Fonds mit Währungsabsicherung im Fokus


29.05.20 10:00
Meldung
 
Berlin (www.fondscheck.de) - Besonders in Krisenzeiten und seit Einführung des Euro (Januar 2002) stellen sich viele Anleger immer wieder die Frage, ob nicht ein Teil der Ersparnisse in anderen Währungen angelegt werden sollte, so die Experten der F&V Fondscenter AG.


Häufig würden auch deutlich höhere Zinsen locken, die man in einer Fremdwährung erzielen könne. Bei der Suche nach einer Antwort sollten mehrere Fälle unterschieden werden.

Wer zu einem späteren Zeitpunkt einen relativ genau feststehenden Betrag in einer Fremdwährung ausgeben möchte, könne sich immer überlegen, ob der Währungstausch schon vorab geschehen solle. Das gebe Planungssicherheit, weil damit die Euro-Kosten sofort feststünden. Ob der frühe Tausch ein Vor- oder Nachteil sei, entscheide sich aber erst, wenn das Geld tatsächlich ausgegeben werde, weil der Wechselkurs bis dahin steigen oder fallen könne.

Wer Geld in einer Fremdwährung anlegen möchte, weil der Euro gemieden werden solle oder weil höhere Zinsen geboten würden, sollte bedenken, dass die Entwicklung von Währungskursen kaum vorherzusagen sei. Der Euro könne in seiner derzeitigen Form noch Jahrzehnte bestehen und theoretisch auch gegenüber allen anderen praktikablen Währungen aufwerten. Jede dieser Geldanlagen könne mit einem Verlust enden und sei Spekulation, zu der die Experten der F&V Fondscenter AG nicht raten würden.

Es gebe eine Vielzahl von Fonds, die (trotzdem) genau aus diesem Geschäftsfeld Erträge erwirtschaften möchten. Wer noch nichts von diesen Fonds gehört habe, habe das einen guten Grund: Sie seien bisher ziemlich erfolglos gewesen, die meisten würden mehr oder weniger permanent Verluste produzieren. Der Beste habe über die letzten zehn Jahre insgesamt 9,4% geschafft und habe dabei diverse Zeiträume mit Verlusten von bis zu etwa 5% gehabt. Jeder durchschnittliche Rentenfonds wäre die bessere Wahl gewesen und es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich dies künftig ändere. Man sollte also die feste Überzeugung mitbringen, dass man es besser als diese Profis könne. Wir glauben nicht, dass wir es besser können, und lassen es deshalb, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Unter den Rentenfonds, die die Experten der F&V Fondscenter AG empfehlen würden, gebe es diverse Fonds, die ursprünglich in einer Fremdwährung aufgelegt seien, in den konkreten Fällen immer in US-Dollar. Deswegen und um den Text verständlicher zu halten, würden sich die Experten im Folgenden auf diese Währung konzentrieren. Die Manager dieser Fonds würden also versuchen, auf Basis des US-Dollar das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In Zeiten, in denen der US-Dollar gegenüber dem Euro gewinne, erziele der Euro-Anleger dann neben den Fondserträgen noch Währungsgewinne, aber eben auch Währungsverluste, wenn der Dollar verliere. In größerem Umfang sei das zuletzt von 2001 bis 2008 der Fall gewesen, als der Dollar fast 50% gegenüber dem Euro verloren habe.

Insgesamt führe diese Währungskomponente umgerechnet in Euro zu relativ hohen Kursschwankungen. Und die würden aus Sicht der Experten der F&V Fondscenter AG nicht zu Rentenfonds passen. Deswegen hätten sie diese Fonds aktiv immer nur angeboten, wenn es sie auch in einer Tranche gebe, die den US-Dollar konsequent gegenüber dem Euro absichere. Diese Absicherung habe sogar Zusatzerträge gebracht, solange die Zinsen im Euro höher gelegen hätten als im US-Dollar und sei natürlich toll, wenn die abgesicherte Währung tatsächlich verliere.

Seit einigen Jahren koste diese Absicherung allerdings Geld, weil die Zinsen im Euro niedriger seien als im US-Dollar. Und zusätzlich habe man von der Aufwertung des US-Dollar nicht profitieren können. Das sind die wesentlichen Gründe (es gibt aber noch andere), warum ein Rentenfonds (ISIN LU0294221097 / WKN A0MNNP)), der in vielen Depots unserer Kunden zu finden ist, in den letzten Jahren relativ schlecht abgeschnitten hat, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Mit Währungsabsicherung habe der Fonds seit seiner Auflegung im Jahr 2007 etwa 61% geschafft (und damit 30% mehr als der Durchschnitt seiner Kategorie). Ohne Währungsabsicherung habe er sogar 131% erreicht.

Weil (natürlich) viele Anleger mit dem Ergebnis der abgesicherten Tranche in den letzten Jahren nicht zufrieden seien, seien an dieser Stelle die wesentlichen Alternativen genannt:

A. In eine Tranche ohne Währungsabsicherung (es gebe mehrere) tauschen. Das ist nicht unsere Empfehlung, weil die Kursschwankungen noch höher ausfallen, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Das Thema betrifft unter den Rentenfonds, die unsere Kunden nutzen, auch den JPM Global Bond Opportunities (ISIN LU0890597635 / WKN A1KC0A ), so die Experten der F&V Fondscenter AG. Und sollte der Dollar wieder einmal deutlich gegenüber dem Euro verlieren, sei die abgesicherte Tranche nicht nur schwankungsärmer (wie immer) sondern auch wieder besser.

