Schweizer Franken weitere Befestigung erwartet


16.03.10 16:26
Meldung
 
Wien (aktiencheck.de AG) - Der Schweizer Franken hat sich wie erwartet weiter befestigt, berichten die Analysten der Erste Bank.

Die SNB habe an ihrer letzten Sitzung keine Änderung der Geldpolitik vorgenommen.
Der Zielsatz für den 3M Libor bleibe bei 0,25% und einer übermäßigen Befestigung des Schweizer Franken solle weiter entgegengewirkt werden. Ähnlich wie nach der Dezember Sitzung habe sich allerdings auch diesmal die Befestigung des Franken seither beschleunigt. Es scheine daher, als ob die SNB langsam den Rückzug aus den Interventionen vorbereiten möchte, indem sie den Marktkräften freieren Lauf lasse als bisher. In der Tat müsste der Befestigungsdruck auf den Franken nachlassen und dieser einige Zeit lang einen Boden ausbilden, bevor es Sinn machen würde, ein Ende der Interventionen festzulegen (ansonsten würde zumindest kurzfristig eine übermäßige Befestigung drohen). Wo dieser Boden wäre, sei jedoch die große Frage.

Durch die Befestigung des Franken seit Dezember (welche davor nur durch die Interventionen der SNB verhindert worden sei) sei es vermutlich zu einer vermehrten Auflösung von Finanzierungen (carry trades) in Franken gekommen, was wiederum den Franken unterstütze. Dieser selbstverstärkende Effekt dürfte noch einige Zeit anhalten. Solange die Zinsen in der Eurozone nicht deutlich steigen würden, gebe es kaum Gründe für einen schwächeren Franken: Die Konjunkturaussichten der Schweiz seien besser als in der Eurozone (auch die SNB habe ihre nach oben revidiert), die Staatsverschuldung sei relativ niedrig, und auch der Schweizer Bankensektor scheine sich deutlich stabilisiert zu haben.

Auf der anderen Seite drohe dennoch momentan kein deutlicher Anstieg der Inflation, da der starke Franken die Preise drücke (die SNB habe allerdings erneut darauf hingewiesen, dass ohne Zinsanhebung die Inflation im Jahr 2012 über 2% liegen würde und daher die Zinsen nicht "ewig" niedrig bleiben könnten). Der Franken profitiere daher zusätzlich von einem "sicheren Hafen" Status.

Die Analysten der Erste Bank rechnen daher mit einer Fortsetzung der Befestigung mindestens bis zum Jahresende, welche allerdings durch die SNB abgemildert werden und daher nicht "übermäßig" sein sollte. Die SNB sollte erst ein Ende der Interventionen ankündigen, wenn der Franken einen Boden gefunden habe, und bis dahin auch keine Zinserhöhungen durchführen. Es sollte daher noch einige Zeit nach den ersten Schritten der EZB vergehen (die Analysten würden die erste Zinsanhebung der EZB nun erst in Q1/2011 erwarten), bis sich der Franken wieder aufgrund der aufgegangenen Zinsdifferenz abschwäche und Niveaus von EUR/CHF 1,50 erreiche. Die Analysten hätten ihre Prognosen dementsprechend angepasst. (16.03.2010/ac/a/m)


 

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