ETF-Handel: Liquidität ist von zentraler Bedeutung


28.05.20 12:33
Meldung
 
Frankfurt (www.fondscheck.de) - ETFs verzeichnen durch den anhaltenden Trend hin zu passiven Investments eine steigende Nachfrage bei Investoren, so die Deutsche Börse AG.


Auch immer mehr Privatanleger würden die Produkte einsetzen, etwa um damit langfristig Vermögen aufzubauen. Die steigende Nachfrage bei ETFs zeige sich auch anhand der zunehmenden Liquidität. Diese beschreibe im Börsenhandel, in welchem Maß ein Wertpapier jederzeit ge- und verkauft werden könne. Je höher die Nachfrage, desto liquider könne ein Produkt gehandelt werden. Dies führe in der Folge zu geringeren Transaktionskosten für Investoren und Händler. Beide Seiten würden von liquiden Märkten profitieren, indem sie Wertpapiere sofort und zu geringen Kosten handeln könnten.

Dabei würden sich die Handelskosten aus zwei Bausteinen zusammensetzen: Den direkten oder auch expliziten Handelskosten einer Transaktion, die durch die Abwicklung des Auftrags durch Banken und Börsen entstünden - dazu würden etwa Gebühren und Provisionen zählen, die Anlegern direkt in Rechnung gestellt würden. Und den indirekten oder auch impliziten Handelskosten einer Transaktion, die sich aus dem Spread, also aus der Geld-Brief-Spanne und dem zugrunde liegenden Handelsvolumen ergeben würden. Letztere seien nur bedingt nachvollziehbar, denn sie seien von der Zusammensetzung des Orderbuchs abhängig und würden nicht direkt ausgewiesen. Dennoch seien sie für Investoren in der Regel sogar wichtiger: Denn im Laufe eines Handelstags könnten sie um bis zu 30 Prozent schwanken. So hätten Auswertungen der Deutschen Börse gezeigt, dass die indirekten Handelskosten im Durchschnitt um die Mittagszeit, also zwischen 12:00 und 13:00 Uhr, für eine große Zahl an ETFs am geringsten seien. Die Erklärung liege vermutlich daran, dass zu dieser Zeit nur selten kursrelevante Informationen aufkämen.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, um die Liquidität eines ETFs zu beurteilen, darunter z.B. das Intraday Xetra-Liquiditätsmaß oder die Anzahl an Designated Sponsors.

Einen Überblick über die impliziten Handelskosten von ETFs zeige das Intraday Xetra-Liquiditätsmaß (iXLM), das die Deutsche Börse 2019 zusätzlich zur bereits etablierten Liquiditätskennzahl XLM eingeführt habe und einmal im Monat in der ETF-Statistik veröffentliche. Um den günstigsten Handelszeitpunkt auf Basis historischer Daten zu ermitteln, werde das Intraday XLM in Halbstundenintervallen für einer Ordergröße von 100.000 Euro berechnet. Das Intraday XLM werde in Basispunkten angegeben und ermögliche einen Vergleich der Liquiditätsentwicklung innerhalb eines Handelstages für mehr als 1.500 ETFs. Investoren könnten daraus ableiten, in welchem Zeitraum die Handelskosten eines ETFs auf Xetra besonders günstig gewesen seien und diese Information in zukünftige Entscheidungen einfließen lassen würden.

Eine Auswertung über alle ETFs hinweg habe ergeben, dass die impliziten Transaktionskosten zum günstigsten Zeitpunkt bis zu 30 Prozent niedriger seien als zum ungünstigsten Zeitpunkt im Tagesverlauf. Insbesondere zu Beginn des Handels würden die Spreads in der Regel höher ausfallen. Grundsätzlich gelte: Je geringer das iXLM, desto geringer die impliziten Handelskosten.

Neben dem iXLM sei auch die Anzahl der Designated Sponsors auf Xetra ein wichtiger Anhaltspunkt für die Liquidität von ETFs. Designated Sponsors seien Handelsteilnehmer, die sich gegenüber der Börse fortlaufend zur Bereitstellung von Liquidität verpflichten würden und dabei bestimmte Mindestanforderungen einhalten würden. Zu den Anforderungen würden das Mindestquotierungsvolumen und der maximale Spread gehören. Je höher die Anzahl der Designated Sponsors in einem ETF, desto größer sei in der Regel auch die Liquidität. Die Deutsche Börse veröffentliche für jeden ETF eine Übersicht der Designated Sponsors auf boerse-frankfurt.de.

Darüber hinaus könne sich auch die Höhe des verwalteten Fondsvermögens bei einem ETF positiv auf dessen Liquidität auswirken. Dies lasse sich dadurch erklären, dass ein großes Fondsvermögen oftmals auch ein Indikator für eine große Anzahl bereits investierter Anleger sei. Diese würden dann mit ihren Kauf- und Verkaufsaufträgen ebenfalls zur Liquidität eines ETF beitragen. Anleger fänden die Angaben zur Fondsgröße eines ETF auf dem Datenblatt des jeweiligen ETFs ebenfalls auf boerse-frankfurt.de.

Ein weiterer Anhaltspunkt für die Liquidität sei auch die Oderbuchtiefe, also die Anzahl der Limitstufen, die mit Orders und Quotes von Handelsteilnehmern belegt seien. Tendenziell seien bei weniger liquiden ETFs nur die ersten Limitstufen des Orderbuchs mit Orders gefüllt. Bei liquideren ETFs würden sich die Orders über die gesamten Limitstufen hinweg im Orderbuch verteilen. Informationen zur Orderbuchtiefe seien über das offene Orderbuch einsehbar.

Die beschriebenen Indikatoren könnten eine Orientierungshilfe bei der Auswahl und der Ordererteilung eines ETF bieten. Dennoch spiegele die Handelsaktivität der Vergangenheit nicht zwingend auch die Zukunft. Bei ETFs, die einen vergleichbaren Index abbilden würden, könne der Einsatz von Indikatoren jedoch sinnvoll sein, denn individuelle Produkteigenschaften könnten immer auch Einfluss auf die Liquidität eines einzelnen ETF nehmen. (Ausgabe vom 27.05.2020) (28.05.2020/fc/a/e)


 

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