Der französische Impfstoff-Spezialist Valneva zieht einen Schlussstrich unter sein US-Abenteuer. Nach monatelangem Hin und Her hat das Unternehmen den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ® aus dem amerikanischen Markt zurückgezogen – diesmal endgültig. Auslöser war ein neuer Sicherheitsvorfall, der die FDA auf den Plan rief. Die Börse reagierte nervös, doch die Aktie stabilisierte sich schneller als erwartet.
Die wichtigsten Fakten:
- Permanenter Rückzug der US-Zulassung für IXCHIQ® nach FDA-Suspendierung
- Clinical Hold verhängt wegen schwerwiegendem Nebenwirkungsfall außerhalb der USA
- Aktie fiel zunächst auf 3,64 Euro (-13,7%), schloss aber bei 4,33 Euro (+2,7%)
- Andere Märkte (Europa, Kanada, Brasilien) bleiben aktiv
- Konkurrent Bavarian Nordic ist nun alleiniger Anbieter in den USA
FDA dreht den Hahn endgültig zu
Die Entscheidung kam am Wochenende: Valneva nimmt sowohl die Biologics License Application (BLA) als auch den Investigational New Drug (IND) Antrag zurück. Dieser Schritt war nicht ganz freiwillig. Die FDA hatte einen Clinical Hold verhängt, nachdem ein neuer schwerwiegender Zwischenfall bekannt wurde. Ein jüngerer Erwachsener hatte gleichzeitig drei Impfstoffe erhalten – darunter IXCHIQ® – und erlitt danach eine ernste Nebenwirkung.
Valneva spricht von einem „plausiblen“ Zusammenhang mit dem eigenen Impfstoff, eine eindeutige Kausalität sei jedoch nicht nachgewiesen. Der Vorfall ereignete sich außerhalb der USA, wurde aber dem US-Meldesystem VAERS gemeldet. Für das Unternehmen ist klar: Eine Wiederaufnahme des US-Geschäfts lohnt sich nicht mehr.
Volatile Börsenreaktion mit positivem Ausgang
Der Montag begann turbulent. Die Aktie eröffnete bei 3,85 Euro und sackte zwischenzeitlich auf 3,64 Euro ab. Doch dann kam die Gegenbewegung: Bis Handelsschluss kletterte der Kurs auf 4,33 Euro – ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber Freitag. Das Handelsvolumen war mit 2,48 Millionen Stück rund dreimal so hoch wie üblich. Am Dienstag folgte eine leichte Konsolidierung auf 4,22 Euro.
Stifel-Analyst Damien Choplain hatte schon nach der FDA-Suspendierung im August 2025 alle US-Umsätze aus seinen Modellen gestrichen. In einer aktuellen Einschätzung spekuliert er, dass Valneva IXCHIQ® womöglich komplett aufgeben könnte – die Wirtschaftlichkeit sei „ungünstig“.
Fokus verschiebt sich auf Lyme-Borreliose
Für Anleger rückt nun VLA15 in den Mittelpunkt. Der Lyme-Borreliose-Impfstoff, entwickelt gemeinsam mit Pfizer, steht vor wichtigen Weichenstellungen. Im ersten Halbjahr 2026 werden die Phase-3-Ergebnisse der VALOR-Studie erwartet. Bei positiven Daten sollen noch 2026 die Zulassungsanträge bei FDA und EMA eingereicht werden.
Das internationale Geschäft mit IXCHIQ® läuft unterdessen weiter. Lizenzen in Europa, Großbritannien, Kanada und Brasilien bleiben aktiv. Valneva will auch die geplanten Post-Marketing-Studien fortsetzen – eine randomisierte Wirksamkeitsstudie in endemischen Ländern und eine Beobachtungsstudie in Brasilien stehen auf der Agenda.
Zahlen und Ausblick
Die Cash-Position lag Ende September 2025 bei 143,5 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2025 erzielte Valneva Produktumsätze von 119,4 Millionen Euro, ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am 19. März 2026 folgen die vollständigen Jahreszahlen. Dann wird sich zeigen, wie stark der US-Rückzug das Gesamtbild belastet – und ob VLA15 das Vertrauen der Investoren rechtfertigen kann.
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