Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen im Jahr 2026. Während die Republik an diesem Feiertag ausschläft und die Bilanzen des Vorjahres in den Archiven verschwinden, hat die Realität bereits die Arbeit aufgenommen. Der Kalenderwechsel ist diesmal weit mehr als eine symbolische Zäsur; er ist ein harter Schnitt in den Gesetzbüchern, der lauter hallt als jeder Silvesterböller der vergangenen Nacht.
Wir starten diesen Donnerstag mit einer bemerkenswerten Asymmetrie: An der Frankfurter Börse thront der DAX auf einem historischen Sockel, doch der Blick auf den kommenden Gehaltszettel dürfte für Millionen Bürger zur kalten Dusche werden. Die Märkte mögen heute ruhen, doch die regulatorischen Weichenstellungen, die pünktlich um 0:00 Uhr in Kraft traten, definieren das Spielfeld für die kommenden zwölf Monate neu.
Von der bulgarischen Zentralbank in Sofia bis zum heimischen Briefkasten mit dem Krankenkassenbescheid – lassen Sie uns gemeinsam analysieren, was ab heute gilt und womit wir rechnen müssen.
Die Lohn-Preis-Illusion: Wenn der Staat mit der linken Hand nimmt
Es ist das wohl älteste Taschenspieler-Kunststück der Finanzpolitik, das heute Morgen seine nächste Aufführung erlebt. Auf dem Papier liest sich der Jahresstart gefällig: Der gesetzliche Mindestlohn klettert auf 13,90 Euro, und das Kindergeld erfährt eine symbolische Aufwertung um vier Euro auf 259 Euro. Doch wer hier einen Kaufkraftgewinn wittert, hat die Rechnung ohne die Sozialkassen gemacht.
Die brutale Realität des 1. Januar 2026 ist eine der steigenden Abgabenlast. Bei 42 der 93 gesetzlichen Krankenkassen greifen seit heute höhere Zusatzbeiträge; der Durchschnittssatz springt um 0,4 Prozentpunkte auf nunmehr 2,9 Prozent. Flankiert wird dies von einer erhöhten CO2-Steuer und angehobenen Beitragsbemessungsgrenzen (jetzt bis 5.812,50 Euro Monatseinkommen).
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) liefert dazu die ernüchternde Übersetzungsarbeit: Selbst Gutverdiener mit einem Jahresbrutto von 100.000 Euro starten mit einem rechnerischen Minus von rund 239 Euro ins Jahr. Der private Konsum, jener oft beschworene Konjunkturmotor, beginnt das Rennen also mit angezogener Handbremse. Für den Einzelhandel und konsumnahe Werte im DAX könnte das erste Quartal zur Charakterfrage werden.
Europa wächst: Bulgariens Abschied vom Lew
Während wir hierzulande über Sozialabgaben debattieren, vollzieht Europa heute einen historischen Integrationsschritt. Bulgarien ist seit Mitternacht offiziell das 21. Mitglied der Eurozone. Der Wechselkurs ist nun in Stein gemeißelt: 1,95583 Lewa für einen Euro.
Dieser Beitritt ist ein politisches Ausrufezeichen. Trotz der Regierungskrise in Sofia kurz vor der Ziellinie wurde der Währungswechsel exekutiert. Für die deutsche Exportwirtschaft entfällt damit ab sofort das Wechselkursrisiko im Handel mit dem Balkanstaat. Wer noch Lewa-Bestände hält, hat bis Ende Juni Zeit, diese vor Ort zu tauschen – hiesige Banken haben den Service bereits eingestellt.
In einer Phase, in der die europäische Kakophonie oft dominiert – man denke an Ungarn und die erneut blockierten Milliardenhilfen –, sendet dieser Schritt ein seltenes Signal der Stabilität und Erweiterung.
