Jupiter Global Emerging Markets-Fonds: Anhaltendes Wachstum in Asiens Schwellenländern? Fondsanalyse


13.04.18 15:30
Meldung
 
London (www.fondscheck.de) - Es besteht Einigkeit darüber, dass die Wachstumsaussichten für die asiatischen Schwellenländer positiv sind und dies wohl auch in den kommenden Jahren dank unerwartet hoher Zuwächse in China, Korea und den ASEAN-Ländern so bleiben wird, so Alejandro Arevalo, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond SICAV (ISIN LU1551065813 / WKN A2DK0F ) und des Jupiter Global Emerging Markets Short Duration Bond SICAV (ISIN LU1640602840 / WKN A2DT7W ) bei Jupiter Asset Management.


Institutionen wie der Internationale Währungsfonds und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hätten ihre Prognosen sogar weiter nach oben korrigiert (+1 Prozent). Sie würden mittlerweile übereinstimmend davon ausgehen, dass die Region von 2018 bis 2022 mit einer stabilen jährlichen Rate von 6,3 bis 6,5 Prozent wachsen werde.

Aus Sicht der Experten Jupiter Asset Management gibt es verschiedene Gründe davon überzeugt zu sein, dass die Region wirtschaftlich stark und widerstandsfähig bleibt. Erstens habe die Industrieproduktion zuletzt deutlich zugelegt und sei dabei von einer stärkeren internen sowie externen Nachfrage begleitet worden. Zweitens komme Südostasien gerade in den Genuss hoher privater Binnenausgaben und eines Infrastrukturausbaus. Drittens dürfte die Wirtschaftsleistung in Indien wieder anziehen. In vielen Ländern der Region würden die Notenbanken zudem dank milder Inflationsbedingungen eine unverändert expansive Geldpolitik betreiben, auch wenn jüngsten Daten zufolge die steigenden Nahrungsmittelpreise erste Auswirkungen zeigen würden.

Gefährdet sehen die Experten Jupiter Asset Management die regionale Wachstumsstory vor allem durch eine steigende Verschuldung im Privatsektor, die derzeitigen weltweiten Bestrebungen Handelsbarrieren zu errichten anstatt sie abzubauen, regionale ins Stocken geratene Handelsabkommen sowie den Trend zu steigenden Zinsen in einigen der wichtigsten Industrieländer der Welt.

Ein weiterer Grund zur Sorge seien die höheren Ölpreise. In der Vergangenheit hätten sich diese stets negativ auf die Staatsfinanzen einiger asiatischer Länder ausgewirkt, die aus politischen Gründen nicht in der Lage gewesen seien, Preiserhöhungen weiterzugeben. Zuletzt konnten wir aber einige positive Entwicklungen in Ländern wie Indien, Indonesien und Malaysia beobachten, wo diese Subventionen inzwischen eingestellt wurden und die Benzinpreise nun folglich die globale Preisentwicklung widerspiegeln, so die Experten Jupiter Asset Management.

Die drei Länder, die die Experten Jupiter Asset Management in ihren Portfolios zurzeit bevorzugen, sind China, Indien und Indonesien.

Die Experten würden eine moderate und überschaubare Verlangsamung des gesamten chinesischen Wirtschaftswachstums erwarten, da die Kredit- und Immobilienmärkte in China weniger dramatisch abkühlen würden als zunächst angenommen. Premierminister Li Keqiang habe auf dem diesjährigen Nationalen Volkskongress ein Wachstumsziel von rund 6,5 Prozent für 2018 verkündet. Angesichts des politischen Kapitals, das in den letzten fünf Jahren habe angesammelt werden können, sei die chinesische Führung außerdem in einer guten Position, weitere Strukturreformen durchzusetzen. Im vergangenen Jahr sei für Präsident Xi Jinping das harte Durchgreifen gegen Finanzkorruption eine der wichtigsten politischen Prioritäten gewesen. Sollten die Anti-Korruptionsmaßnahmen in diesem Jahr verschärft werden, könnte sich das Kreditwachstum am Ende deutlich verlangsamen oder es zu einem ungeordneten Kreditabbau an den Finanzmärkten kommen.

Die leicht höhere Verbraucherpreisinflation werde sich positiv auf die Märkte auswirken, da sie zum einen Deflationssorgen dämpfe und zum anderen das Vertrauen in die Wirtschaft stärken dürfte. Inflationserwartungen von 2,3 bis 2,5 Prozent in diesem Jahr würden nach Erachten der Experten jedoch nicht ausreichen, um Chinas Regierung zu einem aggressiven Vorstoß in Richtung Krediteindämmung und Zinserhöhung zu bewegen.

