Die Diginex-Aktie verliert binnen einer Woche rund 32 Prozent – und das trotz zweier strategischer Übernahmen. Am 7. Januar unterzeichnete das Unternehmen den Kaufvertrag für die Berliner KI-Plattform Plan A (55 Millionen Euro), einen Tag später folgte der Abschluss der Remedy-Project-Akquisition. Vom Schlusskurs bei 4,55 Dollar am 5. Januar fiel die Aktie bis zum 9. Januar auf 3,08 Dollar. Offenbar überwiegt die Sorge vor Verwässerung die Wachstumsfantasie.
Plan A: 55 Millionen Euro für Carbon-Accounting
Die größere Transaktion betrifft Plan A, einen europäischen Anbieter für KI-gestütztes Carbon Accounting. Diginex zahlt 3 Millionen Euro bar sowie 6,72 Millionen Stammaktien im Wert von 52 Millionen Euro. Durch den Deal werden Visa und Deutsche Bank zu Anteilseignern. Die kombinierte Plattform soll ESG-Reporting, CO2-Bilanzierung und Dekarbonisierungsstrategien vereinen.
Die Eckdaten im Überblick:
- Kaufpreis: 55 Millionen Euro (3 Millionen bar, 52 Millionen in Aktien)
- Neue Großaktionäre: Visa, Deutsche Bank
- Marktpotenzial: 80-100 Milliarden Dollar bis 2030 (Branchenschätzungen)
- Wachstum: 20-25% jährlich prognostiziert
Chairman Miles Pelham sprach von einem „transformativen Meilenstein“. Plan-A-Gründerin Lubomila Jordanova sieht einen „definitiven Wandel“, der die Marktfragmentierung adressiere.
Remedy Project: Menschenrechts-Expertise ergänzt Portfolio
Bereits am 8. Januar schloss Diginex die Übernahme von The Remedy Project aus Hongkong ab. Der Kaufpreis umfasst eine Million Stammaktien plus optional weitere eine Million bei Erreichen definierter Earnout-Ziele über drei Jahre. Die Organisation spezialisiert sich auf Arbeits- und Menschenrechte in globalen Lieferketten – eine Ergänzung zu bestehenden Diginex-Produkten wie diginexLUMEN und diginexAPPRISE. Ziel ist die Compliance mit Regulatorik wie der EU-Lieferketten-Richtlinie.
Kurs unter Druck trotz Expansion
Die Marktreaktion fiel eindeutig negativ aus. Vom 5. bis 9. Januar rutschte die Aktie kontinuierlich ab:
- 5. Januar: 4,55 Dollar
- 6. Januar: 4,05 Dollar (-11,0%)
- 7. Januar: 3,79 Dollar (-6,4%)
- 8. Januar: 3,56 Dollar (-6,1%)
- 9. Januar: 3,08 Dollar (-13,5%)
Das Handelsvolumen schnellte am 9. Januar auf über 2,7 Millionen Aktien hoch. Verantwortlich dürfte die massive Verwässerung durch die Aktienemissionen sein – allein für Plan A werden über 6,7 Millionen neue Aktien ausgegeben.
Finanzlage: Wachstum trifft auf steigende Verluste
Die jüngsten Halbjahreszahlen vom 9. Dezember zeigten Umsatzwachstum von 293 Prozent auf 2,0 Millionen Dollar. Gleichzeitig weitete sich der operative Verlust auf 6,0 Millionen Dollar aus – getrieben durch M&A-bezogene Kosten. Die Nettovermögenswerte stiegen auf 10,9 Millionen Dollar zum 30. September 2025. Eine Warrant-Ausübung im Oktober generierte zusätzliche 13,8 Millionen Dollar Liquidität.
Die Integration beider Übernahmen wird zeigen, ob die angestrebten Synergien greifen. Geografisch erweitert sich die Reichweite deutlich: Plan A bringt europäische Marktpräsenz, Remedy Project stärkt die Asien-Position. Ob das ausreicht, um die Verwässerung zu kompensieren und die operative Verlustzone zu verlassen, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.
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