HSBC GIF Indian Equity im Fokus


10.02.12 13:34
Meldung
 
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Viele Anleger sind froh darüber, dass das Jahr 2011 abgeschlossen ist, so Sanjiv Duggal, Manager des HSBC GIF Indian Equity (ISIN LU0066902890 / WKN 974873 ).


Es sei insgesamt ein sehr schwieriges Jahr gewesen - das zunächst äußerst schnell viel Gutes versprochen und dann doch enttäuscht habe. Das gelte insbesondere für den indischen Markt. Die Indische Rupie habe 18,7 Prozent gegenüber dem USD verloren. Diese Währungsschwäche habe insbesondere für ausländische Investoren den ohnehin massiven Marktabschwung verschärft: Auf USD-Basis habe der S&P IFCI India Investable Index 37,3 Prozent verloren. Die Marktschwäche sei vor allem auf die politische Passivität, teuer verharrende Ölpreise sowie den mageren weltweiten Risikoappetit der Anleger aufgrund der europäischen Schuldenkrise zurückzuführen.

Der HSBC GIF Indian Equity Fonds habe schlechter abgeschnitten als seine Benchmark. So seien die Experten in zyklischen Werten übergewichtet geblieben, da sie attraktiv bepreist gewesen seien und zukünftig Profitabilität versprechen würden - insbesondere in Hinblick auf den langfristig anhaltenden Wachstumstrend für Indien. Sie seien untergewichtet in defensiven Sektoren wie Basiskonsumgüter gewesen, die bereits sehr teuer bepreist gewesen seien. Im dritten und vierten Quartal sei der Fonds unter der Annahme positioniert worden, dass die Leitzinsen ihren Höchststand erreichen würden und sollte von einer geldpolitischen Lockerung profitieren. Nach Einschätzung der Experten werde die Inflation 2012 drastisch abnehmen - um etwa die Hälfte, gemessen an den Höchstständen 2011. Bereits in den letzten Monaten seien die Lebensmittelpreise stark zurückgegangen. Der Fonds habe bereits im Januar von dieser Entwicklung profitiert.

Der S&P IFCI India Investable-Index habe die magere Performance des letzten Jahres umgekehrt und auf USD-Basis um 20,6 Prozent zugelegt. Auch die Indische Rupie habe eine Wende vollzogen und im Gegensatz zum USD um 6,8 Prozent aufgewertet. Diese positiven Entwicklungen seien möglich gewesen, da sich das extrem negative Marktsentiment normalisiert habe, die Inflation stark abgenommen habe, die Mindestreservequote der Zentralbank überraschend stark gekürzt worden sei - und auch die Industrieproduktion deutlich zugelegt habe. Zudem werde erwartet, dass die regierende Kongresspartei aus den im März endenden Regionalwahlen im Bundesstaat Uttar Pradesh gestärkt hervorgehen werde.

Die Experten würden an ihrer Ansicht festhalten, dass die Inflation ihr Maximum von zehn Prozent 2011 in diesem Jahr um die Hälfte reduzieren werde. Die letzten verfügbaren Zahlen würden diese Prognose stützen. So habe die Inflation im Dezember auf Jahressicht um 7,47 Prozent abgenommen. Im Hinblick auf das abnehmende Bruttoinlandsprodukt habe sich der Fokus der Regierung und der Zentralbank mehr in Richtung Wachstum verschoben. So sei die Reservequote der Zentralbank im Januar bereits um 50 Basispunkte gesunken.

Weitere Maßnahmen zur Liquiditätssteigerung seien bereits eingeleitet worden. Deshalb würden die Experten eine weitere geldpolitische Lockerung im Laufe des Jahres erwarten. Sie würden weiterhin heimische zyklische Werte auf Kosten heimischer defensiver und globaler Sektoren bevorzugen - ungeachtet ihrer starken Rally im Januar.