Am 1. März habe die US-Regierung von Präsident Trump angekündigt, dass sie flächendeckend Strafzölle auf die Einfuhr von Stahl und Aluminium verhängen werde. Konkret solle der Zoll auf Stahlimporte 25 Prozent und auf Aluminium zehn Prozent betragen. Diese Zölle würden für alle Herkunftsländer bis auf Mexiko und Kanada gelten. Was den Exportanteil betreffe, so würden Solarmodule, Waschmaschinen und sämtliche Stahl- und Aluminiumerzeugnisse zusammen nicht mehr als vier Prozent (wertmäßig) der chinesischen Ausfuhren in die USA ausmachen und nur rund ein Prozent des Gesamtexports Chinas im Jahr 2017.

Das eigentliche Risiko bestehe aber in der Möglichkeit, dass die USA eine noch aggressivere Handelspolitik verfolgen würden. Am 22. März habe die Trump-Administration zusätzliche Zölle im Wert von 60 Milliarden US-Dollar auf chinesische Produkte mit besonderem Augenmerk auf den Tech-Sektor verkündete. Chinas Retourkutsche sei entsprechend mit Zöllen im Wert von 3 Milliarden auf vielerlei Produkte wie Schweinefleisch und Nüssen gefolgt. Es bleibe abzuwarten, ob sich der Konflikt zwischen beiden Supermächten zuspitze oder abschwäche.

Die indische Wirtschaft sei im dritten Quartal 2017 um 7,2 Prozent gewachsen und habe damit ihr stärkstes Quartalswachstum seit Mitte 2016 verzeichnet. Dieser Erholung vorausgegangen sei eine Phase erheblicher wirtschaftlicher Turbulenzen, die durch eine Blitz-Bargeldreform und die Einführung einer Waren- und Dienstleistungssteuer (Goods and Services Tax - GST) ausgelöst worden seien.

Der Konsum werde wohl der wichtigste Treiber für den indischen Aufschwung bleiben. Die hohe wirtschaftliche Leistung des Agrarsektors verbunden mit den staatlichen Bemühungen, den Lebensstandard einer riesigen Landbevölkerung zu erhöhen, dürfte dabei in den nächsten Quartalen für einen ordentlichen Konsumschub sorgen. Auch die Entscheidung der amtierenden Regierung Modi, sich im nächsten Jahr mit einem höheren Haushaltsdefizit abzufinden, anstatt die öffentlichen Ausgaben drastisch zu kürzen, sollte sich als hilfreich erweisen. Die Umsetzung der GST werde zudem eine wichtige Rolle dabei spielen, große Teile der Bevölkerung von der informellen in die formelle Wirtschaft zu überführen, was letztlich wiederum zu höheren Steuereinnahmen führe.

Die Experten Jupiter Asset Management sind zuversichtlich, dass Indonesien 2018 sein Wachstumsziel von 5,4 Prozent erreichen wird. Als Stütze dürften sich dabei der Binnenkonsum, das Kreditwachstum und die wieder anziehenden Rohstoffpreise erweisen.

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im vierten Quartal 2017 auf 5,2 Prozent gestiegen, verglichen mit 5,1 Prozent im dritten Quartal, was einem Vierjahreshoch entspreche. Getrieben worden sei das Wachstum durch Bruttoanlageinvestitionen, Konsumausgaben des Staates und den Bau. Unternehmensinvestitionen und der private Konsum würden die Hälfte zum BIP beitragen. Die steigende Nachfrage sei somit ein wichtiges wirtschaftspolitisches Etappenziel, um das von Präsident Jokowi angestrebte Wachstum von sieben Prozent zu erreichen. Angaben der Bank Indonesia zufolge sei das Vertrauen der Verbraucher derzeit so hoch wie seit 2013 nicht mehr.

Während der Inflationsdruck extern zunehme, scheine er intern unter Kontrolle zu sein. Die Produktionslücke sei weiterhin negativ und die Regierung darauf bedacht, die Energiepreise stabil zu halten. Unlängst habe der staatliche Ölkonzern des Landes die Einzelhandelspreise für ausgewählte hochwertige Benzin- und mittelwertige Dieselkraftstoffe um vier bis acht Prozent angepasst. Qualitätskraftstoffe würden lediglich rund 20 Prozent des gesamten Benzinverbrauchs ausmachen, sodass der Effekt der Preiserhöhung vernachlässigbar sein dürfte.

Indonesien profitiere weiterhin von einer wachsenden Anlegerbasis, wie die Aufnahme von auf Indische Rupiah lautenden Anleihen in den Barclays Global Aggregate Bond Index im Februar gezeigt habe. Dadurch sei das Land aber auch umfangreichen Auslandsbeteiligungen ausgesetzt, was den Markt wiederum anfälliger gegenüber Kursschwankungen des US-Dollar und einer allgemeinen Risikoaversion mache.

Insgesamt gehen die Experten Jupiter Asset Management nach wie vor davon aus, dass das Wachstum in den asiatischen Schwellenländern solide bleibt. Aufgrund der generell robusten Verfassung der Binnenkonjunktur und der boomenden Handelsaktivität in der Region sähen sie zudem keine größeren Abwärtsrisiken für die Wirtschaftsprognosen - es sei denn, die US-Zölle würden zu umfassenden Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder führen, allen voran China. (13.04.2018/fc/a/f)


 

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