Der finnische Telekommunikationsausrüster Nokia treibt den Ausbau seiner softwarebasierten Netzwerke mit prominenten Partnern wie Google Cloud massiv voran. Doch während das Management auf künstliche Intelligenz und neue Unternehmensanwendungen setzt, tritt die Börse auf die Euphoriebremse. Eine aktuelle Analystenabstufung lenkt den Blick der Investoren auf die kurzfristigen Wachstumsrisiken im klassischen Kerngeschäft.
Fokus auf KI und Software
Um sich unabhängiger vom klassischen Hardware-Verkauf zu machen, setzt Nokia verstärkt auf programmierbare Netzwerke. Auf dem MWC in Barcelona kündigte das Unternehmen eine erweiterte Partnerschaft mit Google Cloud an. Ziel ist es, sogenannte agentische KI in die hauseigene „Network as Code“-Plattform zu integrieren, damit Unternehmen Netzwerkfunktionen direkt und automatisiert abrufen können.
Zudem bindet Tata Communications seine globalen Infrastrukturen in das System ein, was besonders Anwendungen im Logistik- und Automobilsektor beschleunigen soll. Mittlerweile nutzen über 75 Partner diese Schnittstellen, um neue Dienstleistungen für das Internet der Dinge (IoT) zu skalieren.
Gegenwind aus China und Analystenskepsis
Trotz dieser strategischen Fortschritte trübt sich die Stimmung am Kapitalmarkt heute etwas ein. Die Analysten von DNB Carnegie senkten ihre Bewertung für die Papiere von „Buy“ auf „Hold“ und bestätigten das Kursziel von 6,50 Euro. Als Grund für die Zurückhaltung nannten die Experten Kapazitätsengpässe und einen voraussichtlich stagnierenden Markt für Funkzugangsnetze (RAN). Ein Rückgang des Auftragsbestands um 2,5 Prozent im vergangenen Jahr signalisiere zudem ein begrenztes kurzfristiges Wachstumspotenzial.
Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in der regionalen Umsatzentwicklung wider. Während Nokia in Indien 2025 durch den aggressiven 5G-Ausbau ein starkes Plus von 12 Prozent verzeichnete und das Land zum größten asiatischen Markt aufstieg, brachen die Erlöse im hart umkämpften chinesischen Markt um 19 Prozent ein.
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Insiderkäufe und neue Kapitalstruktur
Ungeachtet der heutigen Abstufung zeigt sich die Aktie mit einem aktuellen Kurs von 6,81 Euro robust und verzeichnet seit Jahresbeginn ein solides Plus von über 22 Prozent. Damit notiert der Titel nur knapp unter seinem erst Anfang März erreichten 52-Wochen-Hoch.
Für leichtes Vertrauen aus der Führungsetage sorgte zuletzt Manager Raghav Sahgal, der Mitte Februar knapp 2.400 Aktien erwarb. Gleichzeitig räumt das Management bei der Kapitalallokation auf: Das Engagement in Risikokapitalfonds wurde nach einer internen Überprüfung auf 221 Millionen Euro zurückgefahren, da diese Investitionen für das Kerngeschäft nicht mehr als strategisch notwendig erachtet werden.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hält das Management an seinem Ziel fest, einen operativen Gewinn zwischen 2,0 und 2,5 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Die Erreichung dieser Spanne wird maßgeblich davon abhängen, ob die neuen margenstarken Software-Partnerschaften den anhaltenden Preisdruck und die Nachfrageschwäche im asiatischen Hardware-Geschäft rechtzeitig kompensieren können.
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