JPY/USD zeigt weiter Stärke


07.07.10 11:19
Meldung
 
Hannover (aktiencheck.de AG) - Der Aufwärtstrend des JPY scheint ungebrochen und 90 JPY pro USD sind in weite Ferne gerückt, so die Analysten der Nord LB.


Es sei gut möglich, dass diese Woche noch die Marke von 87 JPY pro USD unterschritten werde. Verantwortlich für den starken JPY seien vermehrte Zeichen, dass die Konjunktur in Asien, insbesondere in China und Indien, an Schwung verliere. Dies führe zu einer weiteren Flucht von Investoren in den "sicheren" JPY-Hafen. Die anstehenden Zahlen aus Japan könnten den Trend noch weiter verstärken.

Der Tankan-Index für das zweite Quartal 2010 sei mit einem Indexwert von Eins überraschend positiv ausgefallen. Erstmals gebe es mehr Optimisten als Pessimisten unter den Großproduzenten, sie würden wieder mehr investieren und Arbeitsplätze aufbauen wollen, was eine gute Nachricht wäre, wenn da nicht mehrere Indikatoren das positive Bild deutlich eingetrübt hätten. So habe die Arbeitslosenquote zugenommen, die Einzelhandelsumsätze seien schwach ausgefallen, die Barlöhne seien erneut gesunken und die Exporte seien zwar im Jahresvergleich gestiegen, aber im Monatsvergleich den zweiten Monat in Folge gesunken. Diese Ereignisse hätten den positiven Impuls des stärkeren Tankan mehr als zunichte gemacht.

Die Zahlen würden auch verdeutlichen, dass die Deflation präsenter sei, als der Regierung lieb sein könne. Zudem scheine die Dynamik der Exporte nicht ausgereicht zu haben, die Binnennachfrage ausreichend zu stimulieren. Der aktuell starke JPY werde die Stimmung in der Exportindustrie nun weiter eintrüben, denn er bedeute weniger Gewinn und weniger Exporte. Schon würden wieder Stimmen laut, dass interveniert werden solle.

Unter der aktuellen Führung der Bank of Japan und unter dem aktuellen Premier halte man eine solche Reaktion für unwahrscheinlich. Die Regierung habe ihr Konjunkturpulver weitestgehend verschossen und fange an, zu sparen. Dies könnte sich als weiteres Gift für die Konjunktur Japans erweisen. Allerdings seien die Schulden natürlich auch ein - gerade ob der Situation in Europa - wichtiges Thema. Ein Dilemma, in das sich die japanischen Regierungen seit den neunziger Jahren hineinmanövriert hätten.

Auf dem Kalender der japanischen Wirtschaft stünden morgen die Kreditvergabe der Banken im Juni, Maschinenbauaufträge für Mai bzw. Werkzeugmaschinenbauaufträge für Juni, die Handelsbilanz und der Eco-Watchers-Index für Juni. Am kommenden Dienstag werde das Verbrauchervertrauen der japanischen Haushalte veröffentlicht. Man erwarte von diesen Zahlen eher einen negativen Impuls auf den USD/JPY-Kurs. (07.07.2010/ac/a/m)


 

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