Jupiter India Select SICAV-Fonds: Indien wird Geduld 2018 zur Tugend machen - Fondsanalyse


18.12.17 16:02
Meldung
 
London (www.fondscheck.de) - Die indische Wirtschaft wird voraussichtlich auch 2018 noch mit kurzfristigen Unwägbarkeiten zu kämpfen haben, da das Land die in den vergangenen zwölf Monaten umgesetzten Reformen verdauen muss, so Avinash Vazirani, Fondsmanager des Jupiter India Select SICAV (ISIN LU0329070915 / WKN A0NBGX ) bei Jupiter AM.


Auch die bevorstehenden Kommunalwahlen dürften zur Marktvolatilität beitragen. Diese Geduld werde jedoch belohnt werden, da die Reformen die langfristige wirtschaftliche Zukunft Indiens stärken würden.

In den vergangenen zwölf Monaten seien von der Regierung Modi umfassende wirtschaftlichen Reformmaßnahmen umgesetzt worden. Diese dürften sich mindestens bis in die erste Hälfte des Jahres 2018 auswirken und für einige Turbulenzen in der indischen Wirtschaft sorgen. Zu dem Reformpaket würden die Demonetisierung oder die Entnahme größerer Banknoten aus dem Geldumlauf, die Einführung einer landesweiten indischen Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Goods and Services Tax, GST) und die Rekapitalisierung der öffentlich-rechtlichen Banken in Höhe von 32 Milliarden GBP zählen. Die indische Geschäftswelt brauche Zeit, um sich an diese veränderte Situation anzupassen.

Nach Einschätzung der Experten würden sich diese Reformen langfristig positiv auf die Wirtschaft auswirken. Kurzfristig jedoch würden die Experten die Umsetzung der GST für die größte Herausforderung halten. Die Liefer- und Vertriebsketten seien teilweise unterbrochen worden und bei den Unternehmen bestehe Unsicherheit über ihre kurzfristigen Aussichten. Die Experten hätten dies vor Kurzem bei einem Besuch in Indien selbst beobachten können. Mehrere Unternehmen, mit deren Geschäftsleitung sie zusammengetroffen hätten, hätten eingeräumt, dass ihre Ergebnisse in den letzten zwei Quartalen aufgrund der durch die GST verursachten Störungen ungewöhnlich schwer vorherzusehen gewesen seien.

Langfristig werde die GST nach Erachten der Experten aber erhebliche Vorteile für Indien mit sich bringen. So dürfte sich die Wirtschaft weg vom informellen Sektor hin zu "normalen", steuerkonformen Unternehmen bewegen. Die Regierung werde folglich mit höheren Steuereinnahmen rechnen können. Auch die Logistik dürfte effizienter werden, da keine Steuern mehr für den Warenverkehr zwischen einzelnen Bundesstaaten gezahlt werden müssten. Dadurch würden auch die Grenzkontrollstellen entfallen. Natürlich würden die Unternehmen ebenfalls von den niedrigeren Logistikkosten profitieren. Die Experten würden jedoch davon ausgehen, dass der Großteil der Einsparungen an die Verbraucher weitergegeben werde. Infolgedessen dürfte auch die Inflation sinken.

Obwohl die Umsetzung der Reformen kurzfristig für Unsicherheit sorge, stärke sie die wirtschaftliche Hauptthese der Experten, dass die Modernisierung und die Reformen der Regierung Modi dazu beitragen würden, das Fundament für ein starkes langfristiges Wachstum der indischen Wirtschaft zu legen. Im jüngsten Bericht der Weltbank-Gruppe über die Wirtschaftsfreundlichkeit von Staaten sei Indien um 30 Plätze auf Rang 100 geklettert - und dabei sei die Umsetzung der GST noch nicht einmal berücksichtigt.

In den nächsten 18 Monaten stünden in einigen Bundesstaaten zudem Wahlen an, die zur Unsicherheit beitragen und Volatilität verursachen könnten. Insgesamt würden Wahlen in Staaten stattfinden, die etwa 24 Prozent der Sitze in der Lok Sabha (Unterhaus) und 23 Prozent der Sitze in der Rajya Sabha (Oberhaus) stellen würden. Auch in Modis Heimatstaat Gujarat würden die Wähler an die Urnen gehen. Ein starkes Wahlergebnis in den Bundesstaaten wäre ein gutes Vorzeichen für die Parlamentswahlen im Jahr 2019. Nach Einschätzung der Experten sei eine Wiederwahl Modis wahrscheinlich. Er wäre damit in der Lage, weitere Reformen umzusetzen.

Wir glauben, dass die Unternehmensergebnisse die Erwartungen der Analysten übertreffen werden, da wir mehrere Faktoren ermittelt haben, die zur Erhöhung der Rentabilität indischer Unternehmen beitragen werden und die vom Markt noch immer unterschätzt werden: Die GST, die Einführung des Direkt Benefit Transfer-Programms (DBT), der zunehmende Zugang zu Hochgeschwindigkeitsinternet und die finanzielle Inklusion, so die Experten von Jupiter AM. Zu letzterem zähle unter anderem die Einführung des India Stack, einer umfassenden staatlichen Softwareplattform, die Infrastrukturen für biometrische Erkennung, digitale Schließfächer, elektronische Unterschriften und digitale Zahlungen miteinander verbinde. Binnenkonsumorientierte Unternehmen wie Kraftstoffhändler, Vermögensverwaltungsgesellschaften und inländische Luftfahrtunternehmen würden nach Erachten der Experten aus diesen Themen den größten Nutzen ziehen.

Das Risiko exogener Schocks an den globalen Märkten sei viel schwieriger vorherzusagen. Bei Anlagen in Indien empfehle es sich - wie auch in anderen Märkten -, Unternehmen zu wählen, die ungeachtet der wirtschaftlichen und politischen Lage bestehen und wachsen könnten. (Ausgabe vom 15.12.2017) (18.12.2017/fc/a/f)


 

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