Euro etwas sicherer, Rückschlag jederzeit möglich


07.07.10 13:50
Meldung
 
München (aktiencheck.de AG) - Es ist knapp vier Wochen her, da wurde dem Euro ein Abgesang nach dem anderen zuteil, so die Analysten von UniCredit Research.


Unter großer Aufmachung hätten Medien so richtig Stimmung gegen die Währung und die bösen Spekulanten gemacht. Euro-Krise habe das Schlagwort geheißen, dem auch unsere Politiker all ihr Handeln untergeordnet hätten. Dabei seien sowohl der effektive Euro wie auch EUR/USD noch nicht einmal unter ihre langfristigen Durchschnitte gerutscht. Kaum vier Wochen später sei davon nicht mehr viel übrig geblieben. Es gebe bereits wieder Marktbeobachter, die von einem bevorstehenden Anstieg auf 1,35 reden würden.

Aus unserer Sicht war und ist beides gleichermaßen blödsinnig, so die Analysten von UniCredit Research. Eine Euro-Krise habe es nie gegeben und werde es auch nicht geben, solange Spanien keinen Sovereign-Default melde; und Charts zu bringen, die lediglich den Kursverfall seit Anfang Dezember letzten Jahres zeigen, aber nicht erklären würden, wie und warum diese Höchstkurse erreicht worden seien, habe ohnehin nur der Sensationsbereicherung gedient.

Inzwischen hätten zumindest die Politiker ihre Lektion gelernt, würden mit dem Thema Euro besonnener umgehen und würden sogar eingestehen, dass durch die Griechenland-Krise Strukturschwächen aufgedeckt worden seien, die es nun anzugehen gelte. Zur Konsolidierung des Euro hätten ebenso die EZB durch eine überzeugende Pro-Euro-Rhetorik und der gute Verlauf mehrer Auktionen von Staatsanleihen beigetragen. EUR/USD betreffend sei natürlich der jüngste Schwächeanfall des Dollars sehr hilfreich gewesen.

Der Euro sei in den letzten Wochen zweifellos ein wenig sicherer geworden, aber noch nicht endgültig aus dem Gröbsten raus. Sicherer geworden heiße, dass die Wahrscheinlichkeit auf die Erfüllung des Wunsches Millionen Deutscher, endlich wieder ihre gute alte D-Mark zurück zu bekommen, nahe Null gesunken sei. Genauso unrealistisch sei allerdings auch die Hoffnung, all jenes, was seit Jahresbeginn auf uns zugerollt sei, möge per Knopfdruck so schnell wie möglich wieder verschwinden. Budget-Konsolidierung durch drastische Sparmaßnahmen schaffe zwar Vertrauen, aber nicht auf Ewigkeit.

Genau hier liege der Hase im Pfeffer. Sofern Europa nicht weiter zusammenrücke, und dies fange im Kleinen mit der Schaffung einer Finanzaufsicht erst an, werde EUR/USD nicht dauerhaft in Bereiche um 1,50 zurückkehren - jedenfalls nicht aus eigener Stärke. Im Gegenteil, sofern Strukturmaßnahmen bereits in Ansätzen stecken bleiben würden, was gegenwärtig der Fall sei und auch Restrisiken einer Ausweitung der EWU-Sovereign-Krise nicht gänzlich auszuschließen seien, bestehe für den Euro noch immer das Risiko eines Rückfalls in die vor vier Wochen durchlebten Regionen.

Gleiches gelte selbstverständlich auch für EUR/USD, wenngleich hier die zuletzt wenig überzeugenden US-Konjunkturdaten zu einer Dollarschwächephase geführt hätten. Mit jeder enttäuschenden Zahl, wie gestern dem ISM-Service-Index, werde die Angst vor einem so genannten Double-Dip in den USA größer. Die Analysten könnten sich allerdings kaum vorstellen, dass eine Wachstumsschwäche in den USA regional begrenzt bliebe und nur gegen den Dollar spräche.

