Ölpreis und China werden weiterhin die Finanzmärkte bewegen


25.02.16 10:20
Meldung
 
London (www.fondscheck.de) - Solange die Investoren die wirtschaftliche Entwicklung in China und die Talfahrt des Ölpreises im Fokus haben, werden die Kurse an den Aktienmärkten weiterhin stark in Bewegung bleiben.
Die fundamentalen Signale, die die Weltwirtschaft derzeit aussendet, sind jedoch nicht stark und deutlich genug, um die jüngste Verkaufswelle an den Aktienbörsen zu rechtfertigen, so die Experten des amerikanischen Asset Managers Janus Capital.

"Chinas Übergang zu einer vom Konsum und dem Dienstleistungsbereich gestützten Wirtschaft dauert an", so die Anlageexperten in ihrem jüngsten Ausblick. "Wir gehen daher davon aus, dass die chinesische Wirtschaft weiter in Schwung bleiben wird. Allerdings behalten wir einige fundamentalen Schlüsselfaktoren aufmerksam im Auge." Der Ölpreis werde ihren Prognosen zufolge noch einige Monate schwach bleiben. Allerdings spreche einiges dafür, dass sich das Marktumfeld verbessern und es Ende des laufenden oder Anfang kommenden Jahres zu einer Erholung kommen werde.

An den Finanzmärkten habe die jüngste Schwäche des Chinesischen Renminbi bei den Investoren Sorgen über eine weitere Wachstumsabschwächung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gesorgt. Dazu würden die Zweifel wachsen, dass die Regierung in der Lage sei, den Übergang einer von Investitionen getriebenen zu einer vom inländischen Konsum gestützten Wirtschaft aktiv zu begleiten. Vor diesem Hintergrund würden die Janus-Experten von einer weiteren Abschwächung des Renminbi gegenüber dem US-Dollar von fünf Prozent ausgehen.

"Was aufmerksam verfolgt werden sollte, ist die wachsende Verschuldung in China, zumal die Rentabilität von Neuinvestitionen sinkt", so die Janus-Experten. "Das gibt zwar Anlass zur Sorge, dennoch gehen wir davon aus, dass sich die Wachstumsdynamik des Landes nur in Maßen abschwächen wird und sich der Übergangsprozess fortsetzt." Dass sich das Wachstum Chinas erkennbar abschwächt habe, gehe aus Daten des Nationalen Statistikamtes hervor. Demnach sei die chinesische Volkswirtschaft im vergangen Jahr um 6,9 Prozent gewachsen - die schwächste Rate seit dem Jahr 2009.

Trotz dieser Verlangsamung würden die Janus-Experten keinen Grund zur Beunruhigung sehen: "China hat den Spielraum, die Zinsen zu senken und die Regierung kann über Steuererleichterungen und zusätzliche Staatsausgaben die Wirtschaft stützen. Durch Währungsreserven von rund drei Billionen Dollar hat das Land die Möglichkeit, den Außenwert seiner Währung zu kontrollieren. Und was vielleicht am wichtigsten ist: Durch die Struktur des chinesischen Finanzsystems hat das Land genug Zeit, die Auswirkungen der steigende Verschuldung im Griff zu behalten", so die Janus-Analysten.

Vor diesem Hintergrund würden sie keinen Anlass sehen, ihr Basisszenario zu ändern. Eine starke Abschwächung des Renminbi, ein Abwenden der Regierung von der bislang vorangetrieben Liberalisierung des Kapitalverkehrs, eine Abschwächung des Binnenkonsums und des Dienstleistungssektors und eine starke Rückführung der Verschuldung etwa durch die Eindämmung von Investitionen wären für die Janus-Experten jedoch Entwicklungen, die auf zunehmende Probleme in der chinesischen Volkswirtschaft hindeuten würden.

Den Ölpreis würden sie Mitte des kommenden Jahres bei einer Marke von 50 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) sehen. "Im Moment halten wir es jedoch für möglich, dass die Erholung eher schneller als langsamer verlaufen könnte", habe das Janus-Team geschrieben. Hohe Lagerbestände und die vom Iran zusätzlich auf den Markt kommenden Mengen hätten zwar das Angebot erhöht. Aber bereits minimale Anpassungen sowohl des Angebotes als auch der Nachfrage würden ausreichen, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

"Zwar müssen wir zunächst noch auf höhere Ölpreise warten", so die Analysten, "dennoch klopfen wir schon jetzt gezielt die Bilanzen von Unternehmen aus der Förderindustrie und Energiebranche ab, um herauszufinden, welche Firmen auch mit einem Preis von 30 US-Dollar je Fass wirtschaftlich zurechtkommen und welche dann von einer späteren Erholung erheblich profitieren werden." (25.02.2016/fc/a/m)


 

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