Bayer Aktie: Angriff auf Impfstoff-Riesen

Der Leverkusener Konzern geht juristisch gegen mRNA-Impfstoffhersteller vor und meldet gleichzeitig regulatorische Erfolge in der Krebsforschung. Analysten bewerten die neue Offensivstrategie positiv.

Kurz zusammengefasst:
  • Patentklagen gegen Impfstoff-Giganten eingereicht
  • FDA verleiht Krebsmittel beschleunigten Status
  • Goldman Sachs und Barclays empfehlen die Aktie
  • Technische Indikatoren signalisieren Überverkauftheit

Bayer wechselt radikal die Strategie: Statt sich weiter nur gegen Glyphosat-Klagen zu verteidigen, fordert der Konzern nun selbst Milliarden von den größten Impfstoffherstellern der Welt. Flankiert wird dieser aggressive juristische Vorstoß von einem wichtigen regulatorischen Erfolg in der Krebsforschung und frischem Rückenwind von der Wall Street. Doch reagiert der Aktienkurs so euphorisch, wie die Nachrichtenlage vermuten lässt?

  • Juristische Offensive: Klagen gegen Pfizer, BioNTech und Moderna eingereicht.
  • Pipeline-Erfolg: US-Behörde FDA erteilt „Breakthrough Therapy“-Status für Krebsmittel.
  • Analysten-Lob: Goldman Sachs und Barclays heben den Daumen.

Klagewelle gegen die mRNA-Elite

Die US-Tochter Monsanto geht juristisch in die Vollen. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Dienstag hervorgeht, verklagt Bayer die Branchenschwergewichte Pfizer, BioNTech und Moderna wegen angeblicher Patentverletzungen. Der Vorwurf: Die Impfstoffhersteller sollen Technologien zur Stabilisierung von mRNA nutzen, die Monsanto ursprünglich in den 1980er Jahren für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen entwickelt hatte.

Bayer

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Bayer zielt dabei auf einen Anteil an den massiven Umsätzen ab, die mit den COVID-19-Vakzinen Comirnaty und Spikevax generiert wurden. Zwar betonte der Konzern, keinen Produktionsstopp zu fordern, doch angesichts der Milliardenumsätze der Gegenseite geht es um potenziell hohe Lizenzgebühren. Moderna kündigte bereits entschiedenen Widerstand an. Dieser Schritt markiert einen bemerkenswerten Rollenwechsel für die Leverkusener, die in den letzten Jahren primär durch Glyphosat-Vergleiche Geld abfließen sahen, statt Einnahmen zu generieren.

Doppelter Erfolg für die Pharma-Pipeline

Fast zeitgleich meldet die Pharma-Sparte operative Fortschritte. Sowohl die US-Arzneimittelbehörde FDA als auch die chinesische Zulassungsbehörde haben dem Wirkstoff Sevabertinib den Status als „Breakthrough Therapy“ verliehen.

Dies ist mehr als nur ein formaler Titel: Der Status beschleunigt den Entwicklungsprozess für das Lungenkrebsmedikament erheblich. Nach vielversprechenden Studiendaten (59 % Ansprechrate) eröffnet sich für Bayer nun die Chance, den Wirkstoff schneller für die Erstlinientherapie bei Patienten mit spezifischen Mutationen auf den Markt zu bringen. Das stärkt das fundamentale Geschäft abseits der juristischen Schlagzeilen.

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Analysten sehen Wende – Aktie technisch überverkauft?

Die Kombination aus Angriffslust und Forschungserfolg kommt bei institutionellen Anlegern gut an. Barclays stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und sieht Potenzial für Margenverbesserungen. Noch deutlicher positioniert sich Goldman Sachs mit der Aufnahme des Titels auf die „European Conviction List“. Die Experten spekulieren darauf, dass der Druck durch bestehende Rechtsstreitigkeiten im ersten Halbjahr 2026 nachlassen könnte.

Trotz dieser Meldungen notiert die Aktie aktuell bei 38,04 Euro und zeigt sich damit volatiler, als es langfristigen Investoren lieb sein dürfte (annualisierte Volatilität von 68,51 %). Interessant ist der Blick auf die technischen Indikatoren: Mit einem RSI (14 Tage) von extrem tiefen 19,6 scheint der Titel kurzfristig massiv überverkauft zu sein. Obwohl der Kurs mit einem Plus von über 90 % auf 12-Monats-Sicht stark gelaufen ist, haben Gewinnmitnahmen den Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 42,22 Euro zuletzt auf knapp 10 % vergrößert.

Fazit: Fokus auf JP Morgan Konferenz

Der strategische Schwenk in die Offensive ist unübersehbar. Für Anleger wird nun die kommende Woche entscheidend: Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference (12.-15. Januar) muss das Management konkretisieren, wie sich die Klagen und der Pipeline-Fortschritt in messbaren Cashflow übersetzen lassen. Gelingt es der Aktie in diesem Umfeld, den Widerstand im Bereich des 52-Wochen-Hochs erneut anzugreifen, könnte dies die von Goldman Sachs prognostizierte Neubewertung bestätigen.

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