Manroland Sheetfed, Partner für die neue Cartonmaster CX 145, steht im Schutzschirmverfahren. Heidelberger Druckmaschinen will dennoch an der Kooperation festhalten – die erste Demomaschine soll im April installiert werden. Kann das gut gehen?
Schutzschirmverfahren bei Manroland Sheetfed
Anfang März beantragte der Offenbacher Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed ein Schutzschirmverfahren. Die Muttergesellschaft Langley Holdings unterstützt den Schritt finanziell. Anders als bei einer klassischen Insolvenz bleibt die Geschäftsführung am Ruder, ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht das Verfahren.
Der Grund für die Schieflage: Ein massiver Einbruch im chinesischen Markt. Früher machte China 40 Prozent der Verkäufe neuer Druckmaschinen aus – diese Zeiten sind vorbei. Manroland beschäftigt aktuell rund 750 Mitarbeiter.
Heidelberg hält an Cartonmaster-Projekt fest
Trotz der Turbulenzen beim Partner will Heidelberger Druckmaschinen die im vergangenen Jahr angekündigte Kooperation fortsetzen. Ab Anfang April soll die erste Cartonmaster CX 145 Demomaschine am Standort Wiesloch-Walldorf installiert werden.
Die Cartonmaster basiert auf der Roland Evolution 900 von Manroland Sheetfed. Heidelberg integriert sie in sein digitales Ökosystem – inklusive Prinect Workflow und Kundenportal. Das Unternehmen übernimmt Vertrieb, Installation, Schulungen und Service weltweit.
Die Entscheidung, am Zeitplan festzuhalten, ist auch ein Signal an potenzielle Kunden: Trotz der Krise beim Partner bleibt das Produktportfolio stabil. Bei Großanlagen ist Kontinuität ein entscheidender Kauffaktor.
Operative Zahlen: Mehr Umsatz, weniger Aufträge
In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/2026 legte der Umsatz um 6,1 Prozent zu. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich durch Effizienzmaßnahmen. Doch der Auftragseingang ging zurück – ein Warnsignal für die kommenden Quartale.
Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen einen Nettoumsatz von rund 2,35 Milliarden Euro an. Die bereinigte EBITDA-Marge wird am unteren Ende der anvisierten 8 Prozent erwartet.
Aktie auf Talfahrt
Anfang März erreichte die Aktie bei 1,40 Euro ein 6-Monats-Tief. Innerhalb eines Monats verlor der Titel mehr als 16 Prozent. Zum Vergleich: Im Juli 2025 hatte die Aktie nach der Bekanntgabe des Einstiegs in den Verteidigungssektor noch 2,80 Euro erreicht – ein Tagesplus von über 35 Prozent.
Am 10. Juni folgen die Bilanzzahlen für das Gesamtjahr. Bis dahin muss sich zeigen, ob die Diversifizierungsstrategie schnell genug greift, um die Schwäche im klassischen Maschinengeschäft auszugleichen. Die Installation der Cartonmaster im April wird zum ersten Belastungstest für die Kooperation mit Manroland Sheetfed.
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