Thyssenkrupp Aktie: Übernahmewelle rollt

Ein milliardenschweres Kaufangebot für Klöckner belebt den europäischen Stahlsektor, während bei Thyssenkrupp die Verhandlungen über die eigene Stahlsparte mit harten Forderungen des Interessenten Jindal belastet sind.

Kurz zusammengefasst:
  • Worthington Steel bietet 2,1 Mrd. Euro für Klöckner
  • Jindal fordert zusätzliche Stellenstreichungen bei TKSE
  • Marine-Tochter TKMS profitiert von Analystenoptimismus
  • IG Metall lehnt weiteren Jobabbau strikt ab

Die europäische Stahlindustrie erlebt einen überraschenden M&A-Schub. Ein US-Konzern bietet 2,1 Milliarden Euro für den Wettbewerber Klöckner – und plötzlich gerät die gesamte Branche in Bewegung. Für Thyssenkrupp könnte das Timing kaum brisanter sein: Parallel ringen Management und Gewerkschaft um die Zukunft der eigenen Stahlsparte.

Worthington Steel zündet Übernahmefantasie

Der US-Stahlkonzern Worthington Steel hat heute ein freiwilliges Übernahmeangebot für Klöckner & Co vorgelegt. Der gebotene Preis von 11,00 Euro je Aktie entspricht einem Gesamtvolumen von rund 2,1 Milliarden Euro. Die Klöckner-Aktie schoss daraufhin um über 28 Prozent nach oben.

Thyssenkrupp

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Die Nachricht strahlt auf den gesamten Sektor ab. Sie signalisiert: Trotz schwacher Konjunktur und sinkender Produktion sehen strategische Investoren Substanzwert in den europäischen Stahlwerten. Für Thyssenkrupp bedeutet das einerseits Rückenwind für die eigene Bewertung, andererseits aber auch verschärften Druck in den laufenden Verkaufsverhandlungen.

Parallele Entwicklungen bei Thyssenkrupp:
– TKMS-Aktie legt um 6,93 Prozent auf 98,00 Euro zu
– Deutsche Bank hebt Kursziel für Marine-Tochter von 82 auf 99 Euro an
– Spekulationen über 8-Milliarden-Euro-U-Boot-Deal mit Indien
– Langfristiger Liefervertrag für wasserstoffbasierten Stahl mit Stegra ab 2027

Stahlsparte: Jindal fordert mehr Einschnitte

Während die Börse Übernahmefantasie feiert, eskaliert hinter den Kulissen der Poker um die Thyssenkrupp-Stahlsparte (TKSE). Der indische Interessent Jindal Steel befindet sich zwar in der Due-Diligence-Phase, stellt aber offenbar deutlich härtere Forderungen als ursprünglich erwartet.

Im Raum stehen zusätzliche Stellenstreichungen von 2.000 bis 3.000 Arbeitsplätzen – über die bereits vereinbarte Reduktion um 11.000 Stellen hinaus. Die IG Metall machte heute unmissverständlich klar, dass sie jeden weiteren Jobabbau strikt ablehnt. Ein Konflikt, der den gesamten Verkaufsprozess gefährden könnte.

TKMS als stiller Werttreiber

Fast unbemerkt von der Stahl-Debatte entwickelt sich die Marine-Sparte zum echten Kurstreiber. Die separat notierte TKMS profitiert von möglichen Großaufträgen und einer deutlich verbesserten Analystenbewertung. Da Thyssenkrupp weiterhin signifikante Anteile hält, fließt dieser Wertzuwachs direkt in die Bewertung der Muttergesellschaft ein.

Am 27. Februar lädt TKMS zur virtuellen Hauptversammlung. Anleger erwarten dort konkrete Informationen zur Auftragslage und strategischen Ausrichtung.

Ausblick: Kritische Wochen stehen an

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Jindal Steel auf den zusätzlichen Forderungen beharrt oder ob ein Kompromiss möglich ist. Scheitern die Verhandlungen am Widerstand der Gewerkschaften, müsste Thyssenkrupp nach alternativen Käufern suchen – in einem Umfeld, das durch die Worthington-Offerte zwar grundsätzlich aktiviert wurde, aber auch deutlich macht, welche harten Restrukturierungen Investoren erwarten.

Charttechnisch kämpft die Aktie mit der Marke von 10,50 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch würde den Weg in Richtung 11 Euro öffnen, wo Jefferies sein Kursziel sieht. Auf der Unterseite bietet die psychologisch wichtige 10-Euro-Marke Unterstützung.

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