Magna MENA Fund: Erwartete Aufnahme Saudi-Arabiens in MSCI und FTSE lässt Kurse steigen


24.04.19 12:00
Meldung
 
London (www.fondscheck.de) - Im März erzielte der Magna MENA Fund (ISIN IE00B3NMJY03 / WKN A1CZJF ) eine Rendite von 3,7% (vor Gebühren), bereits der dritte Monat in Folge mit einem Plus dieses Jahr, was die Zugewinne für das Jahr bisher auf 10,5% bringt, so die Experten von Fiera Capital.


Das Land mit der größten Gewichtung im Fonds bleibe weiterhin Saudi-Arabien mit einer Position, die 56% ausmache. Es seien immer noch lediglich 2% des Marktes im Besitz von ausländischen Investoren, und die Aktienkurse seien höher geklettert aufgrund von mehr und mehr Positionierungen in Erwartung von Mittelzuflüssen wegen der Aufnahme des Landes in die Indices von MSCI und FTSE, und weil sich das wirtschaftliche Umfeld nach den beträchtlichen ökonomischen Verwerfungen, die durch die positiven Reformen im letzten Jahr hervorgerufen worden seien, wieder verbessert habe.

Ausschlaggebend für die Performance der saudischen Aktien im Fonds-Portfolio im März seien Banktitel gewesen. Nun seien die Experten aber der Auffassung, dass Konsumgüterunternehmen im ersten Halbjahr 2019 sehr gute Geschäftsergebnisse vorlegen würden, aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis von 2018, und weil Aktien aus dem Nicht-Ölsektor jetzt auch von den vielen Strukturreformen profitieren würden. Die Experten würden schätzen, dass im Laufe des nächsten Jahres über 50 Mrd. US-Dollar an passiven und aktiven Mitteln in den Markt fließen würden, und die Al Rajhi Bank, die größte saudische Beteiligung im Fonds, sei einer der größten Index-Titel, der davon profitieren werde.

Im Banksektor sei es in den letzten drei Jahren zu nur sehr geringfügigem oder gar keinem Kreditwachstum gekommen aufgrund von sowohl unsicheren Aussichten für Unternehmen (Einführung von Mehrwertsteuer, Anti-Korruptionsmaßnahmen, Abbau von Subventionen und den Auswirkungen auf die verfügbaren Einkommen) als auch wegen fehlender Investitionen seitens der öffentlichen Hand, deren Fokus auf dringlicheren Reformen gelegen habe. Derzeit würden die Experten nun erwarten, dass das Volumen der Bankkredite in den nächsten zwei Jahren wieder schneller zulegen werde, da das Vertrauen der Unternehmen in das neue Wirtschaftsumfeld zunehme.

Dazu seien die Experten auch noch der Auffassung, dass von staatlicher Seite aus viele der vorgeschlagenen großen Infrastrukturprojekte auch tatsächlich in Angriff genommen würden (Flughäfen, Eisenbahnstrecken, Straßen, Touristen-Resorts, religiöse Stätten und Unterhaltungseinrichtungen), und das rasche Wachstum der noch jungen Hypotheken- und Konsumentenkreditmärkte müsste signifikante Ausmaße annehmen. Im vierten Quartal 2018 habe es erste konkrete Anzeichen der Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Maßnahmen gegeben, als das BIP im Vergleich zum vierten Quartal 2017 (das Quartal, das von den wirtschaftlichen Veränderungen am meisten getroffen worden sei) um 3,6% angestiegen sei, und das Kreditvolumen an den Privatsektor zum ersten Mal seit zwei Jahren Stagnation wieder zugelegt habe.

Zwei bedeutende positive Antriebsfaktoren für Saudi-Arabien seien Anfang April zutage getreten und würden, sowohl was Top-down- als auch Bottom-up-Aspekte des Landes angehe, noch optimistischer stimmen. Zum Ersten sehe es so aus, als ob die Anleihe von Saudi Aramco zu einer Nachfrage im Umfang von 100 Mrd. US-Dollar geführt habe, ein klares Zeichen, dass Saudi-Arabien ganz klar im Blickfeld der internationalen Investoren stehe.

Außerdem sehe es so aus, als ob die Anleihe einen niedrigeren Zins als der Staat Saudi-Arabien für seine Anleihen zahlen müsse. Wenn diese bahnbrechende Zinskurve erst einmal zustande gekommen sei, werde der Anleihemarkt eine tragfähige Finanzierungsquelle für Unternehmen, in einem bisher mit Fremdfinanzierungen unterversorgtem Umfeld. Die Erlöse, die aus dem Verkauf der Anleihe an den saudischen Staat fließen würden (Aramco bezahle dem Staat damit den Anteil an Sabic, dem großen Erdölunternehmen), würden außerdem Gutes für die Ausgaben verheißen, die die Regierung für Infrastrukturmaßnahmen plane.

Zweitens habe eine der größten Konsumgütereinzelhandelsbeteiligungen im Fonds, der Elektroeinzelhändler eXtra, ein sehr gutes Geschäftsergebnis für das erste Quartal 2019 bekannt gegeben, ein erstes Anzeichen, dass dieses Jahr die Verbraucher stärker zählen würden. Der Umsatz für das erste Quartal sei im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres um 22% gestiegen, und der Nettoertrag sei um 58% in die Höhe geklettert. Dass das Umsatzwachstum viel höher als erwartet ausgefallen sei, liege an der Kombination von höheren Umsatzzahlen sowohl bei bestehenden Läden als auch durch Neueröffnungen. Und da jetzt noch ein Konsumfinanzierungsarm dazukomme, würden die Experten für das Unternehmen weiterhin starkes Wachstum erwarten.

