Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine verzeichnet einen bemerkenswerten Höhenflug: Die Aktie notiert auf dem höchsten Stand seit drei Jahren und hat sich binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt – von rund 17 Euro auf aktuell knapp 40 Euro. Verantwortlich für die Rally ist eine Kombination aus neuen EU-Regulierungen, soliden Geschäftszahlen und zunehmend optimistischen Analystenstimmen.
Die wichtigsten Fakten:
– Kursverdopplung innerhalb eines Jahres
– CBAM-Mechanismus verteuert Importe deutlich
– EBITDA-Prognose von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro bestätigt
– Gearing Ratio auf niedrigstem Stand seit 2006/07
CBAM dreht Wettbewerbsvergleich
Seit dem 1. Januar wirkt der EU-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) vollständig. Der Mechanismus zwingt Importeure zum Kauf von CO₂-Zertifikaten zu EU-Preisen zwischen 70 und 85 Euro pro Tonne. Für türkischen Warmbreitband-Stahl bedeutet das Mehrkosten von rund 105 Euro pro Tonne, für indischen Stahl sogar 264 Euro.
Ab Juli halbiert die EU zudem die Importquoten auf 18,3 Millionen Tonnen und verdoppelt die Zölle außerhalb der Quoten von 25 auf 50 Prozent. Die bisherigen Kostenvorteile ausländischer Produzenten schrumpfen damit erheblich – ein struktureller Vorteil für europäische Stahlhersteller wie Voestalpine.
Solide Zahlen trotz schwachem Umfeld
Die Halbjahreszahlen für April bis September 2025 zeigen operative Stabilität: Der Umsatz sank zwar um 5,6 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro, doch das EBITDA stieg leicht um 0,6 Prozent auf 722 Millionen Euro. Der Nettogewinn kletterte um 8,6 Prozent auf 199 Millionen Euro.
Besonders bemerkenswert: Der operative Cashflow verdoppelte sich auf 783 Millionen Euro, der Free Cash Flow erreichte 296 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung sank auf 1,5 Milliarden Euro – die Gearing Ratio von 19,5 Prozent markiert den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten.
Analysten heben Kursziele an
JPMorgan stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und sieht ein Kursziel von 40,60 Euro. UBS zog mit einer Hochstufung auf „Buy“ nach und prognostiziert 43 Euro. Morgan Stanley und die Deutsche Bank bestätigen ihre positiven Ratings. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei knapp 40 Euro, die Spanne reicht von 34 bis 45 Euro.
Railway Systems stützt Ergebnis
Das Segment Railway Systems entwickelt sich zum verlässlichen Stabilitätsanker. Mit einer EBITDA-Marge von 10,6 Prozent bei 1,15 Milliarden Euro Umsatz profitiert die Division von langfristigen Infrastrukturprojekten. Auch Aerospace und Warehouse & Rack Solutions laufen gut. Schwach bleiben hingegen Automotive Components sowie die Bereiche Maschinenbau und Bau – hier laufen Restrukturierungen mit dem Abbau von rund 340 Stellen.
Am 11. Februar folgen die Quartalszahlen. Der 19. Januar könnte kurzfristig für leichten Abgabedruck sorgen: Die Aktie wird aus dem „iSTOXX L&G Developed Europe ex UK Diversified Multi-Factor ESG“-Index entfernt, was passive Fonds zu Verkäufen zwingt. Die Mitgliedschaft in wichtigen Indizes wie dem ATX bleibt davon unberührt.
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