iShares S&P 500 ETF: KI-Risiko steigt

Der iShares Core S&P 500 ETF ist durch den KI-Boom stärker von wenigen Tech-Schwergewichten wie NVIDIA abhängig. Hohe Bewertungen und ein verändertes Zinsumfeld stellen 2026 zentrale Herausforderungen dar.

Kurz zusammengefasst:
  • NVIDIA ist größte Einzelposition im ETF
  • Technologiesektor dominiert mit über 35 Prozent
  • ETF kämpft mit hoher Indexkonzentration
  • Zinssenkungen und Quartalsberichte als Treiber

Künstliche Intelligenz, hohe Indexstände und eine neue Zinsphase: Der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (Dist) startet in ein Jahr, in dem viel auf dem Spiel steht. Nach einem starken 2025 verschiebt sich das Gewicht im Fonds immer stärker in Richtung weniger Tech-Schwergewichte – allen voran NVIDIA. Die zentrale Frage: Wie stabil bleibt der ETF, wenn sich die KI-Euphorie abkühlt?

KI verschiebt die Gewichte

Der ETF spiegelt unverändert alle 503 Titel des S&P 500 physisch wider, doch die Kräfteverhältnisse im Index haben sich im vergangenen Jahr deutlich verschoben. Die Konzentration an der Spitze ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Die Top-10-Positionen vereinen inzwischen rund 40 % des Fondsvolumens auf sich.

S&P 500 ETF

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Im Mittelpunkt steht der KI-Boom. NVIDIA ist mit einem Gewicht von 7,73 % zur größten Einzelposition aufgestiegen und hat Apple und Microsoft überholt. Getrieben wird dieser Sprung von massiven Investitionen in KI-Infrastruktur, die die Gewinne der Chipkonzerne nach oben gezogen haben. Auch Broadcom hat seinen Platz in den Top 10 gefestigt und verstärkt die Dominanz des Technologiesektors, der inzwischen gut ein Drittel (35,12 %) des ETF ausmacht.

Dem gegenüber stehen Schwächen bei konsumabhängigen Tech-Werten. Tesla und Amazon haben den Fonds zuletzt ausgebremst. Bei Tesla belasteten insbesondere verfehlte Auslieferungsziele im vierten Quartal und ein zweites Jahr in Folge mit nachlassendem Wachstumstempo. Unterm Strich ist der ETF damit stärker denn je davon abhängig, dass die Gewinne der großen Halbleiter- und Plattformkonzerne auf hohem Niveau bleiben.

Zinsen, Inflation und Bewertung

Auf der Makroseite muss sich der ETF mit einem veränderten Zinsumfeld auseinandersetzen. Die US-Notenbank hat Ende 2025 drei Mal die Zinsen gesenkt, um den Arbeitsmarkt zu stützen. Noch ist aber unklar, ob damit ein „sanftes Abbremsen“ der Konjunktur gelingt – oder ob die Lockerung die ohnehin zähe Inflation wieder anheizt, die weiter über dem 2%-Ziel liegt.

Gleichzeitig handelt der S&P 500 auf hohen Bewertungsniveaus. Die anstehende Berichtssaison für das vierte Quartal wird damit zum Belastungstest. Besonders im Fokus stehen die „Magnificent Seven“, allen voran NVIDIA und Microsoft: Enttäuschende Ausblicke oder verfehlte Prognosen könnten wegen der hohen Indexkonzentration schnell zu spürbaren Rücksetzern im ETF führen.

Charttechnisch liegt der S&P 500 in der Nähe seiner Höchststände. Der Bereich um 6.950 Punkte bildet den jüngsten Rekordstand, während sich im Bereich um 6.800 Punkte eine erste Unterstützungszone abzeichnet. Ein Rutsch unter 6.700 Punkte wäre ein Signal für eine mögliche Trendwende – mit unmittelbaren Folgen für den ETF.

Wettbewerb und Struktur im Vergleich

Im europäischen Markt für S&P-500-ETFs tritt der iShares-Core-ETF in direkter Konkurrenz zu Angeboten von Vanguard und Invesco an. Alle drei Produkte zielen darauf ab, den US-Leitindex möglichst präzise abzubilden, unterscheiden sich aber in Kostenstruktur und Konstruktion.

