MTU Aero Engines Aktie: Sackgasse erreicht?

Der Triebwerkshersteller präsentiert starke Jahreszahlen für 2025, doch der enttäuschende Ausblick für 2026 und der Konflikt mit Airbus belasten die Aktie.

Kurz zusammengefasst:
  • Starker operativer Gewinnsprung und Rekorddividende
  • Ausblick für 2026 enttäuscht Anlegererwartungen
  • Öffentlicher Konflikt mit Airbus um Triebwerklieferungen
  • Folgen des Triebwerksrückrufs belasten bis Ende 2026

Die MTU-Aktie verlor heute deutlich und sackte zeitweise um mehr als sechs Prozent auf 376,90 Euro ab – und das, obwohl der Triebwerksbauer für 2025 Rekordergebnisse vorlegte. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, hat handfeste Gründe: Der Ausblick für 2026 enttäuschte die Erwartungen der Anleger. Zugleich verschärft sich der Konflikt mit Airbus um die Lieferung neuer Getriebefan-Triebwerke.

Glänzende Zahlen, gedämpfte Aussichten

Im vergangenen Jahr legte MTU kräftig zu. Bereinigt um die Effekte des Triebwerksrückrufs wuchs der Umsatz um 16 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sprang um 29 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro nach oben, der Überschuss sogar um satte 60 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Die operative Marge erreichte mit 15,5 Prozent bereits das obere Ende der für 2030 anvisierten Zielspanne.

MTU Aero Engines

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Als Belohnung für die Aktionäre kündigte der DAX-Konzern eine Dividende von 3,60 Euro je Aktie an – über 60 Prozent mehr als im Vorjahr und fast einen Euro über den Analystenschätzungen. Doch die Freude darüber währte an der Börse nur kurz.

Enttäuschender Gewinnausblick belastet

Für 2026 rechnet MTU zwar mit weiterem Umsatzwachstum auf 9,2 bis 9,7 Milliarden Euro. Beim operativen Gewinn zeigt sich das Management jedoch verhaltener: Die Spanne von 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro lässt im schlechtesten Fall sogar eine Stagnation zu. Auch der Free Cashflow blieb hinter den Hoffnungen der Investoren zurück.

Finanzchefin Katja Garcia Vila erklärte den Margendruck mit drei Faktoren: dem schwachen US-Dollar, dem stärker wachsenden Wartungsgeschäft und einem sinkenden Anteil von Ersatztriebwerken. Letzteres wiegt besonders schwer, denn während MTU neue Triebwerke üblicherweise mit Verlust verkauft, werden die eigentlichen Gewinne mit Ersatzteilen und Wartung erzielt.

Airbus-Chef greift Pratt & Whitney scharf an

Verschärfend kommt der öffentliche Konflikt mit Airbus hinzu. Guillaume Faury, Chef des europäischen Flugzeugbauers, warf dem Triebwerkskonsortium um Pratt & Whitney vergangene Woche vor, nicht die bestellte Zahl neuer Getriebefan-Triebwerke zu liefern. Dies wirke sich negativ auf die Jahresprognose und den Produktionsausbau aus, beklagte Faury einen „signifikanten Rückstand“.

MTU betreibt in München eine von weltweit drei Endmontagelinien für den Getriebefan und ist je nach Variante mit 15 bis 18 Prozent an dem Antrieb beteiligt. Der neue MTU-Chef Johannes Bussmann wies die Kritik zurück: Man liefere so viele Triebwerke wie vereinbart. Die Gespräche mit Airbus führe allerdings der Hauptpartner Pratt & Whitney.

Triebwerksrückruf belastet weiter

Seit 2023 müssen fast alle bis dahin gebauten Getriebefan-Turbinen zurück in die Werkstätten, weil Pratt & Whitney mangelhaftes Pulvermetall verwendet hatte. Fluggesellschaften weltweit mussten hunderte Jets monatelang am Boden lassen. Die aufwendigen Reparaturen verschlingen nicht nur Milliardensummen, sondern bremsen auch den Bau neuer Triebwerke erheblich.

Bei MTU sind die Spuren im Geldfluss weiterhin spürbar. Erst Ende 2026 soll dieses belastende Kapitel abgeschlossen sein. Für Airbus bedeutet der Engpass bei neuen Triebwerken eine weitere Verschiebung des Produktionsausbaus: Die seit Jahren anvisierte Marke von 75 A320neo-Jets pro Monat wird nun erst nach Ende 2027 dauerhaft erreicht werden.

Trotz der aktuellen Herausforderungen sitzt MTU auf einem prall gefüllten Auftragsbuch von 29,5 Milliarden Euro – rechnerisch eine Auslastung von über drei Jahren. An den mittelfristigen Zielen hält Bussmann fest: Bis 2030 peilt der Konzern einen Umsatz von 13 bis 14 Milliarden Euro an.

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