B. In einen anderen Fonds tauschen, der auf den Euro orientiert sei und Fremdwährungen sowohl absichern als auch nutzen könne (ISIN LU1481583711 / WKN A2AQKG) oder der StarCapital Argos (ISIN LU0137341789 / WKN 805785 )). Der Jupiter Dynamic Bond (ISIN LU0459992896 / WKN A0YC40 ) sichere zum Teil ab und wäre deshalb eine "Kann-Entscheidung".

Eine "Kann-Entscheidung" liege inzwischen auch bei den US-Dollar-Mischfonds nahe, die die Experten der F&V Fondscenter AG in erster Linie wegen besonderer Defensiv-Qualitäten oder wegen ihrer relativ geringen Aktienquote empfehlen würden. Auf der einen Seite gehe ohne die Währungsabsicherung eine kurzfristig- konservative Komponente verloren.

Auf der anderen Seite könnte man auch argumentieren, dass diese Fonds wegen der fehlenden Zinsen inzwischen ohnehin nur noch für eine längerfristige Anlageplanung geeignet seien und kurzfristige Währungsschwankungen deshalb uninteressant seien, insbesondere wenn die Absicherung relativ viel Geld koste. Auch wenn die Kosten der Absicherung zuletzt wieder gesunken seien, weil die Zinsen in den USA gesenkt worden seien und damit die Zinsdifferenz zum Euro geringer geworden sei, würden die Experten der F&V Fondscenter AG derzeit davon ausgehen, das auch künftig Kosten für die Währungsabsicherung anfallen würden.

Der für unsere Kunden wichtigste betroffene Fonds ist der MFS Prudent Wealth (ISIN LU0337786437 / WKN A0NAAQ ), wobei wir einen Fondswechsel auch organisatorisch nicht ohne weiteres empfehlen können, weil der Fonds eigentlich für Neuanleger geschlossen ist, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Man könne nur (in der vorhandenen Tranche) nachkaufen, aber keine Anteile einer anderen Tranche erwerben. Es lasse sich "gelegentlich" trotzdem "Einiges" regeln. Da sich die Ausnahmeregelungen kurzfristig ändern könnten, sollten Anleger vor einem geplanten Wechsel die Details mit den Experten besprechen.

Der Fonds habe seit Auflegung vor etwas mehr als sieben Jahren mit Währungsabsicherung 42% geschafft, ohne Absicherung 91%. In einer Phase von Dezember 2016 bis Januar 2018, als der Dollar gegenüber dem Euro verloren habe, habe das allerdings ganz anders ausgesehen.

Ein weiterer Fonds, in den einige unserer Kunden investiert sind und bei dem man über einen Tausch in eine Tranche ohne Absicherung nachdenken kann, ist BlackRock Global Allocation (ISIN LU0171283459 / WKN A0BL2G ), so die Experten der F&V Fondscenter AG. Der Fonds setze ohnehin keine besondere Priorität auf geringe Kursschwankungen.

Aktienfonds mit Währungsabsicherung hätten die Experten der F&V Fondscenter AG noch nie empfohlen. Bei Aktienfonds müsse man in jedem Fall hohe Kursschwankungen ertragen können. Die zusätzliche Währungskomponente mache dann "den Kohl nicht fett". Denn anders als bei Zinsanlagen, bei denen (sofern man sich im Bereich der Fremdwährungen bewege) der Wert der Zinszahlungen und der Rückzahlung entscheidend vom Wechselkurs abhänge, seien Aktien (wie Immobilien) Sachwerte. Für sie bzw. die jeweiligen Unternehmen seien Währungsverhältnisse nur eine von vielen Rahmenbedingungen, die zudem auch noch miteinander in Wechselwirkung stünden.

So hätten Aktien aus einem tendenziell schwachen Währungsraum eher eine besonders gute Wertentwicklung, weil die dort ansässigen Firmen durch eine schwache Währung Wettbewerbsvorteile gewinnen würden. Einfach ausgedrückt könne beispielsweise ein steigender US-Dollar-Kurs - und damit umgekehrt ein schwächerer Euro - für ein heimisches, exportorientiertes Unternehmen ein Vorteil sein, weil er dem Unternehmen beim Absatz seiner Produkte an den Weltmärkten zusätzliche Währungsgewinne beschere (der US-Dollar sei die Welt-Handelswährung). Oder aber das Unternehmen könne seine Preise (in US-Dollar) senken und dadurch Marktanteile gewinnen, ohne dass dies (wegen des gestiegenen US- Dollar) zulasten der Gewinne gehe.

Umgekehrt würde das genauso funktionieren, und was aus der Sicht eines Euro-Investors ein Währungsverlust sei, wäre aus Sicht eines (exportorientierten) US-Unternehmens ein günstigeres Währungsumfeld, das die Unternehmensgewinne und den Aktienkurs unterstütze.

Der langfristige Vorteil einer Währungsabsicherung bei Aktienanlagen (vor allem bei globalen Aktienanlagen) sei daher fraglich, koste Geld und damit Rendite.

Trotzdem gebe es auch Aktienfonds, die eine solche Währungsabsicherung bieten würden. Sie würden in erster Linie von Profis genutzt, die im Gesamtportfolio ihre eigene Währungsstrategie umsetzen möchten. (Ausgabe 3/2020) (29.05.2020/fc/a/f)


 

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