Edelmetallmärkte: Ist das jetzt das lang erwartete Aufwärtssignal oder nur eine Bullenfalle?


24.02.16 15:58
Meldung
 
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Noch bis zur Jahreswende 2015/2016 befanden sich die Preise für Edelmetalle in einem mehrere Jahre langen Abwärtstrend, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".


Presseberichte und Händler insbesondere aus Nordamerika und Westeuropa hätten sich weit überwiegend pessimistisch über die weitere Entwicklung geäußert. Institutionelle Anleger hätten außergewöhnlich hohe Shortpositionen gehalten. Lediglich China, Indien und Russland seien unbeirrt auf der Käuferseite geblieben. Doch plötzlich habe sich der Wind gedreht. Seit Jahresbeginn habe der Unzenpreis für Gold um 15% und der für Silber um 11% zugelegt, und zum ersten Mal seit 2011 werde charttechnisch ein höheres Hoch als zuvor erreicht. Der Goldpreis habe in diesem Jahr schon sämtliche Verluste aus dem Jahr 2015 wieder aufgeholt. Analysten und Journalisten seien wieder vorsichtig optimistisch.

Auch markttechnisch sei eine neue Situation eingetreten. Private Anleger würden im Allgemeinen nur über geringe Bestände in Edelmetallen verfügen. Negative Zinsen, Devisenturbulenzen und kriegerische Auseinandersetzungen würden Gold zu einem "sicheren Hafen" machen. Zahlungen in Bargeld sollten beschränkt werden, dem 500-Euro Schein drohe das Ende, Liquidität auf Girokonten werde möglicherweise mit höheren Gebühren belastet. Viele Banken würden in einer Krise stecken. Die Aktienmärkte würden außergewöhnlich hohe Volatilität zeigen. Von Rentenmärkten sei abzuraten. Die noch Ende Dezember vermutete Erhöhung der FED Funds Rate im März werde wahrscheinlich wegen der schleppenden US-Konjunktur verschoben oder ganz abgesagt. Somit mangele es an Anlagealternativen.

Auf der fundamentalen Seite erscheine das Verhältnis Angebot/Nachfrage zunehmend unter Spannung zu geraten. Die Nachfrage nach Gold habe sich laut World Gold Council im vierten Quartal 2015 um 4% gegenüber Vorjahr auf den höchsten Stand seit zehn Quartalen erhöht. Das seien 1117,7 t. Im ganzen Jahr 2015 sei die Nachfrage praktisch unverändert (-14 t) auf 4212 t gewesen. Die Schwäche in der ersten Jahreshälfte sei durch die Stärke im zweiten Halbjahr ausgeglichen worden.

Im vierten Quartal habe sich die Nachfrage von Zentralbanken um 33 t und als Investment um 25 t erhöht. Die Juwelierindustrie habe 6 t weniger nachgefragt, ebenso wie die Nachfrage des Technologiesektors. Das Angebot bleibe insgesamt verhalten. Die Produktion der Minen sei um die geringste Rate seit 2008 (plus 1%) gestiegen, und das Recycling von Gold sei auf langjährigen Tiefststand gefallen. Das gesamte Angebot sei um 4% auf 4258 t gesunken, den niedrigsten Stand seit 2009. Zahlreiche Goldminen würden planen, ihre Produktion zu drosseln, da die zu erzielenden Marktpreise zu niedrig seien, um die Kosten zu decken.

Die Handelsbilanz der Eurozone habe im Jahr 2015 einen Überschuss von 246 Mrd. Euro erreicht, nach 184,3 Mrd. Euro in 2014. Für das Gesamtjahr 2015 belaufe sich der Überschuss in der Leistungsbilanz auf 314 Mrd. Euro oder 3,0% des BIP nach 246 Mrd. Euro oder 2,4% des BIP in 2014. 2016 sei von einem ähnlich hohen Überschuss wie 2015 auszugehen. Die USA dagegen hätten ein chronisches Defizit von jährlich ca. USD 450 Mrd. Die Dominanz des USD werde infrage gestellt. Aus fundamentaler Sicht sei dies ein Argument für einen schwächeren USD. Doch Gold und Dollar würden meist eine inverse Korrelation zeigen. Wenn der Dollar falle, steige der Goldpreis und umgekehrt.

Die Märkte für Edelmetalle würden sich vermutlich nahe einer Trendwende befinden. Aus fundamentaler und aus markttechnischer Sicht würden eine ganze Reihe von Argumenten für höhere Preise sprechen. Für charttechnisch orientierte Investoren wäre ein Überschreiten des letzten Höchststandes von USD 1250 pro Unze ein Haussesignal. (24.02.2016/fc/a/m)


 

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