Ørsted Aktie: Politikrisiko

Die vorgezogene Parlamentswahl in Dänemark befeuert die Diskussion über einen möglichen Verkauf des staatlichen Mehrheitsanteils an Ørsted, während das Unternehmen solide operative Zahlen vorlegt.

Kurz zusammengefasst:
  • Rechte Parteien planen Vorstoß für Staatsausstieg
  • Staat beteiligte sich erst kürzlich an Kapitalerhöhung
  • EBITDA-Ziel für 2025 innerhalb der Prognosespanne
  • Asset-Verkäufe erzielen höhere Erlöse als geplant

Ørsted wirkt operativ und finanziell stabiler – doch ausgerechnet jetzt rückt die Mehrheitsbeteiligung des dänischen Staates wieder in den Mittelpunkt. Eine vorgezogene Parlamentswahl hat die Debatte über einen möglichen Verkauf neu angefacht. Wie groß ist das politische Risiko für den Kurs bis zur Wahl?

Wahlkampf bringt Privatisierungsdebatte zurück

Nach der Ankündigung von Premierministerin Mette Frederiksen läuft der Wahlkampf seit dem 26. Februar. Gewählt wird am 24. März ein neues Parlament.

Orsted

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Vier rechtsgerichtete Parteien wollen laut Finans.dk nach der Wahl einen Plan vorlegen lassen, wie der Staat seine Beteiligung an Ørsted abgeben könnte. Genannt werden die Konservative Volkspartei, Liberal Alliance, Dänische Volkspartei und die Dänemark-Demokraten. Zusammen kommen sie derzeit auf 48 von 179 Sitzen. Die Liberalen, Teil der Regierungskoalition, wollen den Vorstoß demnach nicht blockieren. Damit kämen die fünf Parteien zusammen auf rund 40% der aktuellen Sitze.

Teil des Vorschlags: Dänemark solle zunächst Vermögenswerte aus Ørsted herauslösen, die für die nationale Energieinfrastruktur wichtig sind, und diese vor einem Verkauf beim Staat behalten.

Aktuelle Umfragen deuten allerdings weiterhin eher auf eine linke Regierungsmehrheit hin, die keine Verkaufsbereitschaft signalisiert hat. Laut einer jüngsten Umfrage des öffentlich-rechtlichen Senders DR würden die fünf rechten Parteien bei der kommenden Wahl auf 74 Sitze kommen – zu wenig für eine Mehrheit.

Zusätzliche Brisanz: Der Staat war erst vor wenigen Monaten an einem Rettungspaket beteiligt und übernahm im Oktober die Hälfte einer Kapitalerhöhung über 60 Milliarden dänische Kronen (9,4 Mrd. US-Dollar). Ein möglicher Ausstieg kurz nach dieser Stützung verkompliziert die politische Diskussion.

Pflichtmitteilung zu Manager-Transaktion

Ørsted veröffentlichte zudem eine Meldung nach EU-Verordnung 596/2014 zu einer Transaktion einer Führungskraft. Genannt wird Chief Development Officer Amanda Ash Dasch. Die Einreichung erfolgte am 3. März; weitere Details zur Art oder zum Wert der Transaktion nennt die Pflichtmitteilung im Text nicht, sondern verweist auf das beigefügte Dokument.

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Zahlen 2025, Plan für 2026

Abseits der politischen Debatte lieferte Ørsted für 2025 Kennzahlen, die im Rahmen der eigenen Zielspanne lagen. Das EBITDA (ohne neue Partnerschaftsvereinbarungen und Stornogebühren) erreichte 25,1 Mrd. DKK und lag damit innerhalb der Prognosespanne von 24 bis 27 Mrd. DKK. Unter dem Strich stand ein Jahresgewinn von 3,2 Mrd. DKK.

Wichtig war zudem die Kapitalmaßnahme: Die Kapitalerhöhung stärkte die Kapitalstruktur. Außerdem meldet Ørsted, das Desinvestitionsprogramm für 2025 und 2026 früher als geplant abgeschlossen zu haben – und mit höheren Erlösen als erwartet.

Konkret vereinbarte Ørsted mit Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) über dessen Fonds CI V den Verkauf des gesamten europäischen Onshore-Geschäfts. Der Transaktionswert liegt bei 1,44 Mrd. Euro (10,7 Mrd. DKK). Der Abschluss wird im zweiten Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

In Summe beziffert Ørsted die vereinbarten Erlöse aus Asset-Verkäufen für 2025–2026 auf rund 46 Mrd. DKK. Das liegt über dem Ziel von mehr als 35 Mrd. DKK.

Für 2026 bestätigte Ørsted die Prognose: Das EBITDA (ohne neue Partnerschaften und Stornogebühren) soll über 28 Mrd. DKK liegen. Die Bruttoinvestitionen erwartet der Konzern bei 50 bis 55 Mrd. DKK.

Der nächste feste Termin für Anleger ist der Quartalsbericht am 6. Mai. Bis dahin dürfte vor allem die Wahl am 24. März samt Debatte über den staatlichen Anteil von 50,1% die Stimmung prägen, während die operative Guidance für 2026 unverändert bleibt.

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