JB Japan Stock Fund: Robotik-Trend - Attraktive Aussichten bei Aktien-Investments in Japan - Fondsanalyse


14.03.16 13:13
Meldung
 
Berlin (www.fondscheck.de) - Seit dem Sommer-Hoch im August des vergangenen Jahres entwickelte sich der japanische Aktienmarkt äußerst wechselhaft, so die Experten von GAM im Kommentar zum JB Japan Stock Fund (ISIN LU0044849320 / WKN 972686 ).


Insgesamt sei der Tokio Stock Price Index (Topix) in diesem Zeitraum knapp 20 Prozent gesunken. In den ersten Wochen des Jahres 2016 seien die Kursrückgänge besonders stark gewesen: Die Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten hätten die Kurswerte an der Tokioter Börse weiter heruntergezogen. Die gestiegene Nachfrage nach japanischen Anleihen habe ihre Renditen sinken lassen und der starke Yen habe die japanischen Exporte verteuert - das alles habe sich auch negativ auf die dortigen Aktienwerte ausgewirkt.

"Das negative Sentiment bezüglich Japan, das sich auch im jüngsten Kursverfall zeigt, halten wir allerdings für übertrieben", so Ernst Glanzmann, Lead Manager des JB Japan Stock Fund. Seine Co-Fondsmanagerin Reiko Mito ergänze, dass sich ein genauerer Blick auf den japanischen Aktienmarkt derzeit durchaus lohne. "Ausgewählte Firmen sind weiterhin in der Lage, überdurchschnittliche Wachstumsraten zu erzielen", sage sie. Dies treffe vor allem auf Unternehmen im Bereich der Roboter-Technologie und der Automationstechnik zu.

Das globale Wachstumspotenzial der Roboter-Industrie bleibe dabei weiterhin eher unterschätzt, obwohl einzelne Prognosen von ungefähr zehn Prozent Wachstum pro Jahr ausgehen würden. "Unternehmensaktien aus der Roboter-Branche haben auf lange Sicht das Potenzial, höhere Renditen als der Gesamtmarkt abzuwerfen", sage Glanzmann.

Das größte Wachstumsfeld für Roboter seien nach Ansicht von Mito die Schwellenländer: "Während in entwickelten Industriestaaten wie Südkorea, Japan und Deutschland in der industriellen Produktion Roboter bereits jetzt weit verbreitet sind, gibt es in China noch viel Potenzial". Das würden auch die Zahlen verdeutlichen: Auf 10.000 in der Industrie eingesetzte Arbeiter würden in China gerade einmal 36 Roboter kommen, in Südkorea seien es knappe 500 Roboter.

Die weltweit wichtigste Robotik-Sparte seien Industrieroboter, die etwa bei der Produktion von Autos, Elektroartikeln oder Lebensmitteln eingesetzt würden. Japan nehme hier im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Ein zentrales Investmentmotiv der Fondsmanager für 2016 seien daher Aktien japanischer Roboter-Produzenten und Entwickler. "Die Wachstumsrate bei japanischen Robotik-Unternehmen lag in den letzten zehn Jahren bei etwa fünf bis sechs Prozent pro Jahr", so Glanzmann. Dieses Niveau gelte es nun gegen die globale Konkurrenz zu behaupten.

Technologische Innovationen "Made in Japan" würden dabei zu immer neuen Entwicklungssprüngen führen: "Sensoren werden zunehmend leistungsfähiger und Mikroprozessoren stetig schneller. Hinzu kommt die ständig wachsende Kapazität bei der Datenübertragung. Insgesamt sind Roboter daher immer effektiver und kostengünstiger geworden", erkläre Glanzmann.

So stamme beispielsweise eine der neuesten Entwicklungen vom japanischen Hersteller Fanuc. Der Global Player habe zuletzt Industrieroboter entwickelt, die zu eigenständigem maschinellen Lernen fähig seien. Die Roboter würden mithilfe von Algorithmen in Datenmengen Muster erkennen und sich entsprechend verhalten. Auf diese Weise könnten industrielle Produktionsprozesse um bis zu zehn Prozent effektiver werden. "Roboter werden aber menschliche Arbeitskräfte in den kommenden Jahren nicht ersetzen. Der Effizienzgewinn bedeutet nicht, dass Arbeitsplätze verloren gehen", sage Mito.

Industrieroboter seien aus der heutigen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie in den Medien selten vorkämen. Dort werde eher prominent über menschlich-anmutende Service Roboter berichtet, die etwa in der Unterhaltungsindustrie, der Logistik oder im Gesundheitssektor bei der Altenpflege eingesetzt werden könnten. "Aber in diesem Bereich sind die Forschungs- und Entwicklungskosten sehr hoch, die Produktionszahlen hingegen relativ gering. Profitable Unternehmen, die für Investments interessant sind, gibt es in dieser Sparte kaum", sage Glanzmann.

Ein weiteres Thema, das künftig immer wichtiger werde, seien selbstfahrende Kraftfahrzeuge. Die japanische Regierung stelle hierfür inzwischen Fördergelder für Entwickler und Produzenten bereit. Erklärtes Ziel dieser Maßnahme sei es, dass in Tokio bis zu den Olympischen Spielen im Jahre 2020 in einem Stadtbezirk nur noch selbstfahrende Autos über die Straßen rollen würden. Dadurch solle der Weltöffentlichkeit Japans fortschrittliche Technologie präsentiert werden.

"Trotz der staatlichen Finanzspritzen gehe ich aber davon aus, dass wirkliche Innovation nur aus dem privaten Sektor kommen wird", sage Mito. Aktien von Unternehmen, die Robotertechnologie und autonomes Fahren weiterentwickeln würden, würden Investoren die Möglichkeit bieten, am Wachstum dieser zukunftsrelevanten Bereiche teilzuhaben. "Denn eine Zukunft ohne Roboter ist schlichtweg nicht denkbar", so Glanzmann. (14.03.2016/fc/a/f)


 

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