RTL will beim geplanten Kauf von Sky Deutschland keine Zeit verlieren – und hat dafür jetzt den offiziellen Startschuss in Brüssel gegeben. Mit der formellen Anmeldung bei der EU-Kommission beginnt die kartellrechtliche Prüfung, ohne die der Deal nicht über die Ziellinie kommt. Entscheidend wird, wie die Behörden die Marktmacht eines gebündelten TV- und Streaming-Angebots bewerten.
Kartellprüfung läuft – Frist steht
Mit der Einreichung der Unterlagen hat RTL Group das Fusionskontrollverfahren bei der Europäischen Kommission angestoßen. Brüssel hat als vorläufige Frist für die erste Bewertung den 8. April 2026 gesetzt.
RTL peilt weiterhin an, die Übernahme in der ersten Jahreshälfte 2026 abzuschließen. Die grundsätzliche Vereinbarung mit Comcast, der US-Mutter von Sky, hatte das Unternehmen bereits im Sommer 2025 angekündigt.
Was RTL mit Sky erreichen will
Strategisch ist die Richtung klar: Klassisches Free-TV, Pay-TV und digitale Plattformen sollen unter einem Dach zusammengeführt werden. Konkret soll RTL+ mit Skys Streamingdienst WOW kombiniert werden. Zusammen käme die neue Einheit laut Plan auf rund 11,5 Millionen zahlende Abonnenten – ein Hebel, um sich im europäischen Wettbewerb mit internationalen Streaming-Anbietern breiter aufzustellen.
Auch personell ist der Rahmen abgesteckt: Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland, soll nach Abschluss der Übernahme das kombinierte Geschäft führen. Das Management zeigt sich zuversichtlich, die nötigen Freigaben zu erhalten – und rechnet dabei nicht mit weitreichenden strukturellen Auflagen.
Preis, Nachschlag und die Aktie als Trigger
Finanziell besteht der Deal aus einem festen und einem variablen Teil. Beim im Juni 2025 festgezurrten Rahmen wurde der Kaufpreis zunächst auf 150 Mio. Euro in bar festgelegt.
Zusätzlich ist ein erfolgsabhängiger Mechanismus vereinbart, der an den RTL-Aktienkurs gekoppelt ist: Comcast kann innerhalb von fünf Jahren nach Closing eine Zusatzzahlung auslösen, wenn der Kurs über 41 Euro steigt. Dieser variable Teil ist auf maximal 377 Mio. Euro begrenzt. RTL darf ihn in bar, in Aktien oder als Mischung begleichen.
Warum der Deal in die Zeit passt
Der Hintergrund: Der TV-Markt verschiebt sich schneller Richtung Streaming, während klassische Werbeerlöse im Sektor unter Druck stehen. RTL will deshalb stärker auf Abo-Modelle und Premium-Inhalte setzen. Sky Deutschland bringt dafür vor allem umfangreiche Sportrechte ein – darunter große Fußball- und Motorsport-Events – die mit RTLs Unterhaltungs- und Newsangebot zu einem breiten Gesamtpaket geschnürt werden sollen.
Genau hier setzt auch die Prüfung in Brüssel an: Die EU-Kommission wird bewerten, ob die gebündelte Stellung sowohl im Abo-/Pay-Markt als auch im Werbemarkt wettbewerbsrechtliche Probleme aufwerfen könnte.
Zum Kursbild: Die Aktie schloss am Freitag bei 37,05 Euro und liegt damit nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen‑Hoch von 37,75 Euro – der Markt wartet nun vor allem auf Signale aus dem Genehmigungsprozess und auf Klarheit, wie reibungslos die Zusammenlegung tatsächlich laufen kann.
RTL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue RTL-Analyse vom 1. März liefert die Antwort:
Die neusten RTL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für RTL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
RTL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
