Microsoft steht heute vor einem der wichtigsten Termine des Jahres. Nach Börsenschluss legt der Tech-Konzern seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2026 vor – und die Erwartungen sind hoch. Vor allem eine Kennzahl entscheidet kurzfristig über die Richtung der Aktie: das Wachstum von Azure.
Was der Markt erwartet
Im Zentrum steht weiterhin der Bereich „Intelligent Cloud“. Für das Quartal bis zum 31. Dezember 2025 rechnen Analysten mit einem Umsatzanstieg um rund 15 % auf etwa 80,3 Milliarden US‑Dollar. Der Konsens für den Gewinn je Aktie liegt bei rund 3,91 US‑Dollar, gut 21 % mehr als im Vorjahr.
Noch wichtiger als diese Topline-Zahlen ist für viele Investoren aber die Entwicklung von Azure:
- Microsoft hatte selbst ein Azure-Wachstum von 37 % (konstante Währung) in Aussicht gestellt.
- Teile des Marktes hoffen inzwischen auf mehr: Einige Analysten, etwa von Stifel, halten 39 bis 40 % für möglich.
- Parallel dazu explodieren die Ausgaben: Sichtbar in den erwarteten Investitionen (CapEx) von rund 36,25 Milliarden US‑Dollar im Quartal – ein Plus von 60 % gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtgeschäftsjahr 2026 peilt Microsoft fast 100 Milliarden US‑Dollar an.
Damit ist klar, worauf es ankommt: Das Azure-Wachstum muss hoch genug sein, um diese Investitionsoffensive zu rechtfertigen. Optionspreise spiegeln diese Spannung wider – sie signalisieren eine mögliche Kursreaktion von rund 5 % nach den Zahlen.
Maia 200: Angriff auf die Kostenbasis
Kurz vor den Ergebnissen hat Microsoft die eigene Hardware-Strategie nachgeschärft. Am 27. Januar 2026 stellte der Konzern den neuen Inferenzchip Maia 200 vor – ein Baustein, der direkt in die Kostenstruktur der KI-Angebote eingreift.
Der Chip wird im 3‑Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt und soll die Abhängigkeit von externen, teuren GPUs reduzieren. Microsoft betont:
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- Rund 30 % bessere Leistung pro Dollar im Vergleich zur aktuellen Hardware-Basis.
- In ausgewählten Benchmarks liege Maia 200 vor Amazons Trainium 3.
Flankiert wird der Start von einem großen Liefervertrag mit SK Hynix für Speicherchips. Dessen Bedeutung zeigte sich sofort: Die SK-Hynix-Aktie legte im asiatischen Handel um knapp 9 % zu. Aus Marktsicht liefert Microsoft damit einen konkreten Hebel, um die langfristigen Margen im KI-Geschäft zu verbessern – trotz der aktuell sehr hohen CapEx.
Analystenreaktionen und Bewertung
Die Grundstimmung an der Wall Street bleibt positiv. Im Konsens wird Microsoft weiter mit „Strong Buy“ eingestuft, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 620 US‑Dollar. Dennoch zeigen sich erste Anpassungen, vor allem wegen der Margenrisiken durch die massiven Investitionen in KI-Personal und Rechenzentren.
- Stifel-Analyst Brad Reback hat sein Kursziel von 640 auf 520 US‑Dollar gesenkt, das Rating „Buy“ aber beibehalten. Begründung: Die enormen Ausgaben könnten kurzfristig auf die Profitabilität drücken.
- Andere Häuser bleiben offensiv: Goldman Sachs sieht das Ziel weiter bei etwa 655 US‑Dollar.
Damit ergibt sich ein klares Bild: Die langfristige KI-Story überzeugt, kurzfristig rückt die Frage nach der Rendite auf das eingesetzte Kapital in den Vordergrund.
Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick
- Ergebnisvorlage: Heute nach US-Börsenschluss (Q2 GJ 2026).
- Umsatz-Konsens: ca. 80,3 Mrd. US‑Dollar (+15 % gegenüber Vorjahr).
- EPS-Konsens: ca. 3,91 US‑Dollar.
- Azure: Wachstum über 37 % (konstante Währung) gilt als nötig, um optimistische Erwartungen zu erfüllen.
- CapEx: Erwartet rund 36,25 Mrd. US‑Dollar im Quartal, Ziel knapp 100 Mrd. US‑Dollar im Gesamtjahr 2026.
- Neue Hardware: Maia‑200‑Chip eingeführt, um KI-Inferenzkosten zu senken.
- Optionsmarkt: Preist eine Kursbewegung von etwa ± 5 % unmittelbar nach den Zahlen ein.
Bewertung und Ausgangslage vor den Zahlen
An der Börse spiegelt sich die Spannung bereits wider. Gestern schloss die Aktie bei 477,52 US‑Dollar – auf Wochensicht ein Plus von 8,61 %, im Jahresverlauf allerdings erst ein Zuwachs von 0,97 %. Damit notiert das Papier nur rund 2 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, zugleich aber fast 49 % über dem Tief des vergangenen Jahres. Aus technischer Sicht bewegt sich die Aktie spürbar über ihren mittelfristigen Durchschnitten, ohne in einen extrem überkauften Bereich zu laufen.
Inhaltlich steht der heutige Bericht unter einem klaren Vorzeichen: Der Markt akzeptiert die hohen Investitionen nur dann, wenn sich im Gegenzug eine deutlich beschleunigte Monetarisierung des KI-Geschäfts abzeichnet. Azure-Wachstum, Margenentwicklung im Cloud-Segment und erste Signale zur Kostenwirkung des Maia‑200‑Chips werden deshalb besonders scharf beobachtet.
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