Netflix Aktie: Entscheidende Woche

Der Streaming-Riese legt am Dienstag seine Q4-Ergebnisse vor und befindet sich im Bieterkampf um Warner Bros Discovery. Analysten sind gespalten, ein neuer Sony-Deal stärkt die Inhalte.

Kurz zusammengefasst:
  • Starkes Gewinnwachstum für Q4 erwartet
  • Milliarden-Bieterkampf um Warner Bros Discovery
  • Globaler Lizenzvertrag mit Sony abgeschlossen
  • Analysten mit gemischter Einschätzung zur Aktie

Netflix steht vor einer wichtigen Woche: Morgen nach US-Börsenschluss präsentiert der Streaming-Konzern seine Zahlen zum vierten Quartal 2025, parallel läuft der Bieterkampf um Warner Bros Discovery. Der Kurs liegt nach dem langen US-Wochenende deutlich unter dem Rekordhoch vom Juni, die Unsicherheit rund um die geplante Übernahme drückt weiter auf die Stimmung.

Wesentliche Punkte im Überblick:

Netflix

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Heute: -
7 Tage: -
  • Erwartetes EPS-Wachstum im Q4 von knapp 30 %
  • Bietergefecht um Warner Bros Discovery mit möglichem All-Cash-Angebot
  • Neuer globaler Milliarden-Lizenzdeal mit Sony
  • Analysten mit überwiegend positiver, aber gespalterter Einschätzung
  • Fortgesetzte Insiderverkäufe von Reed Hastings nach Plan

Q4-Zahlen: Deutliches Gewinnplus erwartet

Netflix legt die Q4-Ergebnisse morgen nach Börsenschluss vor, das Management gibt im Anschluss in einem Live-Interview weitere Einblicke.

Die Konsensschätzungen (LSEG, Zacks) sehen:

  • Ergebnis je Aktie: rund 0,55 US‑Dollar (split-bereinigt), knapp 28 % über Vorjahr
  • Umsatz: 11,97 Milliarden US‑Dollar, etwa 17 % Wachstum zum Vorjahresquartal

Die eigene Prognose vom Oktober lag bei 11,96 Milliarden US‑Dollar Umsatz und einer operativen Marge von 23,9 %. In Q3 hatten die Anleger jedoch enttäuscht reagiert: Die operative Marge von 28,2 % blieb deutlich unter der Wall-Street-Erwartung von 31,5 %, unter anderem wegen eines einmaligen Aufwands von 619 Millionen US‑Dollar im Zusammenhang mit einem Steuerstreit in Brasilien.

Daten von Bespoke Investment Group zeigen, dass Netflix historisch in rund 81 % der Fälle die Gewinnerwartungen übertroffen hat – statistisch sprechen die Erfahrungen also eher für eine positive Überraschung.

Warner Bros Discovery: Bieterkampf spitzt sich zu

Im Zentrum der strategischen Diskussion steht weiterhin die geplante Übernahme großer Film- und Streaming-Assets von Warner Bros Discovery (WBD) im Volumen von 82,7 Milliarden US‑Dollar. Laut Reuters vom 13. Januar bereitet Netflix vor, sein ursprüngliches Bar-und-Aktien-Angebot in ein reines Barangebot umzuwandeln, um den Prozess zu beschleunigen und dem konkurrierenden Bieter Paramount Skydance zuvorzukommen.

Die Eckdaten des Bieterduells:

  • Ursprüngliches Netflix-Angebot: Bewertung von WBD mit 27,75 US‑Dollar je Aktie
  • Paramount-Angebot: 108,4 Milliarden US‑Dollar (30 US‑Dollar je Aktie) für das gesamte Unternehmen inklusive Kabel-TV-Sparte
  • Trotz höherem Gesamtvolumen präferiert der WBD-Verwaltungsrat bisher Netflix, da das Paramount-Angebot stark auf zusätzliche Verschuldung setzt

Zum Paket gehören zentrale Inhalte wie „Harry Potter“, „Game of Thrones“, „Friends“ sowie das DC-Comics-Universum. Netflix hat sich bereit erklärt, im Falle eines Scheiterns an der Regulierung eine Abbruchgebühr von 5,8 Milliarden US‑Dollar zu zahlen; umgekehrt müsste WBD 2,8 Milliarden US‑Dollar leisten, falls der Deal mit Netflix von deren Seite nicht umgesetzt würde.

