ETFs Abenteuerlust bei ETF-Anlegern steigt


07.02.12 10:41
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Mit dem Höhenflug der Börsen bauen viele ETF-Anleger ihre Aktienpositionen aus, so die Deutsche Börse AG.


"Raus aus der Sicherheit, rein ins Risiko", beschreibe Jörg Sengfelder von der DekaBank die Tendenz im ETF-Handel. "Sowohl die Anzahl der Trades als auch die Volumina können sich sehen lassen", berichte auch Andreas Bartels von der Commerzbank, der unterm Strich einen leichten Verkaufsüberhang ausmache.

Die zuletzt deutlich besser als erwarteten US-Beschäftigtenzahlen für den Monat Januar sowie die weiterhin expansive Geldpolitik in den USA und im Euroraum mache Bernardus Roelofs insbesondere für den Sprint im ETF-Handel zum Ende der Woche mitverantwortlich. Mit 243.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft seien die Erwartungen der Volkswirte um rund 100.000 übertroffen worden. Zudem habe der US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Januar einen überraschenden Schub bekommen.

Dem NASDAQ hätten die positiven Konjunkturmeldungen zwischenzeitlich zu einem Elfjahreshoch verholfen, was Anleger in die entsprechenden ETFs gezogen habe (ISIN FR0007056841 / WKN 541779 ). "Bei sibirischer Kälte ging es im ETF-Handel über alle Anlageklassen hinweg heiß her", melde der Händler von Flow Traders, der auf Wochensicht insgesamt einen deutlichen Kaufüberhang im Verhältnis von etwa 70 zu 30 Prozent verbuche.

Nach vorn sei es auch für den S&P 500 gegangen und Anleger hätten ebenfalls Indexfonds gekauft (ISIN DE0002643889 / WKN 264388). Hingegen hätten sie sich laut Bartels mehrheitlich von ETFs zum MSCI North America getrennt (ISIN FR0010296061 / WKN A0JMFG).

Über den Tellerrand hinaus hin zu Aktien aus aufstrebenden Ländern würden laut Bartels immer mehr ETF-Anleger schauen. "Ob einzelnes Land oder marktbreite Abdeckung, der Trend Richtung Schwellenländer hat sich in dieser Woche verstärkt." Von Kauffreude spreche der Händler beispielsweise bei Indexfonds mit lateinamerikanischen Werten (ISIN DE000A0NA0K7 / WKN A0NA0K ) und beim marktbreiten MSCI Emerging Markets (ISIN FR0010410266 / WKN LYX0B0).

Beliebt seien auch Portfolios mit brasilianischen und indonesischen Unternehmen (ISIN LU0476289623 / WKN DBX0EU ). Einen Grund vermute der Händler in der zuletzt erneut in den Vordergrund gerückten Griechenlandthematik. Dies habe die Unsicherheit hinsichtlich europäischer und US-amerikanischer Aktien erhöht. Kauffreude registriere Roelofs zudem bei ETFs mit chinesischen Bluechips (ISIN DE000A0LGQN1 / WKN A0LGQN ).

Bei Indexfonds mit europäischen Aktien gehe es eher ausgewogen zu, wie Bartels berichte. Beide Seiten gespielt würden zum Beispiel bei Indexfonds auf den EURO STOXX 50 (ISIN IE0008471009 / WKN 935927) und den DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393) für die Sengfelder per saldo indes einen Kaufüberhang verbucht. Etwas mehr Verkäufe als Käufe gebe es zudem für Indexfonds, die den Stoxx 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530 ) und den MSCI Europe nachbilden würden.

Von sehr hohen Umsätzen spreche Bartels in ETFs mit Aktien aus dem Banken- und Versicherungssektor. "Hier überwiegen stark die Rückflüsse." Verkäufe verbuche die Commerzbank etwa beim breit aufgestellten Stoxx 600 Banks (ISIN LU0292103651 / WKN DBX1SF ) und beim iShares DJ Euro Stoxx Banks (ISIN DE0006289309 / WKN LYX0AX). Einen Abgabeüberhang melde Sengfelder zudem bei ETFs auf die Gesundheitsbranche und bei Roh- und Grundstoffen (ISIN DE0006289309 / WKN LYX0AX ). Ins Depot hätten Anleger sich hingegen Automobilwerte (ISIN DE000A0Q4R28 / WKN A0Q4R2 ) gelegt, wie Roelofs bemerke.

Hinsichtlich der Renten-ETFs spreche Sengfelder von einer Umschichtung in kurz- und langlaufende europäische Staatsanleihen (ISIN DE000ETFL128 / WKN ETFL12 ) zulasten von Bundesanleihen (ISIN DE000ETFL185 / WKN ETFL18) und erkenne darin einmal mehr eine höhere Risikoneigung bei Anlegern. "Von einem Rückgabetrend bei Portfolios mit deutschen Staatsanleihen etwa beim iShares eb.rexx Government Germany (ISIN DE0006289465 / WKN 628946 )", berichte auch Bartels. Abgegeben worden seien zudem deutsche Bonds mit Restlaufzeiten zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren (ISIN DE0006289473 / WKN 628947 ).

Bei Unternehmensanleihen würden Bartels zufolge vor allem ETFs punkten, die keine Finanzwerte (ISIN DE000A0YEEX4 / WKN A0YEEX) enthalten würden. "Diese meiden Investoren in diesem Segment seit Monaten", bemerke der Händler. Ins Depot hätten Anleger sich beispielsweise den ETFlab iBoxx EUR Liquid Non-Financials Diversified (ISIN DE000ETFL383 / WKN ETFL38 ) mit bis zu 40 liquiden Anleihen von Unternehmen gelegt, deren Hauptgeschäftsfeld nicht finanzwirtschaftlich sei. (07.02.2012/fc/a/e)


 

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