  • iShares Core S&P 500 UCITS ETF
  • TER: 0,07 %
  • Replikation: physisch, vollständige Nachbildung
  • Ausschüttung: quartalsweise
  • Fondsvolumen: ca. 17,3 Mrd. Euro

  • Vanguard S&P 500 UCITS ETF

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  • TER: 0,07 %
  • Replikation: physisch, vollständige Nachbildung
  • Ausschüttung: quartalsweise
  • Fondsvolumen: ca. 42,3 Mrd. Euro

  • Invesco S&P 500 UCITS ETF

  • TER: 0,05 %
  • Replikation: synthetisch (Swap)
  • Ausschüttung: thesaurierend

Vanguard dominiert das Segment der ausschüttenden S&P-500-ETFs nach Volumen und bietet ein ähnliches Kostenprofil wie iShares. Invesco setzt mit dem synthetischen Ansatz und etwas niedrigeren Gebühren auf maximale Indexnähe und kann durch den Steueraufbau bei Dividenden einen leichten Performancevorteil erzielen. Für Anleger, die auf physische Replikation und regelmäßige Ausschüttungen setzen, läuft die Entscheidung typischerweise auf einen Vergleich zwischen iShares und Vanguard hinaus, während Invesco eher auf renditeorientierte Investoren zielt, die Thesaurierung und Tracking-Qualität priorisieren.

Aktuelle Performance und technische Lage

Trotz der zuletzt nervöseren Marktphase bleibt die Entwicklung des ETF insgesamt robust. Im Gesamtjahr 2025 steht ein Zuwachs von rund 15 % zu Buche, was die enge Anbindung an den S&P 500 unterstreicht. In den vergangenen Wochen zeigte sich jedoch eine gewisse Ermüdungstendenz mit eher seitwärts gerichteten Kursen.

Am Freitag schloss der ETF bei 58,23 Euro. Damit liegt der Kurs nur knapp 1,8 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 59,28 Euro, aber deutlich über dem Jahrestief von 45,32 Euro. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 54,63 Euro beträgt rund 6,6 %, der 14-Tage-RSI von 66,2 signalisiert ein bereits recht hohes, aber noch nicht extremes Aufwärtsmomentum.

Was den ETF 2026 bewegt

Für den weiteren Verlauf des ersten Quartals zeichnen sich drei wesentliche Treiber ab:

  • Verzögerter Effekt der Zinssenkungen: Die US-Zinswende ist eingeleitet, ihre Wirkung auf Wachstum, Gewinne und Bewertungen steht aber noch aus. Gelingt der Fed eine Konjunkturabkühlung ohne Rezession, stützt das in der Regel Aktien – kippt die Stimmung, geraten hoch bewertete Segmente besonders unter Druck.

  • Q4-Berichtssaison der Tech-Schwergewichte: Die Gewinn- und Margenentwicklung von NVIDIA, Microsoft & Co. dürfte maßgeblich bestimmen, ob die Konzentration im Index zum Vorteil oder Risiko wird. Bereits kleinere Enttäuschungen bei Umsatz oder Ausblick können sich durch die hohe Gewichtung überproportional im ETF niederschlagen.

  • Entscheidende Chartmarken am US-Markt: Der Spielraum zwischen den jüngsten Allzeithochs und der Unterstützungszone ist begrenzt. Ein Ausbruch nach oben würde den positiven Trend bestätigen, während ein Bruch der wichtigen Unterstützungsbereiche den Übergang von einer Konsolidierung in eine Korrektur signalisieren könnte.

Unterm Strich bleibt der iShares Core S&P 500 UCITS ETF ein klassischer Kernbaustein für breit gestreute US-Engagements, doch das Risikoprofil hat sich klar verschoben: Die starke Abhängigkeit von Technologiewerten und insbesondere NVIDIA macht den Fonds 2026 anfälliger für Rückschläge im KI-Segment, während positive Überraschungen der großen Tech-Konzerne den Kurs auch weiter treiben können.

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