Zugleich wächst der politische und regulatorische Druck: Abgeordnete aus verschiedenen Lagern äußern Bedenken zu einer weiteren Medienkonzentration, was die Unsicherheit im Prozess erhöht.

Sony-Deal: Starke Ausbau der Inhaltebasis

Für Rückenwind sorgt ein neuer Großvertrag mit Sony Pictures Entertainment. Am 15. Januar meldete Netflix ein globales Pay‑1-Lizenzabkommen mit einem Gesamtvolumen von rund 7 Milliarden US‑Dollar.

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Kernpunkte des Deals:

  • Netflix erhält weltweit das exklusive Erststreaming-Recht für Sonys Kinofilme nach Kino- und Home-Entertainment-Fenster
  • Die Vereinbarung wird schrittweise bis 2029 ausgerollt
  • Wichtige kommende Titel: u.a. der „Legend of Zelda“-Realfilm, „Spider-Man: Beyond the Spider-Verse“ und die Beatles-Filmreihe von Sam Mendes
  • Die bisher auf USA, Deutschland und Südostasien beschränkte Kooperation wird damit auf eine globale Basis ausgeweitet

Der Vertrag stärkt die Film-Pipeline spürbar und ergänzt die laufenden M&A-Pläne um Warner Bros inhaltlich.

Analysten: Positiv, aber vorsichtig wegen M&A

Die Analystenlandschaft zeigt ein gemischtes Bild, mit Tendenz zu einer positiven Grundhaltung.

Konkrete Änderungen der letzten Tage:

  • TD Cowen senkte am 14. Januar das Kursziel von 142 auf 115 US‑Dollar, beließ die Einstufung aber auf „Buy“. Begründung: Das geplante All-Cash-Angebot für WBD könnte den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2026 belasten.
  • HSBC startete am 12. Januar die Beobachtung mit „Buy“ und einem Kursziel von 107 US‑Dollar. Analyst Mohammed Khallouf verweist darauf, dass die Aktie rund 33 % unter ihrem Sommerhoch 2025 notiert, obwohl sich das Gewinnprofil verbessere und das internationale Wachstumspotenzial weiterhin groß sei.

LSEG Data & Analytics weist insgesamt ein Konsensrating „Buy“ aus. Der durchschnittliche Zielkurs liegt bei rund 127 US‑Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Von den beobachtenden Analysten empfehlen 32 die Aktie mit „Buy“ oder „Strong Buy“, 13 votieren mit „Hold“, ein Analyst mit „Sell“.

Insiderverkäufe: Planmäßige Transaktionen von Hastings

Gründer und Director Reed Hastings setzte Anfang Januar seine zuvor festgelegten Aktienverkäufe fort. Am 2. Januar veräußerte er 426.290 Aktien im Gegenwert von rund 39,1 Millionen US‑Dollar. Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines bereits am 8. August 2023 eingerichteten Rule-10b5‑1-Handelsplans, der planmäßige Verkäufe unabhängig von nicht öffentlichen Informationen ermöglicht.

Nach diesem Verkauf hält Hastings direkt 3.940 Aktien sowie weitere 21.401.520 Aktien indirekt über den Hastings-Quillin Family Trust. In den letzten drei Monaten nutzte er denselben Plan bereits für größere Verkäufe, darunter 375.470 Aktien am 1. Dezember und 403.740 Aktien am 31. Oktober.

Technisches Bild und Ausblick auf morgen

Anleger werden die morgige Telefonkonferenz vor allem auf drei Punkte hin abklopfen: den Stand der Verhandlungen mit Warner Bros Discovery, die Entwicklung des werbefinanzierten Abotarifs sowie den Ausblick des Managements auf das Jahr 2026.

Charttechnisch zeigt sich weiter Druck:

  • 50‑Tage-Durchschnitt um 103 US‑Dollar
  • 200‑Tage-Durchschnitt um 115 US‑Dollar
  • aktuelle Notierung damit klar unter beiden Linien

Im 52‑Wochen-Spanne zwischen 82,11 und 134,12 US‑Dollar bewegt sich die Aktie derzeit näher am unteren Rand. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 373 Milliarden US‑Dollar, das rückblickende Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 38 auf Basis der split-bereinigten Gewinne. Das morgige Zahlenwerk samt Ausblick dürfte maßgeblich bestimmen, ob sich der Kurs wieder in Richtung der gleitenden Durchschnitte bewegen kann oder ob die M&A-Sorgen vorerst dominieren.

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