Das Fundament: Ein 22-Prozent-Polster für 2026
Auch wenn das Parkett in Frankfurt heute verwaist bleibt, lohnt der Blick auf das Erbe des Jahres 2025. Der DAX verabschiedete sich am letzten Handelstag mit einem Schlussstand von 24.545,35 Punkten in die Feiertagspause.
Das entspricht einem Jahresplus von 22,33 Prozent. Wer die Weitsicht besaß, vor drei Jahren einzusteigen, blickt auf einen Wertzuwachs von fast 74 Prozent. Bemerkenswert ist die Breite dieses Aufschwungs: Zum Jahresschluss waren es nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern Technologiewerte wie Infineon (+2,43 %) und Rüstungstitel wie Rheinmetall (+2,29 %), die den Index stützten.
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Global zeigt sich ein diffuseres Bild. Während der Dow Jones das Jahr leicht schwächer beendete (-0,2 % auf 48.367 Punkte) und Gold bei 4.315 US-Dollar korrigierte (-0,6 %), sendet der Ölpreis (Brent bei rund 60,91 Dollar) ein Warnsignal. Die tiefe Notierung deutet darauf hin, dass die Märkte skeptisch auf die weltweite Industrienachfrage blicken.
Krypto-Sektor: Die Anleger sind zurück
Im Gegensatz zur klassischen Finanzwelt kennt der Krypto-Markt keine Feiertage. Bitcoin nutzt den Neujahrsmorgen für eine Konsolidierung auf hohem Niveau und pendelt zwischen 87.000 und 88.000 US-Dollar. Aktuell (Stand heute Vormittag) notiert die Leitwährung bei rund 87.600 Dollar.
Der Blick „unter die Haube“ via On-Chain-Daten ist aufschlussreich: Das sogenannte „Smart Money“ und langfristige Halter haben ihre Verkäufe eingestellt und sind in den Akkumulationsmodus gewechselt. Trotz der Abflüsse aus den US-Spot-ETFs am letzten Handelstag 2025 (rund 348 Mio. USD) bleibt das technische Bild konstruktiv.
Parallel dazu erwacht der Risikoappetit im Altcoin-Sektor. Projekte wie PepeNode oder Bitcoin-Layer-2-Lösungen wie Bitcoin Hyper ziehen spekulatives Kapital an. Es scheint, als ob die Risikobereitschaft pünktlich zum Jahreswechsel zurückkehrt, während die institutionellen Anleger noch beim Neujahrsbrunch sitzen.
Geopolitik: Die Rechnung für den Konflikt
Ein düsterer Schatten begleitet uns auch ins Jahr 2026. Moskau hat pünktlich zum 1. Januar die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent angehoben. Es ist ein klares Indiz dafür, dass der Kreml seine Wirtschaft endgültig auf einen langen Abnutzungskrieg trimmt und die Bevölkerung nun direkt zur Kasse bittet.
Demgegenüber steht eine europäische Verteidigungspolitik, die im Zeitlupentempo agiert. Die Entscheidung über das gemeinsame Luftkampfsystem FCAS (Deutschland, Frankreich, Spanien) wurde erneut vertagt. Während Taiwans Präsident heute Morgen offensiv für höhere Verteidigungsausgaben wirbt, leistet sich Europa den Luxus der Unentschlossenheit. Für Anleger im Rüstungssektor bleibt diese politische Zögerlichkeit ein wesentlicher Faktor.
Ausblick
Das Jahr 2026 beginnt mit einem Spannungsfeld: Wir sehen Rekordstände an der Börse, die auf eine robuste Unternehmenslandschaft deuten, konfrontiert mit realwirtschaftlichen Bremsklötzen im Portemonnaie der Bürger. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Euphorie des DAX auf die Realwirtschaft überspringen kann oder ob die Konsumzurückhaltung das erste Quartal dominiert.
Ich wünsche Ihnen einen gesunden, scharfsinnigen und erfolgreichen Start in dieses spannende neue Jahr. Mögen Ihre Entscheidungen von Weitsicht geprägt sein.
Herzlichst,
Ihr
Eduard Altmann
