Der Schweizer Lebensmittelriese muss 800 Babynahrungsprodukte aus dem Verkauf nehmen – der größte Rückruf in der Unternehmensgeschichte. Auslöser ist eine bakterielle Verunreinigung bei den „Beba“-Produkten und weiteren Linien. Die Dimension des Skandals ist beispiellos und zwingt CEO Philipp Navratil in einer Videobotschaft zu einer öffentlichen Entschuldigung für das „Qualitätsproblem“.
Die wichtigsten Fakten zur Krise:
- Rund 800 verschiedene Produkte betroffen
- Qualitätsproblem stammt von einem Zulieferer
- Größter Rückruf in der Geschichte von Nestlé
- CEO entschuldigt sich öffentlich per Video
- JPMorgan stuft auf „Neutral“ mit Kursziel 90 CHF
Kritik an der Informationspolitik
Das Problem wiegt umso schwerer, als die Kritik an der anfänglichen Kommunikation des Konzerns nicht verstummt. Für Investoren stellt sich die Frage: Wie transparent agiert das Management tatsächlich? Die späte Reaktion und die Notwendigkeit einer persönlichen Entschuldigung durch Navratil zeigen, wie ernst die Lage ist.
Besonders brisant: Diese Krise trifft Nestlé in einer turbulenten Phase. Erst im September 2025 musste der damalige Chef Laurent Freixe den Konzern verlassen. Die erneute Unruhe an der Spitze in Kombination mit operativen Mängeln belastet die Aktie zusätzlich.
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Analysten werden vorsichtiger
JPMorgan reagierte umgehend und stufte die Aktie am 18. Januar auf „Neutral“ ein. Das Kursziel von 90 Schweizer Franken liegt deutlich unter dem aktuellen Niveau. Die Investmentbank sieht signifikante Risiken für das Markenimage und die kurzfristige Umsatzentwicklung.
Ein Analyst der Zürcher Kantonalbank brachte zwar ein mögliches Short-Squeeze-Szenario ins Spiel, sollten positive Nachrichten Leerverkäufer zum Eindecken zwingen. Doch derzeit überwiegt die Skepsis, da die finanziellen Belastungen durch den Rückruf noch nicht bezifferbar sind.
Quartalszahlen werden zum Stresstest
Am 19. Februar 2026 folgen die Quartalsmitteilungen. Erst dann dürfte klar werden, welche finanziellen Schäden der Rückruf verursacht. Bis dahin bleibt die Aktie unter Druck – trotz einer Dividendenrendite von 3,74 Prozent, die eine gewisse Absicherung bietet.
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