ebase Fondsbarometer: Handelsaktivitäten der Anlageberater im Gesamtjahr 2015 deutlich über Vorjahresniveau


08.01.16 14:53
Meldung
 
Aschheim (www.fondscheck.de) - Das vierte Quartal 2015 stand ganz im Zeichen der erwarteten Zinswende in den USA, so die Experten von ebase.


"Die Unsicherheit darüber, ob und in welchem Ausmaß die amerikanische Notenbank die Zinsen anhebt, hat viele Berater veranlasst, ihre Fondstransaktionen zurückzufahren", sage Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase. "Das war insbesondere im November 2015 zu spüren, als das ebase Fondsbarometer zwischenzeitlich auf 95,3 Punkte zurückging."

Im Dezember sei der Indexwert schließlich wieder auf 98,4 angestiegen, womit die Handelsaktivitäten der angeschlossenen Berater wieder zum Jahresdurchschnitt von 2014 als Referenzwert aufgeschlossen hätten. Über das Gesamtjahr 2015 gerechnet, hätten die Fondstransaktionen der angeschlossenen Berater aber bei einem durchschnittlichen Quotienten von 113 gelegen, was einen signifikanten Anstieg gegenüber 2014 mit einem Durchschnittsquotienten von 100 bedeute.

ETFs seien im vierten Quartal 2015, wie auch schon das ganze Jahr über, stark gefragt gewesen. Ihr Indexwert für das Handelsvolumen sei nach 153,1 Punkten im Oktober auf 189,1 Punkte im November gestiegen, um sich im Dezember wiederum bei 159,7 Punkten einzupendeln. Der durchschnittliche monatliche Indexwert für ETFs belaufe sich auf 168,6, gegenüber dem Basiswert 100 für das Jahr 2014. Dieser Wert liege deutlich über der Kennziffer für den Gesamtmarkt inklusive der aktiv gemanagten Fonds "Das bedeutet, dass die ETF-Handelsaktivitäten unserer angeschlossenen Berater und deren Kunden 2015 überdurchschnittlich angestiegen sind", erläutere Geyer. "Im Übrigen ist auch das Handelsvolumen in absoluten Euro-Beträgen stark angestiegen - es hat sich im Jahresvergleich fast verdoppelt."

Besonders gefragt seien im vierten Quartal 2015 Aktien-ETFs für die Anlageregionen Welt, Europa, Euroland und Deutschland gewesen. Der Kaufquotient für Welt-ETFs habe in den Monaten Oktober bis Dezember bei 3,19 gelegen, was bedeute, dass die Anlageberater beziehungsweise deren Kunden mehr als dreimal so viele ETFs auf globale Aktien ge- statt verkauft hätten. Der Kaufquotient für Deutschland-ETFs habe im selben Zeitraum bei 2,70 gelegen, derjenige für Europa-ETFs bei 2,24.

Von den aktiv gemanagten Fonds seien Aktien- und Mischfonds im vierten Quartal bei den angeschlossenen Beratern am stärksten gefragt gewesen. "Aktien- und Mischfonds wiesen im vergangenen Quartal sowohl die höchsten Absatzzahlen als auch die höchsten Kaufquotienten auf", sage Rudolf Geyer. "Renten- und Geldmarktfonds standen demgegenüber unterm Strich auf den Verkaufslisten."

Mit einem Kaufquotient von 1,5 seien 50 Prozent mehr Aktienfonds geordert als verkauft worden. Bei Mischfonds habe der Quotient sogar bei 1,6 gelegen, was um 60 Prozent höhere Käufe als Verkäufe bedeutet habe. Bei Renten- und Geldmarktfonds habe der Kaufquotient im vierten Quartal indes nur bei rund 0,65 gelegen, was 35 Prozent mehr Verkäufe als Käufe bedeutet habe. "Die monatliche Betrachtung zeigt, dass sich die Anlageberater im ganzen 4. Quartal 2015 kontinuierlich stark für Aktien- und Mischfonds interessierten", gehe Geyer ins Detail. "Ebenso wurden Renten- und Geldmarktfonds Monat für Monat mehrheitlich verkauft."

Wie bei den ETFs seien auch bei den aktiv gemanagten Aktienfonds die Regionen Welt, Europa und Deutschland hinsichtlich des Mittelaufkommens am stärksten gefragt gewesen. Dies bestätige sich auch hinsichtlich der Kaufquotienten. So seien weltweit anlegende Aktien im vierten Quartal 2015 um 16 Prozent stärker gekauft als verkauft worden (Kaufquotient: 1,16).

Bei europäischen Aktienfonds habe der Quotient bei 1,46 und bei deutschen Aktienfonds bei 1,65 gelegen, was um 65 Prozent höhere Käufe als Verkäufe bedeutet habe. Damit hätten sich im vierten Quartal die Trends bestätigt, die auch bereits im dritten Quartal zu beobachten gewesen seien, wo die genannten Anlageregionen ebenfalls von den angeschlossenen Finanzberatern am stärksten nachgefragt gewesen seien. "Deutlich ins Negative gedreht hat indes das Interesse an Euroland-Aktienfonds", bemerke Geyer. "Während sie im dritten Quartal noch stark gefragt waren, wurden sie im vierten Quartal mit einem Kaufquotienten von 0,82 bei hohen Handelsvolumina mehrheitlich verkauft."

Eine stark positive Tendenz hätten im vierten Quartal andererseits Fonds für amerikanische Aktien gezeigt. Sie hätten sowohl ein stark erhöhtes Mittelaufkommen als auch einen Kaufquotienten von 1,52 aufgewiesen, was bedeute, dass sie im Durchschnitt um rund 50 Prozent stärker gekauft als verkauft worden seien. Im dritten Quartal sei das Mittelaufkommen noch negativ gewesen und der Kaufquotient habe bei 0,90 gelegen, was deutlich mehr Verkäufe als Käufe angezeigt habe. Eine spürbare Nachfragesteigerung hätten auch Emerging-Markets-Fonds verzeichnet, die im dritten Quartal noch sehr stark verkauft worden seien (Kaufquotient 0,60). Im vierten Quartal seien sie indes mit einem Kaufquotienten von 1,21 um 21 Prozent stärker geordert als verkauft worden.

Das ebase Fondsbarometer werde vierteljährlich veröffentlicht und spiegele die Handelsaktivität aller Fondsberater wider, die für die Kooperationspartner der B2B Direktbank tätig seien. Das ebase Fondsbarometer setze sich aus zwei Elementen zusammen: Der Handelsaktivität und dem Kaufquotienten. Die Handelsaktivität basiere auf dem Handelsvolumen und lasse unmittelbare Rückschlüsse auf den aktuellen Jahrestrend zu. Ein Wert von über 100 weise auf eine überdurchschnittliche Handelsaktivität der Fondsberater im Vergleich zum mittleren monatlichen Handelsvolumen von 2014 hin; ein Stand unter 100 zeige eine unterdurchschnittliche Handelsaktivität an.

Veränderungen der Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse bei den Unterkategorien Fondstyp und Region würden über den Kaufquotienten ausgedrückt. Dabei würden die monatlichen Mittelzuflüsse des Berichtszeitraums in Relation zu den monatlichen Mittelabflüssen gesetzt. Bei einem Kaufquotienten über 1 würden die Mittelzuflüsse überwiegen, bei einem Kaufquotienten unter 1 die Mittelabflüsse. Fondsdepots für institutionelle Kunden und die der betrieblichen Altersversorgung würden in der Auswertung nicht berücksichtigt. (08.01.2016/fc/a/f)


 

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