Während der Konzern in den USA teuren Arbeitsfrieden erkauft, gelingt in Europa ein strategischer Coup: Volkswagen hat Tesla im Jahr 2025 bei den Elektroauto-Verkäufen überholt. Trotz dieser fundamentalen Verschiebung der Marktkräfte zeigt sich die Aktie von den operativen Erfolgen bislang unbeeindruckt und notiert weiterhin schwach. Investoren wägen aktuell die steigenden Marktanteile gegen die künftig höheren Personalkosten ab.
Die wichtigsten Fakten:
* Schlusskurs Donnerstag: 101,70 €
* RSI (14 Tage): 27,8 (technisch überverkauft)
* Performance YTD: -4,15%
* Absatz-Highlight: VW verzeichnet +56% bei E-Autos in Europa
Machtwechsel in Europa
Neue Daten von JATO Dynamics belegen eine signifikante Wende auf dem europäischen Automobilmarkt. Volkswagen konnte den US-Rivalen Tesla als Marktführer für vollelektrische Fahrzeuge (BEV) ablösen. Während der Gesamtmarkt für Elektrofahrzeuge 2025 um 29 Prozent wuchs, legten die Wolfsburger überproportional zu.
Die Diskrepanz zwischen den beiden Konzernen ist deutlich:
* Volkswagen: Steigerung des Absatzes um 56 Prozent auf 274.278 Fahrzeuge.
* Tesla: Rückgang der Verkäufe um 27 Prozent auf 236.357 Einheiten.
Besonders die Modelle ID.3, ID.4 und der neuere ID.7 erwiesen sich als Wachstumstreiber. Diese Entwicklung zeigt, dass die Modellpalette von VW im europäischen Massenmarkt zunehmend besser angenommen wird als das alternde Portfolio der Amerikaner.
Einigung in den USA kostet Marge
Parallel zur Marktoffensive in Europa hat das Management eine kritische Baustelle in den USA geschlossen, allerdings zu einem hohen Preis. Für das Werk in Chattanooga, Tennessee, erzielte der Konzern eine vorläufige Einigung mit der Gewerkschaft UAW. Der neue Tarifvertrag sieht Lohnerhöhungen von 20 Prozent über vier Jahre sowie einen Sofortbonus von 6.550 US-Dollar pro Mitarbeiter vor.
Damit sichert Volkswagen zwar die Produktion wichtiger Modelle wie des Atlas und des ID.4 gegen Streiks ab, muss jedoch künftig mit deutlich steigenden Fixkosten am US-Standort kalkulieren. Die Zustimmung der über 3.000 Beschäftigten steht noch aus, gilt jedoch als wahrscheinlich.
Politischer Schulterschluss
Angesichts der globalen Wettbewerbssituation forciert CEO Oliver Blume nun auch politische Unterstützung. Gemeinsam mit Stellantis-Chef Antonio Filosa forderte er am Freitag spezifische Anreize für in der EU produzierte Fahrzeuge. Die Manager plädieren für eine „Made in Europe“-Strategie inklusive eines „CO2-Bonus“, um die heimische Industrie gegen US-Zölle und chinesische Importe zu stärken.
Der Aktienkurs spiegelt die operative Stärke derzeit noch nicht wider. Mit einem RSI von 27,8 befindet sich das Papier technisch in einem überverkauften Zustand, was kurzfristig eine Gegenbewegung begünstigen könnte. Für eine nachhaltige Trendwende müssen die Wolfsburger jedoch beweisen, dass sie die höheren US-Lohnkosten durch das Volumenwachstum in Europa kompensieren können.
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