Voestalpine Aktie: Zölle treffen die Rohre
Voestalpine rechnet mit 60 bis 80 Millionen Euro Verlust durch US-Handelspolitik, hält aber an der Jahresprognose fest. Die Jahreszahlen im Juni zeigen die genauen Auswirkungen.

Kurz zusammengefasst
- US-Importzölle dämpfen Verkaufsvolumen bei Rohren
- Portfoliobereinigung schafft Mittel für Greentec-Projekt
- EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr bleibt bestehen
- Vollständige Jahreszahlen werden am 3. Juni veröffentlicht
Minus 24 Prozent in 30 Tagen — die Voestalpine-Aktie hat seit ihrem Februar-Hoch bei knapp 49 Euro rund 12 Euro verloren und notiert aktuell bei etwa 37 Euro. Hinter dem Kursrückgang steckt kein diffuses Unbehagen, sondern ein klar bezifferter Schaden: Das Management rechnet mit einem negativen Ergebniseffekt von 60 bis 80 Millionen Euro durch die US-Handelspolitik.
Besonders hart trifft es die Sparte voestalpine Tubulars. Die Sonderrohre für die Öl- und Gasindustrie, die rund 300 Millionen Euro Jahresumsatz beisteuern, leiden unter einer doppelten Belastung: US-Importzölle von bis zu 50 Prozent auf Stahlprodukte und gleichzeitig niedrige Ölpreise, die die Nachfrage der Kunden dämpfen. CEO Herbert Eibensteiner nennt diese Kombination als Hauptursache für den deutlichen Rückgang der Verkaufsvolumen in diesem Segment.
Portfoliobereinigung schafft Spielraum
Parallel zum Zolldruck hat Voestalpine einen tiefgreifenden Umbau abgeschlossen. Die Schließung der Camtec GmbH in Linz, der Verkauf von BÖHLER Profil an den US-Konzern Kadant für rund 157 Millionen Euro sowie weitere Standortkonsolidierungen beenden eine intensive Bereinigungsphase innerhalb der High Performance Metals Division. Die Erlöse fließen direkt in das 1,5 Milliarden Euro schwere Projekt „greentec steel“: Im April schließt der Konzern den Rohbau des neuen Werks in Linz ab, der erste Elektrolichtbogenofen soll im Februar 2027 in Betrieb gehen.
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Aus Europa kommen derweil gegenläufige Signale. Der seit Januar vollständig wirksame Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) belastet importierten Stahl aus Drittländern mit CO₂-Zertifikaten im Wert von 40 bis 70 Euro pro Tonne — ein struktureller Vorteil für europäische Produzenten wie Voestalpine. Ab Juli 2026 halbieren sich zudem die EU-Importquoten, die Zölle außerhalb dieser Quoten verdoppeln sich auf 50 Prozent.
Jahreszahlen am 3. Juni
Trotz der Zollbelastung hält das Management an seiner EBITDA-Prognose von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro für das Gesamtjahr fest — gestützt durch solide Quartalsergebnisse: In den ersten drei Quartalen stieg das EBITDA um 7,2 Prozent auf 1 Milliarde Euro, das EBIT legte sogar um 20,9 Prozent zu. Die Nettoverschuldung sank trotz der Greentec-Investitionen um 27,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.
Am 3. Juni legt der Vorstand die vollständigen Jahreszahlen vor — dann wird konkret aufgeschlüsselt, wie stark die US-Zölle die Margen tatsächlich belastet haben. Die Hauptversammlung am 1. Juli folgt unmittelbar danach und entscheidet erstmals unter dem neuen Ausschüttungsregime über die Dividende. Für Aktionäre liefern beide Termine an einem Stück, was sie derzeit noch abschätzen müssen: den tatsächlichen Zollschaden, den Verschuldungsgrad nach den Greentec-Investitionen und die Ausschüttungshöhe.
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