Die wichtigste Beteiligung in Bezug auf die Performance im März sei Emirates NBD gewesen, eine große Bank in den VAE, an der der Fonds eine 10%ige Beteiligung habe. Hinter dem Kursanstieg bei der ENBD stünden zwei Ereignisse, die vor kurzem passiert seien.

1. Der IPO einer Gesellschaft namens Network International (NI), der gerade abgeschlossen worden sei. Bei NI handele es sich um ein Zahlungsunternehmen, das sowohl in Nahost als auch in Afrika geschäftstätig sei. ENBD halte 51% an NI, und bei dem Börsengang sei der Unternehmenswert mit 3 Mrd. US-Dollar bewertet worden. MasterCard sei einer der Ankerinvestoren bei der Transaktion mit einem Investment in Höhe von 300 Mio. US-Dollar. Die Experten hätten bereits seit einiger Zeit von dem Unternehmen gewusst, aber Analysten von ENBD hätten es bisher ignoriert. ENBD verfüge über eine Marktkapitalisierung von 17 Mrd. US-Dollar, darum entspreche ihr Anteil an NI fast 10% seiner Marktkapitalisierung.

2. Die Transaktion zum Kauf der Denizbank in der Türkei von der Sberbank in Russland (die aufgrund von US-Sanktionen zum Verkauf gezwungen sei) sei neu ausgehandelt worden, und diese Woche sei angekündigt worden, dass der Preis um 16% gestutzt worden sei, um der Abwertung der Türkischen Lira Rechnung zu tragen. Damit könne die Transaktion jetzt abgeschlossen werden, was bedeute, dass ENBD nun die vom Vorstand vorgegebene und von den Aktionären auch beschlossene Richtung umsetzen und die Obergrenze für Aktienbesitz von Ausländern von 5% auf 20% erhöhen könne.

Die Experten hätten zwar immer noch kein Datum für diese Erhöhung der ausländischen Besitzobergrenze, aber sie würden davon ausgehen, dass es wahrscheinlich im 3. Quartal 2019 passieren werde. Börsenmakler würden schätzen, dass zwischen 200 Mio. und 600 Mio. US-Dollar bei der Aufnahme in den MSCI Emerging Market Index zufließen würden, aber der Aufnahmeprozess werde von heute an wahrscheinlich 11 Monate dauern. Die türkische Akquisition sei wertsteigernd und wenn die Experten ihre Zahlen entsprechend anpassen würden, werde die Bank weiterhin zum gegenwärtigen Buchwert gehandelt, was immer noch beachtliches Aufwärtspotenzial bis zu ihrer marktgerechten Kurseinschätzung bestehen lasse.

Die größte Beteiligung des Fonds in Kuwait, HumanSoft, das Universität- und Bildungsunternehmen, werde weiterhin durch ein Überangebot wegen einer Private Equity Beteiligung belastet. Das Unternehmen könne grundsätzlich auf eine gute Geschäftsentwicklung blicken und bleibe weiterhin eines der Unternehmen im Portfolio, das in Bezug auf Umsatz- und Gewinnwachstum am vorhersehbarsten sei. Beide zuständigen Fondsmanager seien im Februar auf dem Universitätscampus gewesen, und das Unternehmen baue und entwickele weiterhin Bildungseinrichtungen, die Weltspitze seien.

Der größte Negativbeitrag zur Performance von einem einzelnen Titel habe von NMC Healthcare, dem Nahost-Gesundheitsunternehmen gestammt. Die Aktie sei negativ durch einen Mangel an Transparenz in Bezug auf eine Hedging-Struktur und ein Margin-Darlehen auf die Aktien von zwei Gründern beeinflusst worden. Die Experten hätten extensiv mit der Geschäftsführung in Kontakt gestanden und würden keine grundsätzlichen Probleme in der Geschäftstätigkeit des Unternehmens sehen. Als Anlage würden sie NMC weiterhin als starkes Ertragsobjekt sehen. Die Aktie habe Anfang April im Vergleich zum jüngsten Tiefkurs um 16% höher notiert, da sich die Geschäftsführung bemüht habe, Klarheit in Bezug auf die technischen Marktprobleme zu schaffen.

Als Investoren, die einen fundamentalen Bottom-up-Ansatz vertreten würden, würden die Experten nach Unternehmen Ausschau halten, die eine starke Unternehmensführung aufweisen würden, erstklassige Führungsteams hätten, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen würden und über attraktive Cashflows und solide Bilanzen verfügen würden. Unternehmen würden eher in Ländern mit starkem BIP-Wachstum starke Umsatzzuwächse erwirtschaften, und starkes Konjunkturwachstum korreliere eng mit starken Reformprozessen. Neuklassifizierungen von Indices seien eine ganz natürliche Folge derartiger Reformprozesse und sie würden Aktien in Frontier Markets die Gelegenheit für Neubewertungen in Richtung der teureren Bewertungsspannen der Emerging Markets bieten.

Das Portfolio verspüre aus technischen Gründen Rückenwind wegen der Indexaufnahmen von Saudi-Arabien, und dazu komme noch das wahrscheinliche Hochstufen von Kuwait (derzeit 16% des Portfolios) auf Emerging Market Status durch MSCI im Juni dieses Jahres, das dann im Juni 2020 wirksam werden müsste. In Kombination mit dem geringen Anteil an ausländischen Aktienbesitzern auf diesen Märkten würden den Experten Kuwait und Saudi-Arabien momentan die attraktivsten Gelegenheiten in ihrem globalen Anlageuniversum bieten und hätten im Rahmen ihrer MENA-Strategie eine Gewichtung von 70% und bei ihrer Globalen Frontiers-Strategie eine Gewichtung von 35%. (Ausgabe vom 23.04.2019) (24.04.2019/fc/a/f)


 

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