Oracle gerät juristisch weiter unter Druck. Eine weitere Kanzlei hat in den USA eine Sammelklage wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs eingereicht – und rückt damit erneut die hohen Ausgaben für KI-Rechenzentren sowie das Thema Verschuldung in den Mittelpunkt. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil die Vorwürfe direkt an die Kommunikation rund um Investitionen, Cashflow und Wachstumserwartungen anknüpfen.
Wichtige Eckdaten auf einen Blick:
– Neue Sammelklage vor einem US-Bundesgericht in Delaware
– Betroffener Zeitraum: Käufe zwischen 12. Juni 2025 und 16. Dezember 2025
– Frist für den „Lead Plaintiff“: 6. April
– Aktie: am Dienstag -3,9% auf 153,94 US-Dollar
Neue Sammelklage in Delaware
Die Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check teilte gestern mit, dass sie eine Wertpapier-Sammelklage gegen Oracle beim U.S. District Court (District of Delaware) angestoßen hat. Das Verfahren läuft unter Barrows v. Oracle Corporation, et al. (Az.: 1:26-cv-00127-JLH) und wurde laut Mitteilung ursprünglich Anfang des Monats eingereicht.
Klägerseitig geht es um Investoren, die Oracle-Aktien im Zeitraum vom 12. Juni 2025 bis 16. Dezember 2025 gekauft haben. Wer als führender Kläger auftreten will, muss sich bis zum 6. April melden.
Vorwürfe: KI-Investitionen, Schulden, Cashflow
Im Kern behauptet die Klage, Oracle habe Anleger über die eigene KI-Infrastruktur-Strategie in die Irre geführt. Konkret geht es um Aussagen des Managements, wonach erhebliche Investitionen in den Ausbau von Rechenzentren „schnell“ in beschleunigtes Umsatz- und Gewinnwachstum übergehen sollten.
Die Kläger werfen dem Unternehmen unter anderem vor,
– dass die Strategie zu stark steigenden Investitionen (CapEx) geführt habe, ohne dass kurzfristig ein entsprechendes Umsatzwachstum sichtbar geworden sei,
– dass Risiken rund um Verschuldung, Kreditrating und freien Cashflow nicht ausreichend kommuniziert worden seien,
– und dass Aussagen zu den Geschäftsaussichten in wesentlichen Punkten irreführend gewesen seien.
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Wie schwer wiegt das für die Aktie? Juristisch sind Vorwürfe zunächst nur Behauptungen – aber sie verstärken in der Regel den Druck, wenn Anleger ohnehin an den zugrunde liegenden Kennzahlen zweifeln.
Kurs unter Druck, Nachrichtenlage gemischt
Die Aktie fiel gestern um 3,9% und rutschte zwischenzeitlich bis auf 152,88 US-Dollar, bevor sie bei 153,94 US-Dollar aus dem Handel ging. Das Volumen lag mit rund 19,1 Millionen Stück unter dem durchschnittlichen Tageswert von 27,5 Millionen. Seit September 2025 ist der Titel laut den Angaben im Quelltext deutlich schwankungsanfälliger, nachdem erstmals Sorgen über die KI-Ausgaben aufkamen. Zudem liegt der Kurs weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 345,72 US-Dollar.
Gleichzeitig ist die Nachrichtenlage nicht nur negativ: Anfang dieses Monats erhielt Oracle einen Cloud-Auftrag der US-Luftwaffe über 88 Millionen US-Dollar im Rahmen des Programms „Cloud One“. Allerdings haben inzwischen mehrere Kanzleien Sammelklagen im Zusammenhang mit den KI-Investitionen und Angaben zur OpenAI-Partnerschaft eingereicht oder angekündigt.
Auslöser vieler Vorwürfe sind Entwicklungen Ende 2025: Am 10. Dezember meldete Oracle Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem Umsatzwachstum unter Analystenerwartungen, während die Investitionsausgaben die Prognosen übertrafen. Zudem wies das Unternehmen einen negativen freien Cashflow von über 10 Milliarden US-Dollar aus. Später folgten zusätzliche Leasing-Verpflichtungen in Höhe von 248 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten; außerdem wurde berichtet, dass sich Fertigstellungen bestimmter OpenAI-Rechenzentren von 2027 auf 2028 verschoben hätten.
Auch an der Analystenfront blieb es zuletzt trotz Abwärtskorrekturen insgesamt konstruktiv: Cantor Fitzgerald senkte das Kursziel von 400 auf 320 US-Dollar, KeyCorp von 350 auf 300 US-Dollar – beide blieben aber bei positiven Einstufungen. Als nächster Fixpunkt im Verfahren gilt nun der 6. April: Bis dahin muss feststehen, wer die Anlegerseite als „Lead Plaintiff“ in der Sammelklage anführt.
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