Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance Corporation ist besiegelt. Beide Unternehmen unterzeichneten die entsprechende Vereinbarung, nachdem Netflix am Donnerstag aus dem Bieterstreit ausgestiegen war. Paramount zahlt 31 Dollar je Aktie – insgesamt rund 111 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern inklusive TV-Sparte. Damit wandert auch der Nachrichtensender CNN unter die Kontrolle der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison.
Fitch stuft Rating auf Ramsch-Niveau herab
Unmittelbar nach Bekanntgabe des Deals reagierte die Ratingagentur Fitch mit drastischen Maßnahmen. Sie senkte die Bonitätseinstufungen beider Unternehmen von BBB- auf BB+ – damit rutschten sowohl Paramount Skydance als auch Warner Bros. Discovery in den Junk-Bond-Bereich. Ein BB+-Rating signalisiert hohes Ausfallrisiko und macht Refinanzierungen deutlich teurer.
Fitch begründete den Schritt mit dem hohen Verschuldungsgrad der Transaktion. Nach Abschluss wird das kombinierte Unternehmen Nettoschulden von etwa 79 Milliarden Dollar aufweisen. Paramount finanziert den Großteil des Kaufpreises über neue Kredite – eine Belastung, die laut Fitch erhebliche Kreditrisiken birgt. Auch die unklare Finanzstrategie nach dem Zusammenschluss bereitet der Agentur Sorgen. Alle Ratings wurden auf „Rating Watch Negative“ gesetzt – weitere Herabstufungen sind also wahrscheinlich.
Bereits in den Tagen zuvor hatten Moody’s und S&P Global Warner Bros. Discovery und Paramount auf Überprüfung für mögliche Downgrades gesetzt. Alle drei Ratingagenturen kritisieren insbesondere die undurchsichtige Schuldenstruktur des geplanten Mega-Deals.
Netflix kassiert 2,8 Milliarden Dollar Vertragsstrafe
Der Streaming-Riese hatte Warner Bros. Discovery ursprünglich 83 Milliarden Dollar für das Studio- und Streaming-Geschäft geboten – ohne die TV-Sender, die abgespalten werden sollten. Als Paramount sein Angebot auf 31 Dollar je Aktie erhöhte, bewertete der Warner-Verwaltungsrat dies als überlegenes Angebot. Netflix hätte vier Tage Zeit gehabt nachzubessern, verzichtete jedoch. Das Unternehmen erklärte, ein weiteres Überbieten sei finanziell nicht mehr attraktiv.
Für den Ausstieg erhält Netflix die vertraglich vereinbarte Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar – die Paramount bereits überwies. Die Aktie des Streaming-Dienstes schoss daraufhin um 13,77 Prozent nach oben auf 96,24 Dollar. Offenbar begrüßen Anleger die Entscheidung, sich nicht auf einen kostspieligen Übernahmekampf einzulassen. Netflix kündigte an, das Geld in eigene Produktionen zu investieren und ein Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen.
Kartellrechtliche Hürden voraus
Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta warnte beide Unternehmen bereits vor einer eingehenden wettbewerbsrechtlichen Prüfung. Auch auf Bundesebene in Washington dürfte der Deal intensive Kontrollen nach sich ziehen – angesichts der schieren Größe und Marktmacht des entstehenden Medienimperiums. Bei einem Scheitern müsste Paramount sieben Milliarden Dollar Strafe zahlen. Larry Ellison persönlich garantiert große Teile des Kaufpreises – bei einem geschätzten Privatvermögen von 200 Milliarden Dollar verkraftbar.
Paramount-Chef David Ellison, Sohn von Larry Ellison, betonte, man wolle „das Erbe zweier legendärer Unternehmen würdigen“. Warner-CEO David Zaslav zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Ergebnis“. Die Kombination bringt DC-Superhelden wie Superman und Batman, die Harry-Potter-Filmreihen und HBOs Streaming-Stärke unter ein Dach. Allerdings dürften sich viele Strukturen doppeln – Beobachter rechnen mit erheblichem Stellenabbau in Hollywood.
Die Warner Bros. Discovery-Aktie reagierte verhalten und notiert vorbörslich 0,07 Prozent höher bei 28,19 Dollar. Paramount-Papiere legten 4,52 Prozent auf 14,12 Dollar zu.
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