Anleger von Großbritannien nichts wissen wollen und sich vom db x-trackers II Sterling Cash (ISIN LU0321464652 / WKN DBX0A1 ) getrennt.

Bei europäischen Staatsanleihen seien laut Kilian mittlere Laufzeiten verkauft (ISIN IE00B1FZS681 / WKN A0LGP6 ) und sehr lange (ISIN IE00B1FZS913 / WKN A0LGP5 ) gekauft worden. Sehr gut komme zurzeit ein ETF an, der variabel verzinsliche europäische Unternehmensanleihen abbilde, der Amundi ETF Floating Rate Euro Corporate 1-3 (ISIN FR0012005734 / WKN A119G6 ). (17.10.2017/fc/a/e)


 

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