Der europäische CO2-Grenzausgleich ist keine Zukunftsvision mehr – seit dem 1. Januar 2026 greift der CBAM-Mechanismus scharf. Für Thyssenkrupp könnte das den Wendepunkt markieren. Die Aktie schoss am Freitag um 4,8 Prozent auf 9,72 Euro nach oben. Nicht zuletzt, weil Branchenkollege Salzgitter vorlegte und die Fantasie über ein Ende des jahrelangen Preisdrucks durch Billigimporte neu entfacht wurde.
Die wichtigsten Fakten:
– Schlusskurs am Freitag: 9,72 Euro (+4,8%)
– Salzgitter-Aktie sprang um 8% auf 43,28 Euro
– CBAM-Import-Bepreisungen greifen seit 1. Januar
– Hohes Handelsvolumen deutet auf institutionellen Einstieg hin
EU-Klimazölle ändern das Spiel
Der neue CO2-Grenzausgleichsmechanismus verteuert ab sofort Stahlimporte aus Drittstaaten – allen voran aus China. Jahrelang litt die Marge der Thyssenkrupp-Stahlsparte unter den globalen Überkapazitäten und Billigstahl aus Fernost. Die EU dreht nun an der Preisschraube: Wer CO2-intensiv produziert und nach Europa liefert, zahlt drauf.
Marktteilnehmer wittern eine strukturelle Entspannung. Thyssenkrupp profitiert doppelt: Die heimische Produktion wird relativ wettbewerbsfähiger, während sich die Spotmarktpreise stabilisieren könnten. Erste institutionelle Investoren positionierten sich offenbar bereits am Freitag, wie das überdurchschnittliche Handelsvolumen nahelegt.
Sektor-Sog durch Salzgitter
Zusätzlichen Schub lieferte der direkte Konkurrent Salzgitter. Dessen Aktie kletterte fast acht Prozent – getrieben durch den Rekordlauf der Kupferbeteiligung Aurubis und die im Dezember erfolgte Panzerstahl-Zertifizierung. Thyssenkrupp wurde im Sog dieser Brancheneuphorie mitgezogen.
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Die operative Neuaufstellung nach der TKMS-Abspaltung im Oktober 2025 zahlt sich aus. Der Konglomeratsabschlag, der die Bewertung jahrelang drückte, baut sich ab. Das Portfolio ist nun klarer auf Werkstoffe und grüne Transformation ausgerichtet – eine Story, die bei Investoren offenbar verfängt.
Charttechnik: 10-Euro-Marke im Visier
Mit 9,72 Euro hat sich die Aktie deutlich von der 9-Euro-Schwelle gelöst, die im Dezember noch als Widerstand fungierte. Die psychologisch wichtige 10-Euro-Marke rückt nun in Reichweite. Ein Durchbruch würde technisch den Weg zu den Jahreshochs von 2025 freimachen.
Für die kommenden Wochen bleibt entscheidend, wie sich die Stahlpreise unter dem neuen CBAM-Regime entwickeln. Steigen die Importpreise wie erwartet, dürften Analysten ihre Gewinnschätzungen anpassen. Die geopolitische Reaktion Chinas auf die EU-Maßnahmen ist dabei der größte Unsicherheitsfaktor.
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