Vonovia Aktie: Nebelige Aussichten!

Der Immobilienkonzern meldet einen hohen Nettogewinn, doch die Aktie fällt auf ein Jahrestief. Gleichzeitig gerät die Mietpreispolitik des Unternehmens in die Kritik.

Felix Baarz ·
Vonovia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Nettogewinn von 3,7 Milliarden Euro durch Sondereffekte
  • Aktienkurs stürzt um 12 Prozent auf Jahrestief
  • Mieterbund kritisiert angebliche radikale Mietsteigerungen
  • Management plant milliardenschwere Verkäufe zum Schuldenabbau

Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern präsentiert einen milliardenschweren Gewinnsprung sowie eine Trendwende bei den Immobilienwerten. Trotz dieser operativen Fortschritte reagierten Anleger am vergangenen Freitag mit massiven Verkäufen. Gleichzeitig rückt eine scharfe öffentliche Auseinandersetzung über die Preispolitik des Unternehmens in den Vordergrund.

Einmaleffekte kaschieren Zinssorgen

Auf den ersten Blick lieferte das Management überzeugende Zahlen für 2025. Das bereinigte EBITDA stieg um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand sogar ein Nettogewinn von 3,72 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch ein hoher Verlust verbucht wurde. Dieser gewaltige Sprung resultiert allerdings maßgeblich aus einem Steuergewinn von fast 1,6 Milliarden Euro sowie erstmals wieder positiven Immobilienbewertungen. Die Marktwerte des Portfolios stiegen im Jahresvergleich um 1,8 Prozent.

Der Kapitalmarkt ließ sich von diesen Einmaleffekten nicht blenden. Die Aktie brach am Freitag um rund 12 Prozent ein und beendete den Handel exakt auf dem 52-Wochen-Tief von 21,31 Euro. Marktbeobachter werten diesen Abverkauf als direkte Reaktion auf makroökonomische Faktoren. Steigende Inflationsrisiken und höhere Anleiherenditen belasten das stark fremdfinanzierte Geschäftsmodell der Immobilienbranche schwer.

Politischer Druck durch den Mieterbund

Abseits der Börse sieht sich der Konzern massiver Kritik ausgesetzt. Der Deutsche Mieterbund wirft dem Unternehmen „radikale Mietsteigerungen“ vor. Laut Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Mieterbundes Nordrhein-Westfalen, versuche der Vermieter in vielen Städten mit angeblich erfundenen Wohnwertmerkmalen die Preise über das zulässige Maß hinaus zu treiben.

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Auslöser der Debatte ist die auf 8,38 Euro pro Quadratmeter gestiegene Durchschnittsmiete sowie ein organisches Mietwachstum von 4,1 Prozent. Das Unternehmen wies die Vorwürfe umgehend zurück und betonte die strikte Orientierung an lokalen Mietspiegeln. Der Vorstoß des Mieterbundes zielt auf eine flächendeckende Ausweitung der Mietpreisbremse ab und bringt eine zusätzliche regulatorische Dimension in die aktuelle Bewertung des Immobilienriesen.

Verkäufe sollen Bilanz entlasten

Um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, treibt CEO Luka Mucic den Schuldenabbau voran. Der Verschuldungsgrad soll bis Ende 2028 von zuletzt 45,4 Prozent auf etwa 40 Prozent sinken. Dafür plant das Management den Verkauf von nicht-strategischen Beteiligungen sowie Gewerbe- und Pflegeimmobilien im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro. Parallel forciert das Unternehmen das Privatisierungsgeschäft. Nach 2.300 verkauften Wohnungen im Vorjahr peilt Mucic nun die Veräußerung von bis zu 3.500 Einheiten an.

Aktionäre erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr eine um 2,5 Prozent auf 1,25 Euro erhöhte Dividende. Die nächsten fundamentalen Datenpunkte zur Umsetzung der Verkaufsstrategie und zur Entwicklung der Mieteinnahmen liefert der Konzern im Frühjahr:

  • 7. Mai 2026: Veröffentlichung der Q1-Zahlen
  • 21. Mai 2026: Ordentliche Hauptversammlung

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Vonovia Aktie

21,31 EUR

– 0,59 EUR -2,69 %
KGV 6,69
Sektor Liegenschaften
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 18,33 Mrd. EUR
ISIN: DE000A1ML7J1 WKN: A1ML7J

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