Polnische Konjunktur positive Dynamik


09.02.10 13:31
Meldung
 
Wien (aktiencheck.de AG) - Die jüngsten Wirtschaftsdaten bestätigen die positive Dynamik der polnischen Konjunktur, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".


Insbesondere habe die Erreichung des Budgetziels für 2009 positiv überrascht: Das Budgetdefizit sei sogar rund 13% niedriger ausgefallen als erwartet. Positiv sei zudem das im Vergleich zu den Analystenschätzungen marginal höhere BIP-Wachstum gewesen. Der PMI, der Anfang Januar veröffentlicht worden sei, sei gegenüber dem Vormonat allerdings zurückgegangen. Dennoch sollten durch den Anstieg der Ausfuhr-Aufträge positive Aussichten in den kommenden Monaten für die Exportwirtschaft bestehen.

Die tatsächlich abgesetzte Industrieproduktion sei um 7,4% gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr angestiegen - das sei weniger, als von den Analysten erwartet worden sei. Polen sei das einzige Land in der Region mit einem Wachstum im Einzelhandelsbereich. Zu dieser Entwicklung hätten sowohl der im Vergleich zu den Nachbarländern weniger restriktive Staatshaushalt als auch die Abwertung des Zloty und der relativ große Binnenmarkt beigetragen.

Das Defizit in der polnischen Leistungsbilanz habe sich aufgrund stark fallender Exporte und zugleich steigender Importe zuletzt ausgeweitet. Die Inflationsrate sei zuletzt leicht angestiegen und befinde sich am oberen Rand des Zentralbankkorridors. Der Zloty sei im Januar gegenüber dem Euro insgesamt leicht stärker gewesen; auch die Kurse der polnischen Staatsanleihen seien angestiegen. Für das kommende Jahr dürfte die Budgetplanung der Regierung zunehmend in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. Von besonderer Bedeutung würden in diesem Zusammenhang die tatsächlich realisierten Privatisierungseinnahmen sein. Sollten diese schlechter als die Vorhersagen ausfallen, könnte dies Druck auf die Währung und die Kurse der polnischen Staatsanleihen bringen.

Polen gelte in der CEE-Region trotz des Wirtschaftseinbruchs im ersten Halbjahr als eines der stabilsten Länder und profitiere überproportional von den zuletzt wieder verbesserten Konjunkturaussichten für die Eurozone. Obwohl der Zloty langfristig durch die positive Dynamik in der Entwicklung der Leistungsbilanz Unterstützung finde, seien weitere kurzfristige Schwächephasen der Währung aufgrund der aktuell noch fragilen Wirtschaftslage nicht auszuschließen.

Der polnische Aktienmarkt habe sich im Januar seitwärts bewegt; weitere Platzierungen staatlicher Aktienbestände hätten das Aufwärtspotenzial gebremst. Der polnische Staat habe im Januar 10% der Minenunternehmen KGHM und 11% der zweitgrößten polnischen Raffinerie an die Börse gebracht. Für 2010 würden weitere Platzierungen im Umfang von ca. 3 Mrd. Euro erwartet. (Ausgabe Februar 2010) (09.02.2010/fc/a/m)


 

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