QuantumScape Aktie: Insiderverkauf relativiert

Der Finanzchef von QuantumScape hat Aktien verkauft, was jedoch nur einen kleinen Teil seines Bestands ausmacht. Gleichzeitig setzen Optionshändler auf steigende Kurse, während die Partnerschaft mit Volkswagen entscheidend bleibt.

Kurz zusammengefasst:
  • CFO verkauft weniger als 1% seines Aktienbestands
  • Optionsmarkt spekuliert auf Kursanstieg bis 12 Dollar
  • Aktie erholte sich zuletzt um rund 240 Prozent
  • Partnerschaft mit Volkswagen bleibt zentraler Erfolgsfaktor

QuantumScape hat ein starkes Börsenjahr 2025 hinter sich, doch nun rückt ein Insiderverkauf in den Fokus: Finanzchef Kevin Hettrich hat jüngst Aktien abgegeben. Entscheidend ist dabei weniger der Verkauf selbst als dessen Größenordnung im Verhältnis zu seinem Gesamtpaket. Parallel dazu spekulieren Optionshändler bereits auf den nächsten Kursschub – doch wie passt das zu den operativen und strategischen Herausforderungen?

Insiderverkauf im Kontext

Laut aktuellen Pflichtmitteilungen hat CFO Kevin Hettrich am 14. Januar 2026 insgesamt 9.800 QuantumScape-Aktien veräußert. Der Durchschnittspreis lag bei 10,59 US-Dollar, das Volumen somit bei rund 103.800 US-Dollar.

QuantumScape

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Wichtiger als die absolute Zahl ist der Anteil an seinem Gesamtbestand: Nach dem Verkauf hält Hettrich weiterhin 1.485.138 Aktien. Der jüngste Deal reduziert seine Position damit nur um etwa 0,66 %. Damit spricht vieles dafür, dass es sich eher um ein normales Portfoliomanagement als um ein Signal grundlegenden Misstrauens gegenüber der eigenen Firma handelt.

Der Schritt knüpft an frühere Transaktionen an: Bereits im November und Dezember 2025 hatte Hettrich kleinere Pakete zu Kursen zwischen 11,07 und 11,29 US-Dollar verkauft. Ein einmaliger Sonderfall ist der jüngste Verkauf also nicht.

Am Freitag beendete die Aktie die Woche bei 10,55 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 1,64 % entspricht. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Wert trotz jüngster Konsolidierung mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr, gleichzeitig notiert der Kurs aber über 40 % unter dem 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025 – ein Bild, das hohe Schwankungen und eingepreiste Erwartungen zeigt.

Optionenmarkt setzt auf höhere Kurse

Trotz der Insideraktivität zeigt der Markt bisher keine Anzeichen von Nervosität. Der Kurs behauptete zuletzt das Niveau um 10,50 US-Dollar, während der Optionsmarkt eher auf die Oberseite schielt.

Daten von Public.com weisen auf eine hohe offene Positionierung bei Call-Optionen hin. Besonders auffällig ist das offene Interesse bei:

  • Call-Strikes von 11,00 US-Dollar (1.417 Kontrakte)
  • Call-Strikes von 12,00 US-Dollar (1.607 Kontrakte)

Die Laufzeiten dieser Kontrakte liegen in den kommenden Wochen, mit Ausläufen Ende Januar und Anfang Februar. Diese Konzentration an Call-Open-Interest deutet darauf hin, dass ein Teil der Marktteilnehmer kurzfristig ein Anlaufen höherer Widerstände für möglich hält. Technisch liegt der Kurs mit einem RSI von 35 nahe an überverkauften Zonen, während der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt bei gut -11 % eine laufende Korrekturphase widerspiegelt.

Kurzfristig können solche Optionscluster wie ein Magnet wirken: Steigt die Aktie in Richtung 11 bis 12 US-Dollar, können Absicherungsaktivitäten von Stillhaltern zusätzlichen Kaufdruck erzeugen – oder umgekehrt den Anstieg ausbremsen, falls Positionen glattgestellt werden.

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Starke Erholung, wachsender Wettbewerb

Die aktuelle Bewertung muss vor dem Hintergrund einer kräftigen Erholung betrachtet werden. Seit Juni 2025 hat die Aktie um rund 240 % zugelegt. Treiber waren vor allem operative Fortschritte:

  • Versand von B1-Musterzellen des Typs QSE-5
  • Ausbau der Kooperation mit Volkswagens Batteriesparte PowerCo

Diese Meilensteine haben der Story rund um Festkörperbatterien neuen Rückenwind gegeben. Gleichzeitig steigt aber auch der Wettbewerbsdruck in diesem Zukunftssegment.

Auf der CES 2026 präsentierte der neue Wettbewerber Donut Labs einen Festkörper-Prototyp mit einer angegebenen Energiedichte von 400 Wh/kg. Branchenexperten – etwa von Boston Consulting Group – gehen zwar weiterhin davon aus, dass eine breite Kommerzialisierung solcher Technologien eher in den 2030er-Jahren realistisch ist. Doch das Auftauchen neuer Player zeigt, wie begehrt das Feld ist und unterstreicht den Druck auf QuantumScape, den eigenen Industrialisierungsplan konsequent umzusetzen.

Abhängigkeit von Volkswagen

Ein weiterer zentraler Faktor ist die enge Verflechtung mit Volkswagen. Der deutsche Autokonzern ist für QuantumScape nicht nur strategischer Partner, sondern auch ein wichtiger Pfeiler für Meilensteinzahlungen und die spätere Skalierung der Produktion.

Berichte vom 16. Januar deuten darauf hin, dass Volkswagen derzeit einen möglichen Verkauf von Vermögenswerten prüft und mit einem verlangsamten Wachstum in China – insbesondere über die Marke Porsche – zu kämpfen hat. Solche Entwicklungen sind für QuantumScape keineswegs abstrakt: Verzögerungen, Sparprogramme oder eine Verschiebung von Investitionsprioritäten bei VW könnten sich direkt auf den Zeitplan und die Finanzierung der gemeinsamen Batterieprojekte auswirken.

Damit wird klar: Nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch die finanzielle und strategische Stabilität des Partners sind für den weiteren Kursverlauf von Bedeutung.

Blick nach vorn: Technische Marken und operative Updates

Kurzfristig stehen für die Aktie vor allem technische Marken im Vordergrund. Der Kurs pendelt aktuell um 10,50 US-Dollar, während darunter signifikanter Put-Open-Interest bei 8,00 US-Dollar liegt und darüber die bereits genannten Call-Cluster bei 11 und 12 US-Dollar. Diese Niveaus bilden die Eckpunkte für mögliche Bewegungen in den kommenden Wochen.

Mit Blick auf die Fundamentals richtet sich der Fokus 2026 klar auf den Übergang zur Vorproduktion. QuantumScape hatte die Capex-Guidance für 2025 bereits auf eine Mittelpunktschätzung von 35 Millionen US-Dollar zurückgenommen. Nun geht es weniger um Ausgabenhöhe als um konkrete Fortschritte in Richtung industrieller Fertigung.

In der anstehenden Berichtssaison werden daher vor allem Updates zur Produktionsreife der QSE-5-Zellen, zu Pilotlinien und zum Zeitplan mit Volkswagen entscheidend sein. Davon hängt ab, ob der Markt die starke Rally der vergangenen Monate mit neuen Argumenten fortschreiben kann oder ob eine spürbare Korrektur in Richtung der tieferliegenden Optionsmarken wahrscheinlicher wird.

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