EUR/CHF SNB lässt Investoren weiter zappeln


16.03.10 10:54
Meldung
 
München (aktiencheck.de AG) - Alles war in den letzten Wochen besser, als erwartet: Der KOF-Index, das BIP und die Einzelhandelsumsätze spielten den Franken-Bullen voll in die Karten, berichten die Analysten von UniCredit Research.


Hinzu sei die eklatante anhaltende Euro-Schwäche gekommen, welche ihnen das Spiel, alle gegen die SNB, ebenfalls erleichtert habe. Daran habe sich auch in den Tagen seit der geldpolitischen Lagerbeurteilung der SNB nichts geändert. Dies sei umso erstaunlicher, da die Nationalbank ihren Interventionspassus nicht abgeschwächt und ihre Warnungen sogar textlich vorangestellt habe. Bereits im ersten Absatz der offiziellen Medienmitteilung heiße es: "Die Schweizerische Nationalbank setzt ihre expansive Geldpolitik fort. Sie belässt deshalb das Zielband für den Dreimonats-Libor bei 0% bis 0,75% und strebt dabei an, den Libor im unteren Bereich des Bandes um 0,25% zu halten. Sie wird einer übermäßigen Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro entschieden entgegenwirken."

Die Analysten müssten anerkennen: All jene, die schon frühzeitig, d. h. seit August 2009, ungeachtet aller Interventionswarnungen, auf einen festeren Franken gesetzt hätten, hätten letztlich absolut Recht bekommen; unabhängig von der weiteren Entwicklung in EUR/CHF. Die Frankenbullen hätten retrospektiv betrachtet auf das richtige Pferd einer schnelleren Konjunkturerholung und einer raschen Überwindung der Deflation gesetzt, was offensichtlich auch die SBN dazu veranlasst habe, die Interventionszügel etwas schleifen zu lassen. Die Märkte würden sich jedoch zunehmend die Frage stellen, warum die SNB seit Dezember 2009 immerhin noch vom Abwenden einer übermäßigen Frankenbefestigung spreche, seither aber 4% Wertverlust oder rund 600 Bp in EUR/CHF verstrichen seien, ohne dass einmal kräftig zugelangt worden sei.

Den Analysten von UniCredit Research bleibt selbstverständlich nichts anderes übrig, als die Warnungen der SNB ernst zu nehmen und sie würden dies auch den Marktteilnehmern dringend empfehlen. Sollte die SNB, wovon sie nicht ausgehen würden, darauf hoffen, dass sich die Lage mit einer Stabilisierung des Euro deutlich beruhige, wie im Statement indirekt angedeutet, könnte das Kind zwischenzeitlich jedoch tief in den Brunnen gefallen sein. Denn man solle sich nichts vormachen. Spätestens seit letztem Donnerstag habe sich die Entwicklung in EUR/CHF auf eine Herausforderung der SNB durch die Währungsmärkte reduziert. Außerdem habe sich der Euro seit Ende Februar auf handelsgewichteter Basis bereits einigermaßen stabilisiert, ohne dass dies dem Frankenzuspruch in irgendeiner Weise geschadet habe. (16.03.2010/ac/a/m)


 

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