OHB bringt sich für einen der größten Bundeswehr-Aufträge der vergangenen Jahre in Stellung – und setzt dabei auf eine Kooperation mit Rheinmetall. Im Mittelpunkt steht das Satellitenkommunikationsprojekt „SATCOMBw Stufe 4“ mit einem potenziellen Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro. Gleichzeitig rückt mit dem testierten Jahresabschluss 2025 der nächste wichtige Termin näher.
SATCOMBw Stufe 4: Allianz gegen Airbus
Kern der Pläne ist „SATCOMBw Stufe 4“, ein satellitengestütztes Netzwerk zur weltweiten Vernetzung militärischer Einheiten. Technisch zielt das Vorhaben auf eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten ab und orientiert sich an der Logik großer Niedrigorbit-Netzwerke: Viele Satelliten in wenigen Hundert Kilometern Höhe sollen geringere Latenzen ermöglichen als wenige geostationäre Satelliten in rund 36.000 Kilometern Höhe.
OHB hat bestätigt, Gespräche mit Rheinmetall über eine Zusammenarbeit zu führen. Die Rollen sind dabei klar umrissen: Rheinmetall soll als Systemhaus die militärische Integration übernehmen, OHB die Satellitenfertigung und das Raumfahrt-Engineering beisteuern. Als Wettbewerber steht Airbus Defense and Space im Raum, das die Vorgänger-Systeme betrieben hat.
Eine Ausschreibung wird noch für dieses Jahr erwartet. Als operative Zielmarke für das System wird 2029 genannt. Die zentrale Frage für Anleger lautet damit: Kann die Partnerschaft mit Rheinmetall den Zuschlag gegen Airbus holen? Klar ist zumindest: Der Auftrag wäre ein gewaltiger Hebel – aber eben noch nicht entschieden.
Kapazitäten und operatives Fundament
Um für hohe Stückzahlen gerüstet zu sein, hat OHB im Oktober 2025 ein Werk im sächsischen Schöneck übernommen. Das soll die Serienfertigung in dem Umfang ermöglichen, den ein Projekt wie SATCOMBw erfordern würde.
Unabhängig vom Großprojekt meldete OHB für 2025 spürbaren Rückenwind im Kerngeschäft: Der Auftragseingang stieg um 24% auf rund 2,1 Milliarden Euro. Der feste Auftragsbestand wuchs um 47% auf über 3,1 Milliarden Euro. Für die ersten neun Monate 2025 lag die Gesamtleistung bei 863,5 Millionen Euro (+21%), das EBIT bei 46,0 Millionen Euro (+32%).
Als Treiber nennt das Unternehmen steigende Budgets der ESA, der EU sowie nationaler Kunden – mit einem Verteidigungsmarkt, der deutlich an Gewicht gewinnt.
Höhere Ziele – und nächste Termine
Auf dem Capital Market Day im Januar hat OHB den Wachstumspfad für 2026 bis 2028 angehoben. Geplant sind 1,4 Milliarden Euro Gesamtleistung für 2026, 1,7 Milliarden Euro für 2027 und über 2,0 Milliarden Euro für 2028. Parallel sollen die Margen steigen: EBITDA von 11% (2026) auf über 12% (2028), EBIT von 8% auf über 9%. Mittelfristig strebt der Konzern zudem einen durchschnittlichen Auftragseingang um 3 Milliarden Euro an.
Einen Börsenrückzug hat OHB zudem ausdrücklich verneint: Die Notierung soll bestehen bleiben, unter anderem mit Blick auf Transparenz gegenüber Auftraggebern und den Zugang zu Kapitalmärkten.
Der nächste konkrete Prüfstein kommt schon bald: Am 19. März legt OHB den testierten Jahresabschluss 2025 vor – inklusive der entscheidenden Einordnung, wie sich die Profitabilität im Verhältnis zum Wachstum entwickelt hat. Danach dürfte im Jahresverlauf vor allem die erwartete SATCOMBw-Ausschreibung den Takt vorgeben.
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