Procter & Gamble stellt sich strategisch neu auf – und sendet dabei gemischte Signale an den Markt. Während der neue CEO Shailesh Jejurikar ein umfangreiches Aktienpaket als Leistungsanreiz erhält, streicht der Konzern gleichzeitig Tausende Stellen und wehrt ein zweifelhaftes Kaufangebot ab. Im Gegenzug unterstreicht der Konsumgüterriese seine Rolle als verlässlicher Dividendenzahler und plant hohe Rückflüsse an die Anteilseigner.
CEO-Paket setzt klares Kursziel
Jejurikar bekommt mehr als 130.000 Aktienoptionen als Teil seines Vergütungspakets. Dazu kommen:
- Jahresgehalt von 1,6 Millionen US-Dollar
- Variable Bonuschance von bis zu 3,2 Millionen US-Dollar
- Langfristiger Incentive-Plan im Wert von 14 Millionen US-Dollar
- Bereits bestehender Aktienbestand im Wert von rund 14,9 Millionen US-Dollar
Entscheidend: Die neuen Optionen liegen aktuell „unter Wasser“. Der Ausübungspreis beträgt 153,18 US-Dollar je Aktie, während der Marktpreis zuletzt darunter lag. Wert entsteht für den CEO also erst, wenn der Kurs um etwa 7 % über dieses Niveau steigt. Das koppelt den persönlichen Anreiz klar an eine spürbare Kurssteigerung.
Harte Einschnitte nach Flaute im Wachstum
Die Führungswechsel finden nicht im Schönwetterumfeld statt. P&G hat ein umfassendes Restrukturierungsprogramm gestartet, das den Abbau von 7.000 Büroarbeitsplätzen vorsieht. Hintergrund sind nachlassende Wachstumstendenzen: Im Sommer 2025 meldete der Konzern das schwächste Umsatzplus seit sieben Jahren.
An der Börse spiegelt sich der Druck inzwischen in einer deutlichen Schwankungsbreite wider. Die Aktie liegt aktuell klar unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch, notiert aber spürbar über dem Tiefpunkt der vergangenen zwölf Monate. Auffällig ist zudem ein hoher technischer Indikator: Mit einem 14‑Tage‑RSI von 73,8 ist der Titel im kurzfristigen Bild bereits im überkauften Bereich angekommen.
Analysten uneins über Kurspotenzial
Die Analystenlandschaft zeigt ein gemischtes Bild. TD Cowen hat das Kursziel von 168 auf 150 US-Dollar reduziert, bleibt aber beim Kaufvotum. Im Konsens der 25 beobachtenden Analysten ergibt sich weiterhin die Einstufung „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 168,55 US-Dollar.
Jefferies geht noch einen Schritt weiter und hat auf „Buy“ hochgestuft, verbunden mit einem Ziel von 179 US-Dollar. Barclays bleibt vorsichtiger und sieht mit „Equal Weight“ sowie einem Kursziel von 151 US-Dollar ein eher begrenztes Aufwärtspotenzial. Insgesamt reichen die Einschätzungen damit von moderat optimistisch bis verhalten konstruktiv.
Dividendenmaschine läuft weiter
Parallel zum Umbau betont P&G seine Rolle als Dividendenwert. Der Vorstand hat eine Quartalsdividende von 1,0568 US-Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 17. Februar an Anleger, die am 23. Januar im Aktienregister stehen.
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Damit setzt der Konzern eine bemerkenswerte Serie fort:
– 69 Jahre in Folge steigende Dividenden
– 135 Jahre ohne Unterbrechung Dividendenzahlungen
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant P&G, rund 15 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurückzugeben – 10 Milliarden über Dividenden und 5 Milliarden über Aktienrückkäufe. Die Ausschüttungsquote liegt bei 61,6 %, die Dividendenrendite aktuell bei etwa 2,9 %. Für einen globalen Konsumgüterkonzern ist das ein klares Signal der Kontinuität.
Mini-Tender deutlich unter Marktpreis
Deutlich weniger attraktiv wirkt dagegen ein externes Angebot: P&G hat die Aktionäre ausdrücklich aufgefordert, ein unaufgefordertes Mini-Tender-Angebot von Potemkin Limited abzulehnen.
Das Angebot lag bei 100 US-Dollar je Aktie – rund 31 % unter dem Schlusskurs vom 18. Dezember von 145,52 US-Dollar. Nach Darstellung des Unternehmens würden Aktionäre damit weit unter Marktpreis verkaufen. Diese Form von Mini-Tendern ist in den USA nicht unüblich, sorgt aber regelmäßig für Kritik, weil sie von unaufmerksamen Kleinaktionären ausgenutzt werden kann.
Bewertung unter dem historischen Schnitt
Bewertungsseitig bewegt sich Procter & Gamble derzeit am unteren Rand der eigenen Historie. Wichtige Kennzahlen:
- Marktkapitalisierung: 342,4 Milliarden US-Dollar
- KGV (TTM): 21,38
- Forward-KGV: 20,28
- Beta: 0,39 (deutlich defensives Profil)
Damit handelt die Aktie unter dem eigenen 10‑Jahres-Durchschnitt des Forward-KGV von 22,8. Auf Basis der Prognosen erscheint der Titel also etwas günstiger als im historischen Schnitt. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management einen Gewinn je Aktie (EPS) zwischen 6,83 und 7,10 US-Dollar, Analysten liegen mit 6,91 US-Dollar im Mittelfeld der Spanne.
Nächster Test: Quartalszahlen im Januar
Der nächste wichtige Prüfstein steht bereits fest: Am 22. Januar legt Procter & Gamble die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob die laufende Restrukturierung tatsächlich bessere Margen bringt und ob das organische Umsatzwachstum in der avisierten Spanne von 1 bis 4 % bleibt. Für den Markt werden insbesondere die Fortschritte beim Umbau und die Bestätigung der Jahresziele entscheidend sein.
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