Advents-Signale: Wenn Bitcoin-Wale Kasse machen und die Fed die Schleusen öffnet

Großinvestoren nehmen Rekordgewinne bei Bitcoin mit, während die US-Notenbank die quantitative Straffung beendet und Zinssenkungen erwartet werden.

Kurz zusammengefasst:
  • Bitcoin-Wale verkaufen 4,6 Milliarden Dollar
  • Fed beendet quantitative Straffung am 1. Dezember
  • Zinssenkung im Dezember zu 85% erwartet
  • DAX trotzt deutschen Standortproblemen

Liebe Leserinnen und Leser,

während Sie womöglich gerade die erste Kerze auf dem Adventskranz entzündet haben, bereiten sich die globalen Finanzmärkte im Hintergrund auf eine Zäsur vor. Die besinnliche Stimmung täuscht: Morgen, am 1. Dezember 2025, endet in den USA offiziell die Phase der quantitativen Straffung (Quantitative Tightening, QT). Was technisch klingt, ist für die Liquiditätsströme der Weltwirtschaft das potenzielle Ende der Dürrezeit.

Doch die Gemengelage an diesem Sonntag ist paradox. Wir sehen Rekordmarken beim S&P 500 und einen DAX, der sich tapfer an der Marke von knapp 24.000 Punkten festklammert. Gleichzeitig aber mehren sich die Anzeichen, dass das viel zitierte „Smart Money“ den Tisch verlässt, noch bevor der Gänsebraten serviert wird. Es riecht nach strategischen Gewinnmitnahmen, nicht nach blinder Euphorie.

Lassen Sie uns die Signale analysieren, die diese Woche entscheiden werden.

Das große Umschichten: Warnsignale aus der Tiefe

Beginnen wir mit dem spekulativsten, aber oft ehrlichsten Marktsegment: Krypto. Bitcoin notiert zwar aktuell über der Marke von 91.000 US-Dollar, doch der Glanz der hohen Zahl verdeckt eine massive Umverteilung unter der Oberfläche.

Die On-Chain-Daten dieses Wochenendes sprechen eine deutliche Sprache. Langfristige Halter (Long-Term Holders) nutzen die Gunst der Stunde für Gewinnmitnahmen in einem Ausmaß, wie wir es seit August nicht mehr beobachtet haben. Das sogenannte LTH-SOPR-Verhältnis kletterte auf 2,58. Übersetzt bedeutet das: Die Coins, die derzeit den Besitzer wechseln, bescheren ihren Verkäufern im Schnitt einen Gewinn von 158 Prozent.

Noch gravierender ist das Verhalten der Großinvestoren. Sogenannte „Wale“ haben innerhalb einer Woche rund 50.000 Bitcoin im Wert von 4,6 Milliarden Dollar in den Markt gegeben. Das ist kein Panikverkauf, sondern das klassische Abstoßen in die Stärke hinein („Selling into Strength“). Besonders bedenklich stimmt die Divergenz zur fundamentalen Nutzung: Während der Preis oben bleibt, ist die Aktivität im Netzwerk (Mempool) auf das Niveau eines Bärenmarktes gefallen. Wer jetzt einsteigt, kauft im Zweifel die Bestände derer, die den Zyklus rechtzeitig antizipiert haben.

Die Fed-Wette: Wenn schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind

Der Blick über den Atlantik offenbart, warum die Risikoneigung trotz allem hoch bleibt. Die Analysten von Goldman Sachs haben sich festgelegt: Eine Zinssenkung der Federal Reserve im Dezember gilt als „quasi beschlossene Sache“. Die Märkte preisen dieses Szenario inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 85 Prozent ein.

Die Ironie dabei: Der Treibstoff für diese Wette ist nicht wirtschaftliche Stärke, sondern Schwäche. Der US-Arbeitsmarkt zeigt Risse. New York Fed-Präsident Williams verwies kürzlich explizit auf die Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent, um die Bereitschaft zu weiteren Lockerungen zu signalisieren.

Politisch gewinnt das Thema zusätzlich an Brisanz. In Washington laufen die Vorbereitungen für die Zeit nach Jerome Powell, dessen Amtszeit 2026 endet. Als Favorit im Personalkarussell des designierten Präsidenten Trump gilt Kevin Hassett. Der Markt spielt bereits den „Hassett-Trade“ – eine Wette auf eine noch lockerere Geldpolitik, die zinssensitive Sektoren befeuern dürfte.

Die transatlantische Schere: DAX-Rekord vs. Standort-Realität

Während die USA mit rund 2 Prozent Wachstum und massiven Investitionen in KI-Datencenter davonziehen, öffnet sich die Schere zu Deutschland weiter. Dass der DAX bei 23.838 Punkten notiert, darf nicht über den Zustand des Standorts hinwegtäuschen. Der Index spiegelt die globalen Gewinne der Konzerne wider, nicht die Binnenkonjunktur.

Der deutsche Mittelstand leidet unter einer toxischen Mischung aus Investitionsstau und geopolitischer Unsicherheit. Wie fragil die Lage ist, zeigt die aktuelle Flucht nach vorn: Angesichts drohender Handelskonflikte mit den USA und strukturell hoher Energiepreise suchen Unternehmen händeringend nach neuen Absatzmärkten in Asien – eine Strategie, die neue Abhängigkeiten schafft.

Gibt es Lichtblicke? Durchaus. Die Deutsche Telekom („T-Aktie“) arbeitet derzeit an einer stabilen Bodenbildung zwischen 26 und 28 Euro. Die Analysten von JPMorgan und Bernstein bleiben optimistisch („Overweight“). Ein Sprung über die 30-Euro-Marke wäre hier der charttechnische Befreiungsschlag, auf den viele Anleger warten.

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Der Blick nach vorn: Was diese Woche wichtig wird

Der morgige Montag markiert nicht nur den Monatswechsel, sondern gibt die Richtung vor:

  • Berlin: Der Finanzausschuss des Bundestages berät öffentlich über das Standortfördergesetz. Es ist der nächste Versuch, den Investitionsmotor stotternd in Gang zu bringen.
  • USA: Die ISM-Einkaufsmanagerdaten werden zeigen, ob die „weiche Landung“ der US-Wirtschaft Realität oder Wunschdenken ist.
  • Liquidität: Mit dem Ende des „Quantitative Tightening“ in den USA morgen könnte frisches Kapital in die Märkte fließen – sofern die Gewinnmitnahmen der großen Adressen diesen Effekt nicht neutralisieren.

Mein Fazit

Wir erleben einen Dezember-Auftakt voller Widersprüche. Während die US-Verbraucher am Black Friday für ein Umsatzplus von 9 Prozent sorgten, zieht in Deutschland die Inflation wieder leicht auf 2,3 Prozent an und drückt auf die Stimmung.

Für Ihr Depot heißt das: Vorsicht vor der blinden „Jahresendrally“-Euphorie. Wenn die großen Adressen Geld vom Tisch nehmen, sollten Privatanleger hellhörig werden. Dass Gold bei 4.200 Dollar notiert und Stablecoin-Emittenten wie Tether physisches Gold kaufen, sind stille, aber deutliche Zeugen eines wachsenden Sicherheitsbedürfnisses, das parallel zur Aktien-Party läuft.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen Sonntagabend und einen klaren Blick für die kommende Handelswoche.

Herzlichst,

Ihr
Eduard Altmann

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