Jefferies bekräftigt heute seinen Kaufempfehlung für SAP — und stemmt sich damit gegen einen deutlichen Gegenwind. Die Aktie notiert knapp über ihrem Jahrestief, mehr als 23 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Das Bild ist widersprüchlich: operativ solide, an der Börse unter Druck.
Warum der Markt trotz guter Zahlen skeptisch bleibt
SAP lieferte für 2025 starke Ergebnisse: Der Free Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 8,24 Milliarden Euro, das Non-IFRS-Betriebsergebnis stieg um 31 Prozent auf 10,42 Milliarden Euro. Was Anleger dennoch beschäftigte: Der währungsbereinigte Cloud-Auftragsbestand wuchs im vierten Quartal um 25 Prozent — einen Prozentpunkt unter dem Managementziel. Ein kleines Verfehlen, das der Markt als Signal für das Wachstumstempo 2026 wertet, denn das Cloud-Geschäft gilt als zentraler Kurstreiber.
Analyst Charles Brennan von Jefferies beschreibt die Lage treffend: Die tatsächlichen Ergebnisse europäischer Softwareunternehmen seien solide, doch Sorgen über KI-bedingte Wachstumsbremsen hätten die Kurse belastet. Mehrere Häuser senkten zuletzt ihre Kursziele — Barclays auf 283 USD, BMO Capital auf 245 USD, Citi auf 225 Euro — behielten aber positive Ratings. Jefferies hält dagegen und sieht in der aktuellen Bewertung eine Unterbewertung.
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Sicherheitslücken und Aktienrückkäufe
Ein zusätzlicher Faktor belastet das Sentiment: Beim März-Patchday veröffentlichte SAP 15 Sicherheitshinweise, zwei davon in der höchsten Prioritätskategorie. Eine Schwachstelle in der Versicherungslösung FS-QUO erreicht einen CVSS-Score von 9,8 und erlaubt ohne Authentifizierung die Ausführung beliebigen Codes. Eine zweite Lücke im NetWeaver Enterprise Portal ermöglicht Angreifern mit Nutzerrechten vollständige Systemkontrolle. Aktiv ausgenutzt wurden die Lücken bislang nicht, sie erfordern jedoch zeitnahe Updates in weitverbreiteten Unternehmensumgebungen.
Gegen den Kursdruck steuert SAP mit einem laufenden Rückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro sowie einer vorgeschlagenen Dividende von 2,50 Euro je Aktie. Allein in der Woche vom 2. bis 6. März wurden 50.000 eigene Aktien zurückgekauft.
Blick auf den 23. April
Der eigentliche Unsicherheitsfaktor ist weniger das operative Geschäft als die Zurückhaltung großer Unternehmenskunden bei IT-Budgets. BMO Capital senkte seine Cloud-Wachstumsannahme für 2026 auf 24 Prozent, hält die ERP-zu-Cloud-Migrationsstory aber für grundsätzlich intakt. SAP selbst erwartet für 2026 einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro. Am 23. April, wenn die Q1-Zahlen präsentiert werden, zeigt sich, ob die KI-Integration in Finanz-, Einkaufs- und HR-Prozessen bereits messbare Umsatzbeiträge liefert — und ob das Vertrauen in die Wachstumsstory wieder Boden gewinnt.
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