Eurozone wächst trotz Spannungen in Spanien und geringer Dynamik in Großbritannien


23.10.17 08:50
Meldung
 
Paris (www.fondscheck.de) - Die wirtschaftlichen Aussichten für die Eurozone haben sich im September deutlich verbessert, so Philippe Waechter, Chefvolkswirt bei Natixis Asset Management.


Der synthetische Index, ein gewichteter Durchschnitt aus den Indices für das Verarbeitende Gewerbe und dem Dienstleistungssektor, befinde sich auf dem höchsten Stand seit April 2011. Dies spreche dafür, dass das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte 2017 relativ hoch ausfallen werde. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe stehe so hoch wie zuletzt im Februar 2011 und der Index für den Dienstleistungssektor bewege sich in der Nähe der Höchststände vom Anfang dieses Jahres. Wachstum und Beschäftigung würden nach oben zeigen. Es sei Zeit, dass die Eurozone die Bedingungen für eine langfristige, nachhaltige Wachstumsstrategie schaffe. Dazu müssten in den einzelnen Ländern und bei den europäischen Institutionen Strukturreformen durchgeführt werden.

Die französische Wirtschaft nähere sich von ihrer Dynamik her der deutschen Wirtschaft an und gebe damit der Eurozone einen Schub. Auch Spanien trage wesentlich zu der positiven Entwicklung bei. Italien habe Schwierigkeiten, mit den anderen drei Ländern Schritt zu halten, insbesondere im Dienstleistungssektor.

Die Frage, wie es in Spanien weitergehe, sei wichtig: Das Land habe seit 2014 entscheidend zum Wachstum der Eurozone beigetragen, doch interne Schwierigkeiten nach dem Referendum in Katalonien könnten zu einem weniger homogenen Trend in Spanien und damit zu schlechteren Aussichten für die Eurozone führen. Momentan sei die Unsicherheit sehr hoch. Großbritannien profitiere nicht von den Impulsen der Eurozone. Die Experten würden seit Mitte 2017 eine Divergenz zwischen der Eurozone und Großbritannien beobachten, was auf die Unsicherheit durch den Brexit zurückzuführen sei.

Die Erholung im Welthandel dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Die parallele Entwicklung des Welthandels und des Markit-Index lege dies nahe. Der hohe Stand des Index für das Verarbeitende Gewerbe korreliere mit einem stärkeren Welthandel. Die Markit-Zahlen würden für alle Regionen der Welt auf eine positive Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe hindeuten. Dies wirke als Unterstützung für ein ausgeglichenes Wachstum auf globaler Ebene. Ein höherer Markit-Index werde den Handel und damit das weltweite Wirtschaftswachstum stärken.

Die Eurozone befinde sich noch in der Aufholphase mit einer hohen Dynamik beim Auftragseingang und der Beschäftigung. Der Konjunkturzyklus sei günstig und es gebe Gründe zum Optimismus.

In den USA sei die Situation nach den Hurrikans komplizierter. In Japan sei die Situation stabil. Die Indices für die Schwellenländer seien robust und die Lage sei günstig: Wachstum in den Industrieländern, höhere Rohstoffpreise, stabiles Wachstum in China und gute Finanzierungsbedingungen würden positive Signale senden. (Ausgabe vom 20.10.2017) (23.10.2017/fc/a/m)


 

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