Valneva steht nach einer starken Rally zu Jahresbeginn an einem spannenden Punkt: Operativ zieht das Unternehmen bei einem wichtigen Impfstoffprojekt die Kontrolle wieder an sich, während der Markt bereits dem nächsten großen Datenpaket entgegenfiebert. Parallel hellen sich technische Signale auf – doch wie stabil ist diese Ausgangslage wirklich?
Die Fakten im Überblick
- Schlusskurs Freitag Paris: 4,39 Euro (+2,81 %)
- 12-Monats-Performance: +112,6 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (5,16 Euro): rund -15 %
- RSI (14 Tage) bei 18,9: technisch klar im überverkauften Bereich
- Veröffentlichung der Phase-3-Daten zu VLA15 im 1. Halbjahr 2026 erwartet
Differenz zwischen Paris und Deutschland
Zum Wochenschluss zeigte sich eine auffällige Divergenz zwischen der Heimatbörse in Paris und den deutschen Handelsplätzen. An der Euronext legte die Aktie am Freitag um 2,81 % auf 4,39 Euro zu. In Deutschland lagen die letzten Kurse etwas darunter.
Diese Lücke signalisiert, dass die positive Schlussauktion in Frankreich im hiesigen Handel noch nicht vollständig angekommen ist. Für den Start in die neue Woche könnte das leichten Aufwärtsdruck erzeugen, zumal der Titel trotz jüngster Rücksetzer auf Sicht von zwölf Monaten deutlich im Plus liegt.
Charttechnisch notiert die Aktie weiterhin komfortabel über den mittelfristigen Durchschnittswerten: Der Schlusskurs liegt rund 10 % über dem 50-Tage- und gut 21 % über dem 200-Tage-Durchschnitt. Das unterstreicht, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz jüngster Korrektur intakt ist.
Strategischer Schwenk bei IXCHIQ
Operativ hat Valneva Ende Dezember 2025 eine wichtige Weiche gestellt: Die Lizenzvereinbarung mit dem Serum Institute of India für den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ wurde beendet. Statt auf einen Partner zu setzen, übernimmt das Unternehmen nun selbst die volle Verantwortung für die Vermarktung in zentralen endemischen Märkten.
Dieser Schritt ist mehr als eine Formalie. Durch die Beendigung der Kooperation sichert sich Valneva das komplette kommerzielle Potenzial des Produkts in diesen Regionen. Künftige Erlöse aus IXCHIQ müssen nicht mehr geteilt werden, dafür trägt das Unternehmen allerdings auch das volle Marktrisiko und die Vertriebslast.
Damit schärft Valneva sein Profil als eigenständig agierender Impfstoffanbieter. Für Investoren ist entscheidend, dass der Chikungunya-Impfstoff nun ohne Teilungseffekte auf die Umsatzseite wirken kann, sobald sich die Vermarktung in den Zielmärkten etabliert.
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VLA15 bleibt der entscheidende Hebel
So bedeutend der Schritt bei IXCHIQ ist: Der zentrale Kurstreiber bleibt der Borreliose-Impfstoffkandidat VLA15. Das Projekt wird gemeinsam mit Pfizer entwickelt und nimmt in der Pipeline eine Sonderrolle ein.
- VLA15 ist aktuell der einzige Borreliose-Impfstoffkandidat in einer fortgeschrittenen klinischen Entwicklung.
- Die entscheidenden Phase‑3‑Daten sollen im ersten Halbjahr 2026 vorliegen.
- Für die Lyme-Borreliose gibt es bislang keine zugelassene Impfung zur Prophylaxe.
Genau dieser Mangel an Alternativen begründet das von Analysten hervorgehobene Umsatzpotenzial. Sollte VLA15 in der Phase‑3‑Studie überzeugen und später eine Zulassung erhalten, könnte Valneva gemeinsam mit Pfizer einen neuen Markt besetzen, der bislang unversorgt ist. Die anstehenden Studiendaten haben daher das Potenzial, den mittel- bis langfristigen Kursverlauf maßgeblich zu beeinflussen.
Technische Lage: Korrektur im Aufwärtstrend
Auf technischer Seite zeigt sich ein interessantes Bild: Trotz der starken 12-Monats-Performance von über 100 % signalisiert der RSI mit einem Wert von 18,9 aktuell einen klar überverkauften Zustand. Kurzfristig hat die Aktie in den vergangenen sieben Tagen rund 9 % verloren, liegt auf 30-Tage-Sicht aber noch mehr als 23 % im Plus.
Ein computergestütztes Trendfolgesystem hat den Titel zum Wochenende im internen Ranking hochgestuft. Das deutet darauf hin, dass sich das Momentum nach der jüngsten Konsolidierung wieder verbessert. Die Aktie notiert oberhalb aller wichtigen gleitenden Durchschnitte, was den bestehenden Aufwärtstrend unterstreicht, gleichzeitig aber Spielraum für Schwankungen lässt.
Damit treffen aktuell zwei Komponenten aufeinander: eine technische Ausgangslage, die nach der Korrektur wieder konstruktiver wirkt, und ein klarer fundamentaler Katalysator in Form der anstehenden VLA15-Daten.
Fazit: Warten auf 2026
Valneva befindet sich in einer Übergangsphase, in der taktische und strategische Elemente zusammenkommen. Kurzfristig können die Kursdifferenzen zwischen Paris und den deutschen Handelsplätzen sowie der überverkaufte RSI eine technische Gegenbewegung begünstigen. Mittel- und langfristig werden aber vor allem zwei Faktoren entscheidend sein: die erfolgreiche Kommerzialisierung von IXCHIQ unter eigener Regie und die Qualität der Phase‑3‑Daten von VLA15 im ersten Halbjahr 2026. Wie diese beiden Projekte sich entwickeln, dürfte maßgeblich bestimmen, ob die jüngste Aufwärtsbewegung eine solide Basis erhält oder nur eine Zwischenetappe bleibt.
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