Ein neuer Ölfund vor Angola gibt BP heute operativ Rückenwind. Das kommt zur richtigen Zeit, denn erst kürzlich hatte der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt – und damit Anleger verunsichert. Kann der Fund die Story kurzfristig stabilisieren? Zumindest liefert er ein greifbares Argument auf der operativen Seite.
Wichtige Punkte im Überblick:
– Ölfund: Algaita-01 in Angola (Bestätigung gestern)
– Kapitalpolitik: Aktienrückkäufe ausgesetzt, Fokus auf Schuldenabbau
– Dividende: 2025 insgesamt +5,4% auf 32,96 US-Cent je Aktie
– Chefwechsel: Meg O’Neill startet am 1. April 2026
Neuer Fund vor Angola
Gestern bestätigte Azule Energy, ein BP-Joint-Venture, einen größeren Ölfund im Explorationsbohrloch Algaita-01 in Block 15/06 vor der Küste Angolas. Es ist bereits der vierte bedeutende Kohlenwasserstoff-Fund des Gemeinschaftsunternehmens seit Beginn von 2025.
Das Bohrloch wurde in 667 Metern Wassertiefe niedergebracht und traf auf ölführende Sandsteine mit hochwertigen Reservoireigenschaften. BP verweist zudem auf die Nähe zu bestehender Infrastruktur: Das Olombendo-FPSO liegt rund 18 Kilometer entfernt. Das erhöht die Chance auf eine vergleichsweise kosteneffiziente Anbindung per Subsea-Tie-back.
Finanz-Reset nach Zahlen
Der operative Erfolg fällt in eine Phase, in der BP seine Kapitalallokation neu ausrichtet. Nach den am 10. Februar vorgelegten Jahreszahlen 2025 stoppte das Management die Aktienrückkäufe, um die Bilanz zu stärken. Ziel ist es, die Nettoverschuldung von 22,2 Mrd. US-Dollar (Stand Jahresende) bis Ende 2027 in eine Spanne von 14 bis 18 Mrd. US-Dollar zu drücken.
Trotz des Stopps bei Buybacks erhöhte BP die Ausschüttung über die Dividende: Für das vierte Quartal wurden 8,32 US-Cent je Aktie beschlossen. Damit steigt die Dividende für 2025 insgesamt auf 32,96 US-Cent, ein Plus von 5,4% gegenüber dem Vorjahr.
Beim Ergebnis zeigte sich Gegenwind: Der Underlying Replacement Cost Profit lag 2025 bei 7,5 Mrd. US-Dollar nach 8,9 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. BP begründete das mit weicheren Ölpreisen und Raffineriemargen. Zusätzlich verbuchte der Konzern rund 4 Mrd. US-Dollar an Wertminderungen, vor allem im Bereich Erneuerbare Energien und Biogas, im Zuge einer Anpassung der eigenen Transformationsstrategie.
Chefwechsel im April
Mehr strategische Klarheit soll auch der anstehende Führungswechsel bringen: Meg O’Neill (zuvor Woodside Energy) übernimmt den CEO-Posten am 1. April 2026. Sie folgt auf Interimschefin Carol Howle, die nach dem Abgang von Murray Auchincloss Ende 2025 die Leitung übernommen hatte.
Kursniveau und Einordnung
Nach der jüngsten Volatilität notiert die Aktie zuletzt bei rund 462 Pence. DZ Bank bestätigte nach den Zahlen vom 10. Februar ihr „Buy“-Votum und verwies dabei auf Bewertung und Asset-Qualität, trotz der kurzfristig fehlenden Unterstützung durch Aktienrückkäufe.
Am 1. April rückt damit ein konkreter Termin in den Vordergrund: Mit dem Start der neuen CEO dürfte der Markt besonders auf Signale zur Kapitalallokation und zur weiteren Ausrichtung der integrierten Energiestrategie achten.
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