Während Teile des Wasserstoffsektors weiter unter Druck stehen, sendet Ballard Power ein anderes Signal. Nach einer Neubewertung durch TD Cowen rückt weniger die Angst vor weiteren Kursrückschlägen in den Vordergrund, sondern die Frage, ob das Gröbste vorerst überstanden ist. Entscheidend sind dabei nicht nur die neue Einstufung, sondern vor allem die Begründungen dahinter.
TD Cowen dreht auf „Hold“
Im Mittelpunkt steht eine Ratingänderung: TD Cowen hat Ballard Power von „Sell“ auf „Hold“ hochgestuft und ein Kursziel von 2,50 US‑Dollar gesetzt. Aus Sicht der Analysten sind die Abwärtsrisiken bei dem kanadischen Brennstoffzellen-Spezialisten inzwischen weitgehend eingepreist. Die frühere Verkaufsempfehlung entfällt damit als Belastungsfaktor.
Die Neubewertung wirkte sich unmittelbar auf die Stimmung aus. Zum Wochenschluss am Freitag schloss die Aktie bei 2,76 US‑Dollar und legte damit leicht zu. Nach den starken Schwankungen der vergangenen Monate ist das vor allem ein Signal der Beruhigung: Der Titel konnte sich zuletzt von den deutlicheren Rücksetzern anderer Branchenvertreter abkoppeln.
Ausschlaggebend für die Hochstufung sind laut TD Cowen vor allem Fortschritte bei der Restrukturierung. Ballard hat sich aus unrentablen Aktivitäten in China und Texas zurückgezogen und die operativen Kosten gesenkt. Damit fallen mehrere kurzfristige Negativfaktoren weg, die zuvor immer wieder als Risiken genannt wurden.
Gleichzeitig verweisen die Analysten auf die vergleichsweise solide Bilanzstruktur: Ballard verfügt über mehr liquide Mittel als Schulden. In einem Umfeld, in dem viele Wasserstoffwerte mit hoher Verschuldung kämpfen, wertet TD Cowen diese finanzielle Reserve als wichtigen Puffer – gerade bei einem weiterhin schwierigen Marktumfeld für Brennstoffzellen im Jahr 2026.
Relative Stärke in einem schwachen Sektor
Der Zeitpunkt der Hochstufung ist kein Zufall. Die Wasserstoffbranche leidet unter hohen Zinsen und einer langsamer als erhofften Marktdurchdringung. Einige Wettbewerber geraten wegen hoher Verluste und Finanzierungsfragen zunehmend unter Druck.
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Bemerkenswert ist daher der Kontrast zu Plug Power: Das gleiche Analystenhaus hat diesen Wettbewerber wegen Sorgen um den Weg in den positiven Cashflow und möglicher Kapitalerhöhungen herabgestuft. Bei Ballard hingegen wird der konzentrierte Fokus auf Anwendungen im Schwerlastverkehr (Busse, Lkw, Schienenfahrzeuge, maritime Lösungen) und der vorsichtigere Umgang mit Kapital positiv hervorgehoben. Aus Marktsicht deutet das darauf hin, dass Investoren innerhalb des Sektors stärker differenzieren.
Auch technisch hat sich das Bild aufgehellt. Die Aktie liegt rund 39 % über ihrem 200‑Tage-Durchschnitt von 1,98 US‑Dollar – ein Zeichen, dass der langfristige Abwärtstrend vorerst verlassen wurde. Gleichzeitig ist der 14‑Tage-RSI mit 34,2 noch nicht im überkauften Bereich, was eher für eine noch nicht überzogene kurzfristige Rally spricht.
Kurzfristig bleibt die Aktie allerdings volatil. Die 30‑Tage-Volatilität liegt bei knapp 69 % annualisiert, was die deutlichen Ausschläge der vergangenen Monate widerspiegelt. Der Kursanstieg um rund 61 % auf Sicht von zwölf Monaten zeigt aber auch: Aus dem Tief bei 0,94 US‑Dollar hat sich Ballard spürbar nach oben gearbeitet, trotz weiterhin rauem Umfeld.
Ausblick: Stabilisierung vor den Zahlen
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick vor allem auf zwei Faktoren: technische Marken und die nächsten Unternehmensnachrichten. Aus technischer Sicht wirkt das aktuelle Niveau oberhalb des 200‑Tage-Durchschnitts als wichtige Orientierungsgröße. Solange die Zone um die jüngsten Schlusskurse im Bereich von gut 2,70 US‑Dollar verteidigt wird, bleibt das Argument einer Stabilisierung gegenüber dem Sektor intakt.
Fundamental rückt nun der nächste Zahlenzeitpunkt in den Fokus: Am 12. März 2026 will Ballard Power die nächsten Geschäftszahlen vorlegen. Bis dahin dürften vor allem neue Aufträge und Projektmeldungen im Schwerlastsegment sowie die Entwicklung der Zins- und Finanzierungsbedingungen den Ton für die Aktie angeben. Die aktuelle Hochstufung nimmt kurzfristig Druck vom Papier, doch die Belastungsprobe folgt mit den anstehenden Ergebnissen und der Frage, ob Ballard den eingeschlagenen Kurs der Kostendisziplin konsequent fortsetzt.
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