Europäische Nebenwerte: Viel Potenzial auf der unteren Sprosse der Börsenleiter - Fondsanalyse


05.02.16 08:45
Meldung
 
Paris (www.fondscheck.de) - Die ersten Börsenwochen im Jahr 2016 und die hohen Kursverluste lassen viele Anleger ratlos zurück, so Stéphanie Bobtcheff, Fondsmanagerin der europäischen Nebenwerte-Fonds Echiquier Agenor-Fonds (ISIN FR0010321810 / WKN A0JLZE ) und Echiquier Entrepreneurs-Fonds (ISIN FR0011558246 / WKN A12FE0 ) bei La Financière de l’Echiquier.


Der grassierenden Unsicherheit im Hinblick auf die volkswirtschaftliche Entwicklung in China und anderen Risiken stünden in Europa gesunde Unternehmensbilanzen und robuste Gewinne gegenüber. Die Situation sei verzwickt: Die fallenden Kurse seien nicht durch die fundamentalen Daten aus den Firmen gedeckt. Der DAX habe seit Jahresbeginn circa 9 Prozent verloren, MDAX und SDAX lägen bis dato bei Minus 6 bzw. minus 7,5 Prozent.

Bereits im vergangenen Jahr hätten sich Small und Mid-Caps in den turbulenten Sommermonaten sehr stabil gezeigt und dem Abwärtstrend des Marktes teilweise entziehen können. Ein wesentlicher Grund sei das geringe Exposure der kleinen und mittleren Unternehmen in Schwellenländern. Doch nicht nur die Heimatnähe sei europäischen Nebenwerten zugute gekommen, sondern auch ihre limitierte Liquidität. Aus diesem Grund gebe es nur wenige ETF-Produkte auf Small- und Mid-Caps, die bei fallenden Märkten unter Verkaufsdruck geraten und damit den Trend verstärken würden.

Sei für Anleger in der jetzigen Börsenlage also das so genannte Small- und Mid-Cap-Segment die bessere Alternative? In der Tat, europäische Small- und Mid-Caps hätten im vergangenen Jahr eine beeindruckende Performance gezeigt und die Wertentwicklung der so genannten Blue Chips in den Schatten gestellt. In einem volatilen Marktumfeld hätten europäische Standardwerte auf das Jahr gesehen zwar immerhin 9,4 Prozent zulegen können. Demgegenüber hätten Mid-Caps jedoch im Schnitt ein Plus von 17,9 Prozent und Small-Caps sogar 24,9 Prozent Wertzuwachs erreicht. Attraktive Bewertungen und starkes Wachstum bei den Gewinnen pro Aktie seien die wesentlichen Treiber gewesen.

Die Tatsache, dass Small- und Mid-Caps ihre eigene Wachstumsstory aufweisen und kaum an den Schwellenländern hängen würden, dürfte dieser Aktienkategorie auch in 2016 zugute kommen. Insbesondere die fundamentale Analysefördere vielversprechende Ergebnisse zutage: Die Gewinne pro Aktie sollten auch in 2016 nach oben zeigen und wesentlicher Kurstreiber der Nebenwerte sein. Dies wirke sich auch in fallenden Märkten wie ein Bremsschirm aus: Wenngleich sich auch Small- und Mid-Caps dem negativen Markttrend seit Jahresbeginn nicht hätten entziehen können, seien die Kursverluste weniger stark ausgefallen.

Die Experten hätten die aktuellen Korrekturen für Zukäufe genutzt, denn die Bewertungsniveaus seien attraktiv. Die Börsenbewertung einiger Firmen bewege sich nach Meinung der Experten erheblich unter dem realen, fundamentalen Wert und biete damit einiges Aufwärtspotenzial. Hier sei allerdings eine Differenzierung vorzunehmen, denn die KGVs bei Mid-Caps würden in etwa denen von Standardwerten entsprechen. Anleger könnten also die Börsenleiter noch etwas heruntersteigen und sich im Small- oder sogar Micro-CapSegment umsehen.

Hier hätten die Unternehmen mitunter eine Marktkapitalisierung von unter 150 Mio. Euro, würden jedoch erstaunliche Wachstumsraten zeigen. Das bleibe auch ausländischen Investoren nicht verborgen: Da die Aktienmärkte in Asien sowie in den USA derzeit nicht attraktiv erscheinen würden, dürften die kleinen Börsensegmente in Europa auch in diesem Jahr Investorengelder aus verschiedenen Regionen der Welt anziehen. Insbesondere Private Equity-Fonds aus den USA würden wohl ihre hiesige Einkaufstour aus dem vergangenen Jahr - mit einem starken US-Dollar im Rücken - fortsetzen.

Das Hauptrisiko für die kleineren Börsensegmente werde in den nächsten Monaten allerdings die Liquidität sein, falls die Märkte in Panik geraten sollten oder anhaltend hoher Verkaufsdruck bestehe. Daher würden die Experten nur in Werte mit angemessener Visibilität und Handelsumsatz investieren. Zudem sei für sie eine Cash-Quote von 10 bis 15 Prozent derzeit ein angemessener Puffer.

Neben einer breiten Sektordiversifikation und dem klaren Fokus auf Wachstumswerte würden die Experten disruptive Branchen favorisieren, die mit innovativen Technologien oder Produkten ganz neue Wachstumschancen eröffnen würden. Derartige selbstgetriebene Wachstumsstorys würden sich derzeit im Online-Handel oder im Online-Banking finden lassen. Dementsprechend würden den Experten Wachstumsunternehmen wie Asos, der europäische OnlineMarktführer für Modeartikel, oder die auf Immobiliendarlehen spezialisierte Bank Virgin Money gefallen.

Im Vergleich der europäischen Länder gelte: Deutschland sei vor allem im Mid-Cap-Bereich sehr industriell geprägt. Hier sehe man jedoch aktuell keine Dynamik. Daher sollten Anleger auch andere Länder Europas wie beispielsweise das Vereinigte Königreich, Frankreich oder Schweden in Betracht ziehen. Für den auf Mid-Caps ausgerichteten Echiquier Agenor habe die Experten dennoch das deutsche Unternehmen Sartorius AG überzeugt. Der internationale Pharma- und Laborzulieferer mache mit 4,3 Prozent eine der größten Positionen im Portfolio aus und habe vor kurzem sehr solide Unternehmensergebnisse mit einem starken organischen Wachstum und guten Prognosen bis 2020 präsentiert.

Im auf kleine Werte spezialisierten Echiquier Entrepreneurs zähle der französische Energieanbieter Direct Energy zu den Favoriten. Das Unternehmen sei der wichtigste neue Herausforderer am französischen Energiemarkt und profitiere enorm von der jüngsten Wettbewerbsöffnung des Marktes. In Deutschland sehe man außerdem eine gute Perspektive für den Ticketanbieter CTS Eventim oder SLM Solutions, einem hochspezialisierten Unternehmen für metallbasierte 3D-Drucktechnologien.

Trotz der aktuellen Turbulenzen sei das Segment der Micro- und Small-Caps Inkubator für alle größeren Börsensegmente. Viele kleinere Unternehmen würden durch langjähriges Wachstum der Marktkapitalisierung zu Mid- oder Large-Caps. Für Anleger biete diese Entwicklungsperspektive eine interessante Diversifikation ihres Portfolios - gerade auf lange Sicht. Das aktuelle Umfeld könne daher auch als Chance für den Einstieg oder Nachkauf im Bereich Nebenwerte gesehen werden. (Analyse vom 04.02.2016) (05.02.2016/fc/a/f)


 

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