Adidas Aktie: Zoll-Hoffnung trügt

Adidas prognostiziert für 2026 trotz Rekordjahr einen enttäuschenden operativen Gewinn. Neue US-Zölle und unklare Rückerstattungen belasten die Aussichten, Analysten reagieren mit Herabstufungen.

Kurz zusammengefasst:
  • Enttäuschende Gewinnprognose für 2026 verfehlt Erwartungen
  • Neue US-Zölle neutralisieren potenzielle Rückerstattungen
  • Aktienrückkäufe und höhere Dividende als Gegenmaßnahme
  • Analysten stufen nach Gewinnschock herab

Die Adidas-Aktie steht nach dem Gewinnschock der vergangenen Woche weiter unter Druck. Während die enttäuschende Prognose für 2026 die Anleger verstört hatte, rückt nun ein weiteres Thema in den Fokus: Die laufenden Entwicklungen rund um mögliche US-Zollrückerstattungen könnten die Belastungsrechnung des Konzerns theoretisch verändern – doch die Hoffnung auf schnelle Entlastung dürfte verfrüht sein.

Gerichtsentscheidung weckt Spekulationen

Ein US-Bundesberufungsgericht lehnte am 2. März den Antrag der Trump-Regierung ab, einen Prozess zur Rückerstattung von Milliarden an Zolleinnahmen zu verzögern. Der Supreme Court hatte zuvor in einem 6-zu-3-Urteil entschieden, dass Trumps weitreichende Zölle illegal waren. Die Citigroup sieht darin einen relevanten Faktor für den Sportartikelsektor.

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Sportartikelhersteller wie Adidas, Nike und Deckers legten nach dem Urteil zunächst zu. Die Adidas-Aktie gewann zwischenzeitlich mehr als 2 Prozent. Doch die Euphorie könnte sich als voreilig erweisen.

400 Millionen Euro Gegenwind bleiben Realität

Adidas hatte am 4. März mitgeteilt, dass das operative Ergebnis 2026 trotz eines negativen Effekts von rund 400 Millionen Euro aus US-Zöllen und ungünstigen Währungsentwicklungen auf etwa 2,3 Milliarden Euro steigen soll. Diese Belastung frisst die bisherigen Margenverbesserungen durch gesunkene Frachtkosten teilweise wieder auf.

Da Adidas einen Großteil seiner Schuhe und Bekleidung in Asien produziert und in westliche Märkte importiert, stellen US-Zölle eine strukturelle Herausforderung dar. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde erklärte in einer Gerichtsakte, dass sie nicht in der Lage sei, einer Gerichtsanordnung zur Rückerstattung der für illegal erklärten Zölle nachzukommen. Die Behörde strebt einen vereinfachten Prozess innerhalb von 45 Tagen an – doch das tatsächliche Entlastungspotenzial bleibt unklar.

Neue Zölle kontern mögliche Rückerstattungen

Erschwerend kommt hinzu: Trump unterzeichnete wenige Stunden nach dem Supreme-Court-Urteil eine Proklamation, die einen 10-prozentigen Aufschlag auf in die USA eingeführte Waren einführt. Selbst wenn Rückerstattungen erfolgen sollten, würden diese durch die neuen Zölle weitgehend neutralisiert.

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Rekordjahr trifft auf verhaltenen Ausblick

Adidas meldete für 2025 einen Rekordumsatz von 24,8 Milliarden Euro – ein währungsbereinigtes Plus von 13 Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro, die Bruttomarge verbesserte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 51,6 Prozent. Der Nettogewinn legte um 75 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro zu.

Die Prognose für 2026 mit einem operativen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro verfehlte jedoch den Analystenkonsens von 2,72 Milliarden Euro um rund 15 Prozent. Das Unternehmen prognostiziert eine operative Marge von 8,5 bis 8,8 Prozent – unterhalb des selbst gesetzten 10-Prozent-Ziels.

Aktienrückkäufe als Gegenstrategie

Als Reaktion auf den verhaltenen Ausblick setzt das Management auf Kapitalmaßnahmen. Die Dividende steigt um 40 Prozent auf 2,80 Euro je Aktie. Zudem kündigte Adidas ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro für 2026 an. Für die Jahre 2027 und 2028 sollen Papiere im Wert von jeweils bis zu einer Milliarde Euro zurückgekauft werden.

Für 2027 und 2028 skizzierte Adidas einen optimistischeren mittelfristigen Ausblick mit währungsbereinigtem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich. Das operative Ergebnis soll über den Dreijahreszeitraum mit einer jährlichen Rate im mittleren Zehner-Prozentbereich wachsen – gestützt unter anderem durch Vorbestellungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Analysten skeptisch

Die Bank of America reagierte deutlich und stufte das Papier von „Buy“ auf „Underperform“ ab. Das Kursziel sank von 213 auf 160 Euro. Telsey und die Deutsche Bank reduzierten ebenfalls ihre Kursziele, hielten aber an positiven Grundbewertungen fest. CEO Bjørn Gulden erhielt zwar eine Vertragsverlängerung bis Ende 2030, doch diese Nachricht ging im Schatten der Gewinnwarnung unter.

Die Entwicklungen rund um US-Zollrückerstattungen bleiben ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Doch selbst wenn Rückerstattungen gewährt werden, steht Adidas weiterhin vor einem komplexen Zollumfeld. Die neuen 10-prozentigen Aufschläge machen deutlich: Eine schnelle Entlastung ist nicht in Sicht.

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