Commerzbank Aktie: UniCredit-Angebot zu billig!
Commerzbank lehnt das Übernahmeangebot von UniCredit als zu niedrig bewertet ab und setzt mit Dividendensteigerung und Kapitalmaßnahmen auf Eigenständigkeit.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit bietet 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie
- Aktienkurs notiert bereits deutlich über Angebotspreis
- Bank erhöht Dividende und schüttet Milliarden aus
- Entscheidende Hauptversammlung findet im Mai statt
UniCredit bietet 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie. Analysten sehen das Kurspotenzial bei 38 Euro. Und die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 36,06 Euro — also bereits über dem Angebotspreis. Das sagt eigentlich alles über den Bewertungsstreit.
Zu wenig für die Frankfurter
Vorstandschefin Bettina Orlopp hat es im Bloomberg-TV-Interview klar formuliert: Beide Seiten sind sich über die Bewertung nach wie vor uneinig. Finanzvorstand Carsten Schmitt legte nach. Eine Übernahme durch UniCredit würde die Kreditvergabe an die Wirtschaft schwächen und keinen Mehrwert für Aktionäre schaffen.
Das UniCredit-Angebot vom März 2026 sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier vor. Zum Ankündigungszeitpunkt entsprach das 30,80 Euro. Seitdem ist die Commerzbank-Aktie um rund 19 Prozent in einem Monat gestiegen — der Markt preist offenbar eine Nachbesserung ein.
Eigenständigkeit als Strategie
Die Commerzbank sendet parallel starke Signale für die Unabhängigkeit. Mitte April brachte sie einen neuen Pfandbrief mit einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro auf den Markt. Kupon: 2,875 Prozent, Laufzeit bis April 2029, Moody’s-Rating Aaa. Der Gesamtfundingbedarf liegt bei rund 5 Milliarden Euro.
Für das Geschäftsjahr 2025 schüttet die Bank insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro aus. Die Dividende soll auf 1,10 Euro je Aktie steigen — nach 0,65 Euro im Vorjahr. Hinzu kommen abgeschlossene Aktienrückkäufe im Volumen von 1,5 Milliarden Euro.
Das Botschaft ist klar: Wir liefern auch alleine.
Drei Lager auf der Hauptversammlung
Das Aktionariat macht die Sache kompliziert. Der Bund hält gut zwölf Prozent und lehnt eine feindliche Übernahme ab. Jefferies hat seine Stimmrechte auf 10,04 Prozent ausgebaut — vollständig über Finanzinstrumente, ohne direkte Aktienbestände. UniCredit steht als Übernahmeinteressent auf der anderen Seite.
Drei Lager, drei Interessen. Die Hauptversammlung am 20. Mai wird zeigen, wie die Kräfteverhältnisse wirklich aussehen.
Mai als Schlüsselmonat
Der Zeitplan ist eng. Am 8. Mai veröffentlicht die Commerzbank ihre Quartalszahlen — inklusive angehobener Finanzziele und Details zum Strategie-Update. Am 4. Mai stimmen UniCredit-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die für das Angebot nötige Kapitalerhöhung ab. Danach soll das formale Übernahmeangebot folgen, ein Ergebnis wird Ende Juni oder im Juli erwartet.
Für die Commerzbank läuft die Uhr. Starke Quartalszahlen am 8. Mai könnten das stärkste Argument gegen UniCredits Preisvorstellung sein.
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