Deutsche Bank Aktie: CEO-Intervention nach Analystenärger

Ein interner Research-Bericht der Deutschen Bank zu geopolitischen Szenarien führte zu diplomatischen Verstimmungen mit den USA. CEO Christian Sewing musste telefonisch bei der US-Regierung intervenieren, um die Position des Instituts zu klären.

Kurz zusammengefasst:
  • CEO Sewing interveniert telefonisch bei US-Finanzminister
  • Umstrittener Report thematisierte EU-Anleihen als Druckmittel
  • BlackRock baut Position als Vertrauensbeweis weiter aus
  • Vorläufige Jahreszahlen werden Ende Januar erwartet

Ein interner Research-Bericht der Deutschen Bank sorgte am Freitag für diplomatische Verstimmungen mit Washington – so massiv, dass CEO Christian Sewing persönlich bei US-Finanzminister Scott Bessent anrufen musste. Die Aktie geriet unter Druck und schloss bei 32,88 Euro. Der Vorfall zeigt, wie sensibel das Geschäftsumfeld unter der Trump-Administration auf vermeintliche Kritik aus Europa reagiert.

Die wichtigsten Fakten:
– Devisenstratege theoretisierte über EU-Anleihen als Druckmittel im Grönland-Streit
– Sewing stellte telefonisch klar: Analyse spiegelt nicht Konzernmeinung wider
– BlackRock stockt Position zeitgleich auf 8,14 Prozent auf
– Quartalszahlen folgen am 29. Januar

Deutsche Bank

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Der Research-Report, der zu weit ging

George Saravelos, Devisenstratege der Deutschen Bank, hatte in einer Notiz vom Freitag theoretisiert, dass Europa seine massiven Bestände an US-Staatsanleihen – rund 8 Billionen Dollar – als geopolitisches Druckmittel im schwelenden Grönland-Konflikt einsetzen könnte. Die US-Administration wies diese Überlegung scharf als „falsches Narrativ“ und „europäische Hysterie“ zurück.

Die Brisanz zwang die Konzernspitze zum sofortigen Handeln. Sewing kontaktierte Finanzminister Bessent noch am selben Tag, um klarzustellen: Die Analyse sei die unabhängige Meinung eines einzelnen Strategen, nicht die offizielle Position des größten deutschen Geldhauses. Ein notwendiger Schritt – schließlich generiert die Bank einen signifikanten Teil ihrer Erträge in den USA. Ein offener Konflikt mit dem Treasury wäre ein Worst-Case-Szenario.

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BlackRock setzt Gegenakzent

Während die politischen Wogen hochschlugen, setzte BlackRock ein deutliches Signal. Der weltgrößte Vermögensverwalter hat seine Gesamtbeteiligung auf 8,14 Prozent ausgebaut, wobei die direkten Stimmrechte erstmals die 3-Prozent-Schwelle überschritten. Der antizyklische Schritt wird am Markt als klarer Vertrauensbeweis gewertet – offenbar stufen institutionelle Investoren die Episode eher als kurzfristiges Rauschen ein, nicht als fundamentale Bedrohung.

Auch Warburg Research bleibt optimistisch und hob das Kursziel auf 34,60 Euro an.

Zahlen müssen liefern

Am Donnerstag präsentiert die Deutsche Bank ihre vorläufigen Jahreszahlen. Können die operativen Verbesserungen die politischen Störgeräusche überlagern? Der Markt rechnet damit. Technisch muss die Aktie die Marke von 32,50 Euro verteidigen. Ein Rutsch darunter könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen, während eine Beruhigung der Diplomatie eine schnelle Erholung in Richtung 34 Euro ermöglichen würde.

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