Im ersten Quartal stünden einige wichtige Regionalwahlen an. Insbesondere die Ergebnisse der Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Uttar Pradesh würden große Beachtung finden. Falls die Kongresspartei signifikant besser abschneide, könnte dies eine mögliche Verschiebung der innerparteilichen Führungsrollen bedeuten. Dies würde vom Markt positiv aufgenommen werden. Falls die Samajwadi Partei besser abschneide, könnte sie in Uttar Pradesh mit Unterstützung der Kongresspartei eine Regierung bilden. So könnte die Kongresspartei ein oder zwei weniger reformfreudige Koalitionspartner außen vor lassen, um im Parlament auf die Unterstützung der Samajwadi Partei zu setzen.

Die Experten würden erwarten, dass sich die Regierung nach den Wahlen handlungsfreudiger zeige und wichtige Projekte auf den Weg bringe. Bereits seit Januar erlaube die indische Regierung ausländischen Investoren eine 100-prozentige Beteiligung im Single Brand Retail: Ausländische Unternehmen dürften in Markengeschäften ihre eigenen Produkte an den Endverbraucher verkaufen, ohne einen indischen Geschäftspartner einzubringen. Zudem dürften ausländische Investoren nun auch Aktien direkt an den indischen Börsen erwerben.

Die Bewertungen hätten nach der Januar-Rally in Höhe von zehn Prozent nachgelassen, würden aber dennoch attraktiv bleiben. Das Marktsentiment gegenüber Indien habe sich normalisiert. Zudem hätten die ausländischen Zuflüsse deutlich zugenommen, da Fonds möglichst schnell den eingegangenen Untergewichtungen und Short-Positionen hätten gegensteuern wollen.

In Hinblick auf heimische Sektoren würden die Experten übergewichtet in zyklischen, auch zinssensitiven Titeln bleiben, während sie weiterhin in defensiven Werten wie Basiskonsumgüter, Telekommunikation und Versorgung untergewichtet bleiben würden. Auf globaler Ebene würden sie übergewichtet in Gesundheits- und Baustoffwerten und untergewichtet in Informationstechnologie- und Energietiteln bleiben. Bezüglich der Währungsposition würden sie dem langfristigen Trend folgen: Die Indische Rupie werde ihren Schätzungen zufolge bis 2020 aufwerten - ähnlich wie alle Währungen der großen, wachsenden Schwellenländer in den vergangenen Jahrzehnten.

Mit Rückblick auf die starke Abwertung der Indischen Rupie 2011 und die Tiefstände am Ende des Jahres sollte die Währung zukünftig wieder aufwerten. Prognosen für den Devisenhandel seien auf kurze Sicht schwierig. Zudem beinhalte die indische Währung Risiken und könnte sich in Anbetracht der Ölpreis- und Goldpreisentwicklung als volatil erweisen. Schließlich sei Indien ein großer Nettoimporteur von Öl und einer der wichtigsten Goldmärkte weltweit. Zudem stelle die Schuldentilgung indischer Unternehmen einen weiteren wichtigen Aspekt für den Devisenhandel dar.

Indiens größter Autohersteller, Maruti Suzuki, verkaufe rund die Hälfte aller Autos in Indien. Die Zinskürzungen würden die Nachfrage nach Autos weiter steigern, da mehr als zwei Drittel aller Automobilkäufe in Indien über Kredite finanziert würden. HCL Technologies sei der bevorzugte Anbieter von Informationstechnologien - mit vergleichsweise überdurchschnittlichen Ertragszuwächsen und einer attraktiven Bepreisung.

Als Energietitel biete sich Cairn Energy an. Das Unternehmen vollziehe aktuell einen strukturellen Umbau. Nach Zahlung einer Sonderdividende im Februar sollte sich der Aktienbestand anders darstellen. Die größte Einheit Cairn India bleibe der bevorzugte Öltitel in Indien, da sie in Privatbesitz sei und keiner Preisregulierung seitens der Regierung unterliege. Die State Bank of India als größte Bank Indiens sollte von der Zinskürzung und weiteren geldpolitischen Lockerungen in diesem Jahr profitieren. (10.02.2012/fc/a/f)


 

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