Oracle Aktie: Bloom-Deal entfesselt Kursrally

Oracle sichert sich bis zu 2,8 Gigawatt Brennstoffzellenkapazität für seine Rechenzentren und expandiert mit neuen Cloud-Regionen und KI-Produkten. Analysten sehen weiteres Potenzial trotz hoher Investitionen.

Dr. Robert Sasse ·
Oracle Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rahmenvertrag für bis zu 2,8 GW Brennstoffzellen-Kapazität
  • Kaufoption auf Bloom-Aktien mit hohem unrealisiertem Gewinn
  • Neue Cloud-Region in Nordafrika und KI-Anwendungen vorgestellt
  • Geplante Milliardeninvestitionen für KI-Rechenzentren in Michigan

Ein Energievertrag in bisher ungekanntem Ausmaß hat Oracle am Montag an die Spitze der Tagesgewinner katapultiert. Die Vereinbarung mit Bloom Energy über bis zu 2,8 Gigawatt Brennstoffzellenkapazität ist nicht nur ein Infrastrukturprojekt — sie zeigt, wie ernst Oracle die Versorgungsfrage für seine KI-Rechenzentren nimmt.

Strom ohne Netz: Die Logik hinter dem Bloom-Deal

Der Kern der Vereinbarung: Oracle sichert sich über einen Rahmenvertrag bis zu 2,8 GW aus Blooms Brennstoffzellensystemen. Bereits 1,2 GW sind fest kontrahiert und werden aktuell für US-Projekte ausgerollt. Der entscheidende Vorteil dieser Technologie liegt in der Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz — Bloom-Systeme lassen sich direkt vor Ort installieren, ohne aufwendige Netzanbindung.

Wie schnell das funktioniert, bewies Bloom im vergangenen Jahr: Eine vollständig betriebsbereite Anlage lieferte Oracle in nur 55 Tagen — mehr als einen Monat früher als die geplanten 90 Tage.

Neben dem Liefervertrag hält Oracle eine Kaufoption auf 3,53 Millionen Bloom-Aktien zu 113,28 Dollar — ein potenzielles Investment von 400 Millionen Dollar. Nach dem Kurssprung von Bloom um 15 Prozent auf knapp 203 Dollar liegt der unrealisierte Gewinn allein aus diesem Warrant bereits bei rund 316 Millionen Dollar.

Nordafrika, Michigan und neue KI-Produkte

Parallel zum Energiedeal expandiert Oracle geografisch. Am 7. April ging eine neue Cloud-Region in Casablanca, Marokko, offiziell in Betrieb — nach eigenen Angaben als erster Hyperscaler überhaupt in Nordafrika. Die Region unterstützt Marokkos staatliche Digitalstrategie „Digital Morocco 2030″ und bietet Zugang zu Oracles KI-Diensten, darunter OCI Generative AI und die OCI AI Agent Platform. Eine zweite Region in Settat ist geplant, ein Zeitplan steht noch aus.

Auf Produktseite kamen ebenfalls neue Impulse hinzu. Am 9. April führte Oracle sogenannte Fusion Agentic Applications ein, die KI-Agenten direkt in Cloud-Anwendungen für Finanzen, Lieferketten und HR integrieren. Neue Angebote für US-Bundesbehörden und Rüstungsunternehmen ergänzen das Portfolio.

Indes rückt ein weiteres Großprojekt in den Blick: Oracle verhandelt über eine Finanzierung von 14 bis 16 Milliarden Dollar — arrangiert mit Pimco und Bank of America — für einen riesigen KI-Rechenzentrumscampus in Saline Township, Michigan, der unter anderem Workloads für OpenAI und Microsoft-gestützte Anwendungen aufnehmen soll.

Was Analysten sagen

Die Wall-Street-Einschätzungen bleiben trotz des schwachen Jahresverlaufs konstruktiv. Laut Aggregation von 40 Brokerhäusern liegt das durchschnittliche Kursziel bei 260,71 Dollar, mit einer Spanne von 160 bis 400 Dollar. Mizuho bekräftigte im März ein „Outperform“-Rating mit Kursziel 400 Dollar und verwies auf den KI-Infrastrukturvorteil sowie einen vertraglich gesicherten Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar.

Die Kehrseite: Für das Fiskaljahr 2026 sind Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar geplant, was den freien Cashflow ins Negative drückt und die Gesamtverschuldung über 100 Milliarden Dollar treibt. Die Aktie bleibt damit empfindlich gegenüber Zinsveränderungen oder einer nachlassenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur — beides Szenarien, die der Markt derzeit ausblendet.

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Oracle Aktie

136,28 EUR

+ 3,94 EUR +2,98 %
KGV 27,94
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,45 %
Marktkapitalisierung 447,57 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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