Wesentlich höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich die globalen Konjunkturperspektiven wieder deutlich eintrüben würden, die nächste Welle globaler Risikoaversion auf uns zurolle und damit der Dollar erneut von der Malaise im eigenen Land profitiere. Solange die 1,2670 bei EUR/USD nicht durchbrochen würden, könne das Währungspaar bei entsprechenden Voraussetzungen ohnehin jederzeit wieder auf 1,22 oder gar 1,20 zurückfallen. (07.07.2010/ac/a/m)


 

Kurs- und weitere Informationen zum Thema:



Aktuelle Diskussionen zum Thema:


Aktuelle Nachrichten zum Unternehmen:

Australiens Frühindikatoren steige. (21.07.10)
Thailands Handelsbilanzüberschuss. (21.07.10)
SEMI: Book-to-Bill-Ratio zieht leic. (21.07.10)
DAX, glückliches Ende (21.07.10)
Aktuell: DE Meister-BAföG 2009 (21.07.10)

Alle Nachrichten zum Unternehmen

Aktuelle Analysen zu den Unternehmen:


Weitere Meldungen
 
07.07 AL Trust Euro Renten im.
07.07 AL Trust Euro Short Ter.
07.07 AL Trust Aktien Deutschl.
07.07 Industriemetalle enttäuschen.
07.07 AL Trust Euro Relax im .
07.07 Deutsche Auftragseingänge.
07.07 Ölpreis wieder etwas unter.
07.07 Rentenmarkt Deutschland a.
07.07 Aktienmarkt dem Höhenflu.
07.07 Aktives vs. passives Anla.
07.07 US-Serviceindex enttäuscht.
07.07 Deutsche Auftragseingänge.
07.07 Euro etwas sicherer, Rück.
07.07 USD/JPY schwach
07.07 GBP/USD weiter aufwärts.
07.07 EUR/USD im Fokus
07.07 Ukraine von Fitch heraufge.
07.07 Asiatische Börsen leicht i.
07.07 US-Aktienindices schlossen.
07.07 US- und Bundesanleihen V.
07.07 Europas Bundesanleihen mo.
07.07 US-Treasuries behauptete .
07.07 Chinas Wirtschaft im Mitte.
07.07 Euro tendiert freundlich bis.
07.07 EZB Leitzins weiterhin bei.
07.07 FED kleiner Zinsschritt im .
07.07 JPY/USD zeigt weiter Stär.
07.07 EUR/USD weiterhin recht r.
07.07 Internationale Rentenmärkte.
07.07 DAX ausgeprägte, technisc.


Umfrage
 
Welche Social Networks nutzen Sie meistens?
Facebook
keine
Twitter
Xing
Linked in
Youtube
myspace
Google+
Wikipedia
andere


Stimmen: 2808 , Ergebnis
Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Analysen:
Silber: Jetzt einsteigen?
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kolumnen
Hüfners ...
Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (09:33)
Experte: Redaktion boerse-frankfurt.de, Deutsche Börse AG
Ungarn-Anleihe: Mögliche ...
Sven Krupp, (09:02)
Experte: Sven Krupp,
DAX: Weiterer ...
S. Böhm, DaxVestor (07:30)
Experte: S. Böhm, DaxVestor
US-Dollar: Vorläufiges ...
Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader (07:23)
Experte: Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader
Raiffeisen International - ...
Günther Artner, CFA - Erste Group B. (07:20)
Experte: Günther Artner, CFA - Erste Group Bank AG
Nullzins-Anleihe ...
Sabine Traub, Börse Stuttgart AG (07:08)
Experte: Sabine Traub, Börse Stuttgart AG
Bellhaven Copper & ...
Stefan Bender, silbernews (25.05.12)
Experte: Stefan Bender, silbernews
Euro-BTP-Futures: Forza ...
Dirk Friczewsky, Tradingstrategien (25.05.12)
Experte: Dirk Friczewsky, Tradingstrategien
Chartcheck Kontron ...
trading notes future, (25.05.12)
Experte: trading notes future,
Bären dämpfen DAX-...
Stephan Schneider, WGZ BANK (25.05.12)
Experte: Stephan Schneider, WGZ BANK
Dax baut Gewinne ...
IG Markets, (25.05.12)
Experte: IG Markets,
DAX gibt Gewinne vor ...
Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG (25.05.12)
Experte: Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Deutscher Schuldenschnitt - Neuer stoppt Real
Experte: Stefan Hofmann, Stock-World
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen