Die Intel-Aktie gleicht aktuell einer Achterbahnfahrt. Während aggressive Investitionen in künstliche Intelligenz und neue Partnerschaften für Fantasie sorgen, bremsen hartnäckige Engpässe in der Lieferkette die Euphorie. Kann der Chip-Riese unter CEO Lip-Bu Tan die ambitionierte Transformation trotz operativem Gegenwind meistern?
Intel verzeichnete am Dienstag einen deutlichen Rücksetzer von über 6 Prozent, konnte sich jedoch gestern bereits wieder stabilisieren. Der anfängliche Kursrutsch war primär der allgemeinen Schwäche im Tech-Sektor geschuldet, doch positive Nachrichten zur strategischen Ausrichtung sorgten schnell für eine Gegenbewegung. Anleger wägen derzeit die langfristigen Chancen der KI-Offensive gegen die kurzfristigen Risiken im Kerngeschäft ab.
Offensive im KI-Sektor
Treibstoff für die jüngste Erholung lieferte das Engagement bei SambaNova Systems. Intel investiert mindestens 100 Millionen US-Dollar in das Start-up, um seine Position im Bereich Inference-Computing zu stärken. Flankiert wird dieser Schritt durch eine vertiefte Partnerschaft mit der SoftBank-Tochter Saimemory. Ziel ist die Entwicklung der „Z-Angle“-Speichertechnologie, die kostengünstigere Alternativen zu teurem Hochleistungsspeicher bieten und Intel Wettbewerbsvorteile in der KI-Infrastruktur verschaffen soll.
Auch im GPU-Markt meldet sich der Konzern zurück. Mit „Project Crescent Island“ zielt Intel auf Rechenzentren ab und untermauert diese Ambitionen durch die Verpflichtung des GPU-Veteranen Eric Demers als Chefarchitekten. CEO Lip-Bu Tan bestätigte zudem das Ziel, Nvidia und AMD im Enterprise-Segment direkter Konkurrenz zu machen.
Ernste Warnsignale aus der Lieferkette
Doch die Aufholjagd wird gebremst. Berichten zufolge hat Intel chinesische Kunden über Lieferverzögerungen von bis zu sechs Monaten bei Xeon-Serverprozessoren informiert, da die Lagerbestände aufgebraucht sind. Diese Engpässe dürften Umsatz und Prognosen für das erste Halbjahr 2026 spürbar belasten.
Die jüngsten Quartalszahlen zeigten ein gemischtes Bild: Zwar übertraf Intel im vierten Quartal 2025 mit einem Gewinn von 0,15 US-Dollar pro Aktie die Erwartungen deutlich, doch der Umsatz lag mit 13,67 Milliarden US-Dollar trotz Übertreffen der Prognosen immer noch 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Analysten und Insider uneinig
Die Unsicherheit spiegelt sich auch in den Bewertungen wider. Während Citic Securities die Aktie mit einem Kursziel von 60,30 US-Dollar zum Kauf empfiehlt, senkte die Citigroup ihr Ziel auf 48 US-Dollar. TD Cowen hob das Kursziel zwar an, bleibt aber bei einer neutralen Haltung.
Auch in der Führungsetage herrscht keine klare Linie bezüglich der kurzfristigen Richtung. CFO David Zinsner stockte seine Position Ende Januar zu Kursten um 42,50 US-Dollar auf, während Executive Vice President April Miller Boise die höheren Kurse Anfang Februar für Verkäufe nutzte.
Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung der Strategie. Der Erfolg der neuen Fertigungsprozesse (Node 18A) und die KI-Initiativen stehen den konkreten Umsatzrisiken durch Lieferengpässe gegenüber. Die kommenden Quartalsberichte werden zeigen müssen, ob die strategischen Investitionen schnell genug greifen, um die operativen Hürden in China und bei der Server-Hardware auszugleichen.
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