Deutsche Telekom Aktie: Fahrplan für das Kupfer-Aus

Die Bundesnetzagentur definiert Kriterien für die Abschaltung des Kupfernetzes, während die Telekom mit Aktienrückkäufen gegen den Kursverfall agiert.

Kurz zusammengefasst:
  • Regulierer setzt 80-Prozent-Schwelle für Kupferabschaltung
  • Aktives Rückkaufprogramm stützt aktuell schwachen Kurs
  • Neue Technologie gegen Telefonbetrug eingeführt
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief

Die Aktie der Deutschen Telekom steht an der Börse aktuell unter Druck und notiert in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Tief. Während der Kurs kurzfristig schwächelt, treibt das Management im Hintergrund jedoch entscheidende strategische Projekte voran. Neben einem aktiven Aktienrückkauf sorgt vor allem ein neues Konzeptpapier der Bundesnetzagentur für Fantasie, das das Ende der alten DSL-Technik einläuten könnte.

Hier sind die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Deutsche Telekom

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  • Rückkaufprogramm: Bereits über 3 Millionen Aktien im Januar zurückgekauft.
  • Regulierung: Bundesnetzagentur legt Kriterien für DSL-Abschaltung fest.
  • Innovation: Neue Technologie gegen Telefonbetrug („Branded Calling“).
  • Kursentwicklung: Minus 16,82 % in den letzten 30 Tagen.

Ende der Kupferzeit in Sicht

Die vielleicht bedeutendste Nachricht für die langfristige Strategie des Konzerns kommt von der Regulierungsbehörde. Die Bundesnetzagentur hat einen konkreten Fahrplan vorgelegt, der den Übergang vom alten Kupfernetz (DSL) zur Glasfaser (FTTH/B) regelt. Ein entscheidender Punkt ist die definierte 80-Prozent-Schwelle: Sobald vier Fünftel der Haushalte in einem Gebiet mit Glasfaser versorgt sind, wird eine Abschaltung des Kupfernetzes möglich.

Für die Deutsche Telekom, die fast die Hälfte der aktuellen Glasfaseranschlüsse in Deutschland verlegt hat, ist dies ein wichtiges Signal. Zwar nutzen derzeit noch 23 Millionen Kunden DSL, doch der Vermarktungsstopp für diese Alt-Produkte soll bereits 24 Monate vor der endgültigen Abschaltung greifen. Dies dürfte den Migrationsdruck hin zu hochwertigeren Glasfaseranschlüssen mittelfristig deutlich erhöhen und Umsatzpotenziale heben.

Rückkäufe stützen den Kurs

Um dem jüngsten Abwärtstrend an der Börse entgegenzuwirken, nutzt der Konzern seine Liquidität für eigene Anteilsscheine. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2 Milliarden Euro läuft seit Jahresbeginn auf Hochtouren. Bis zum 16. Januar erwarb das Unternehmen 3.036.911 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 28,03 Euro.

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Ein Blick auf die aktuelle Notierung zeigt jedoch die Diskrepanz zwischen Kaufpreis und Marktwert: Mit einem Schlusskurs von 26,95 Euro am Donnerstag notiert das Papier unter dem Durchschnittspreis der jüngsten Rückkäufe. Der Titel hat allein im letzten Monat fast 17 Prozent an Wert eingebüßt und bewegt sich nur knapp über dem am 21. Januar markierten 52-Wochen-Tief von 26,31 Euro. Der Rückkauf dient hier als wichtige psychologische und reale Stütze.

Innovation im Netzgeschäft

Operativ setzt die Telekom auf Qualitätsoffensiven, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Durch Partnerschaften mit Hiya und First Orion führt der Konzern „Branded Calling“ ein. Diese Technologie ermöglicht es, verifizierte Anruferidentitäten im Display anzuzeigen, was die Annahmequote bei Geschäftsanrufen erhöhen soll. Da laut Marktstudien 80 Prozent aller unbekannten Anrufe ignoriert werden, bietet dieses Feature einen echten Mehrwert für Geschäftskunden. Flankiert wird dies durch eine neue breit angelegte Marketingkampagne.

Fazit und Ausblick

Die Diskrepanz zwischen dem operativen Fortschritt und der kurzfristigen Kursentwicklung ist offensichtlich. Während die Regulierungsbehörde den Weg für die Glasfaser-Dominanz ebnet und das Management Aktien vom Markt nimmt, preisen Anleger derzeit Risiken ein. Entscheidend für die weitere Richtung werden die Quartalszahlen für das Gesamtjahr 2025 sein, die der Konzern am 26. Februar 2026 vorlegt. Bis dahin bleibt die geplante Rekorddividende von 1,00 Euro je Aktie ein wichtiges Argument für Investoren.

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