Nach einem Kursplus von rund 230 % im Jahr 2025 ist die MP-Materials-Aktie mit deutlichem Rückenwind ins neue Jahr gestartet. Auf dem Weg dorthin hat der Titel im Oktober ein Rekordhoch bei gut 100 Dollar markiert, korrigiert seitdem aber spürbar. Aktuell pendelt die Aktie um 51–52 Dollar und liegt damit deutlich unter dem Herbsthoch.
Die Entwicklung wirft eine zentrale Frage auf: Kann MP Materials 2026 den Übergang von starkem Wachstum zu nachhaltiger Profitabilität schaffen?
Deutliche Korrektur nach Allzeithoch
Seit dem Rekordstand vom 14. Oktober 2025 hat die Aktie rund 40 % eingebüßt. Vorausgegangen war eine außergewöhnlich starke Rally: Von etwa 15,60 Dollar Ende 2024 ging es innerhalb von zehn Monaten in den dreistelligen Bereich.
Zu den wesentlichen Gründen für die jüngste Schwäche zählen:
- Gewinnmitnahmen nach der 230-%-Rally im Jahr 2025
- Bewertungsniveau mit einem Forward-EV/EBITDA-Multiple von rund 44
- Anhaltende operative Verluste, darunter ein GAAP-Nettoverlust von 41,8 Mio. Dollar im dritten Quartal 2025
- Insiderverkäufe: Unternehmensleiter haben in den vergangenen 90 Tagen 691.557 Aktien im Wert von 43,5 Mio. Dollar veräußert
Trotz der Korrektur bleibt die Aktie im Vergleich zur Ausgangsbasis Ende 2024 deutlich im Plus. Gleichzeitig zeigt die Kursentwicklung, dass das aktuelle Bewertungsniveau stark von der operativen Umsetzung abhängt.
Q3 2025: Rekordproduktion, rückläufige Erlöse
Im dritten Quartal 2025 präsentierte MP Materials gemischte Zahlen: operativ stark, finanziell noch belastet. Das Unternehmen meldete:
- Umsatz von 53,6 Mio. Dollar, ein Rückgang um 14,9 % gegenüber dem Vorjahr
- Bereinigtes Ergebnis je Aktie von -0,10 Dollar, besser als der Konsens von -0,17 Dollar
- Rekordproduktion von NdPr-Oxid (Neodym-Praseodym) von 721 Tonnen, ein Plus von 51 % zum Vorjahr
- Zweithöchste Quartalsproduktion von Seltenen-Erden-Oxiden (REO) mit 13.254 Tonnen
- Im Segment Magnetics Erlöse von 21,9 Mio. Dollar und ein positives bereinigtes EBITDA von 9,5 Mio. Dollar
Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen auf die Einstellung der Konzentratverkäufe nach China zurückzuführen. MP Materials richtet sich stärker auf wertschöpfende, heimische Verarbeitung und Magnetproduktion aus. Das belastet kurzfristig den Umsatz, soll aber mittelfristig höhere Margen ermöglichen.
DoD-Vereinbarung als zentraler Kurstreiber
Für den Ausblick spielt die Partnerschaft mit dem US-Verteidigungsministerium (Department of Defense, DoD) eine Schlüsselrolle. Am 1. Oktober 2025 trat eine Price-Protection-Vereinbarung in Kraft, die für NdPr-Oxid einen Bodenpreis von 110 Dollar je Kilogramm über zehn Jahre sichert. Diese Struktur schafft eine ungewöhnlich hohe Planungssicherheit beim Umsatz.
Das Management stellt für das vierte Quartal 2025 und die Folgezeit eine Rückkehr in die Profitabilität in Aussicht. Treiber sollen sein:
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- Preisgarantien des DoD, die die Margen im Materials-Segment stabilisieren
- Hochlauf der Magnetproduktion im Werk „Independence“ in Texas
- Eine 500-Mio.-Dollar-Partnerschaft mit Apple für recycelte Seltene-Erden-Magnete
- Die geplante Inbetriebnahme einer Anlage zur Separation schwerer Seltener Erden Mitte 2026
Damit verbindet das Unternehmen eine staatlich abgesicherte Preisstruktur mit dem Ausbau höherwertiger Verarbeitungsschritte.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der Kursschwäche ist die Stimmung der Analysten überwiegend positiv. Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“ mit 14 Kaufempfehlungen und nur einer Verkaufsempfehlung.
Die aktuellen Kursziele im Überblick:
- Durchschnittliches Kursziel: 78,91 Dollar (rund 52 % Aufwärtspotenzial zum aktuellen Niveau)
- Oberes Zielband: 94–112 Dollar
- Unteres Zielband: 69–71 Dollar
Zuletzt hatte Morgan Stanley die Aktie Anfang Dezember auf „Overweight“ hochgestuft und ein Kursziel von 71 Dollar genannt. Goldman Sachs startete die Bewertung mit „Buy“ und einem Ziel von 77 Dollar. Die Spanne der Kursziele spiegelt die Chancen der strategischen Positionierung, aber auch die Abhängigkeit von der operativen Umsetzung wider.
Strategische Position im Seltene-Erden-Markt
MP Materials nimmt eine besondere Rolle im westlichen Seltene-Erden-Markt ein. Die Anlage in Mountain Pass (Kalifornien) gilt als einzige großskalige integrierte Förder- und Verarbeitungsstätte dieser Rohstoffe in Nordamerika außerhalb chinesischer Kontrolle.
Zu den jüngsten strategischen Schritten gehören:
- Ein im November 2025 angekündigtes Joint Venture mit dem saudi-arabischen Bergbaukonzern Maaden für eine Seltene-Erden-Raffinerie
- Eine vertiefte Partnerschaft mit dem US-Verteidigungsministerium, verbunden mit einer 15-%-Beteiligung der Regierung
- Der geplante Ausbau der Separation schwerer Seltener Erden wie Dysprosium und Terbium bis Mitte 2026
- Der weitere Aufbau einer integrierten Wertschöpfungskette vom Erz bis zum Magneten
Diese Maßnahmen sollen die Versorgungssicherheit im Westen stärken und MP Materials in eine strategisch wichtige Position in der Lieferkette für Hightech- und Verteidigungsanwendungen bringen.
Technisches Bild: Seitwärtsphase mit hoher Volatilität
Nach der Oktober-Korrektur hat sich ein Handelsband zwischen etwa 50 und 65 Dollar herausgebildet. Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft um 59 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 61 Dollar. Mit einer Beta von 1,70 zeigt die Aktie eine deutlich höhere Schwankungsintensität als der Gesamtmarkt.
Für 2026 rückt damit vor allem die Frage der Ergebniswende in den Mittelpunkt: Gelingt es MP Materials, die zugesagte Profitabilität mit den gesicherten DoD-Preisen, dem Hochlauf der Magnetproduktion und der geplanten Schwer-Erden-Anlage tatsächlich zu erreichen, dürften die kommenden Quartalsberichte – beginnend mit den Zahlen für das vierte Quartal 2025 – zum entscheidenden Gradmesser für die weitere Kursentwicklung werden.
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