Trotz der jüngsten Volatilitätsphase ist die Investitionsperspektive für das "Neue China" unverändert positiv


28.08.15 15:32
Meldung
 
Boston (www.fondscheck.de) - In den vergangenen Wochen konzentrierten sich die Nachrichten auf China, so die Experten von Baring Asset Management.


Viele Anleger hätten Bedenken über die Geschwindigkeit des Wirtschaftswachstums und darüber geäußert, ob 7% erreicht werden könnten, und man habe sich Gedanken über die kürzliche Entscheidung der Regierungsbehörden zur Abwertung des Yuan gemacht. All dies habe auf eine grundsätzlich vorherrschende Nervosität getroffen, die mit dem Eintritt in einen neuen Zinszyklus in den USA einhergehe, der im September oder zumindest zeitnah eingeläutet werde.

Nach den Einbrüchen im Juni und Juli sei es am chinesischen Markt zu übermäßigen Verkäufen gekommen. Seit Jahresbeginn sei der MSCI China Index um 11,8% in USD gefallen und befinde sich somit wieder auf dem Niveau von Mitte des Jahres 2014.

Obwohl sich die Schlagzeilen auf China konzentrieren würden, sollte für einen umfassenden Zusammenhang erwähnt werden, dass die Risikobereitschaft auf breiterer Ebene zurückgegangen sei. Der MSCI Asia ex Japan Index und der MSCI Global Emerging Markets Index hätten im gleichen Zeitraum um 15,3% bzw. um 17,7% in USD schwächer notiert. Insofern habe es den chinesischen Markt nicht am schlimmsten getroffen.

Nach Ansicht der Experten sollte dies als Teil einer grundsätzlichen Reduzierung der Risikobereitschaft angesichts eines neuen Zinszyklus betrachtet werden.

Die unmittelbare Ursache liege in Chinas Wirtschaftswachstum, jedoch sei dies nicht der einzige Grund. Die Experten seien davon überzeugt, dass der Rückgang nicht durch die Fundamentaldaten gerechtfertigt werde und dass durch die Konzentration auf bestimmte wirtschaftliche Datenpunkte der Umfang der Veränderung in Chinas Wirtschaft der letzten Jahre sowie die Entstehung neuer Wachstumstreiber dort nicht ausreichend erfasst würden.

Nach Auffassung der Experten sei es möglich, Unternehmen zu identifizieren, die gut positioniert seien, um diese Wachstumstreiber über die kommenden drei bis fünf Jahre gewinnbringend zu nutzen. Die jüngste Volatilitätsphase habe für Chancen im Bereich der Titelselektion gesorgt, das Bewertungsniveau für Investoren gedrückt und das Potenzial für robuste Unternehmen erhöht, als Konsolidierer aufzutreten und sich noch stärker zu entwickeln.

Die größte Sorge für Anleger liege in der Frage, ob sich die Geschwindigkeit des Wirtschaftswachstums in China, ausgehend von dem Ziel der Regierung von 7%, noch weiter verlangsame. Dafür würden weitläufig Indikatoren beobachtet wie beispielsweise die Stromnachfrage und die Stahlproduktion.

Nach Erfahrung der Experten sei das Wirtschaftswachstum nicht zwangsläufig ein guter Maßstab für Aktienerträge, die weitaus mehr von unternehmensspezifischen Faktoren abhängen würden. Darüber hinaus lasse der Fokus auf solch traditionelle Einflussgrößen das Ausmaß der Neuausrichtung von Chinas Wirtschaft der vergangenen Jahre außer Acht.

Die Schwerindustrie und Immobilien-/Infrastrukturbau seien seit einigen Jahren rückläufige Bereiche der chinesischen Wirtschaft. Der neue Wachstumstreiber sei der Dienstleistungssektor. Indikatoren wie Einzelhandelsumsätze, Telekommunikationsvolumina und Personenverkehr würden ein konstantes Wachstum aufweisen. Dies gelte ebenso für Löhne, was die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen unterstütze.

Die Investmentstrategie der Experten sei darauf ausgerichtet, speziell von der sich verändernden Struktur der chinesischen Wirtschaft und der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors zu profitieren.

Die Experten würden Ausschau nach modernen, zukunftsorientierten Unternehmen mit hochqualifizierter Geschäftsführung und robusten Bilanzen, einem klaren Geschäftsmodell, das gewinnbringend genutzt werden könne, sowie mit der Fähigkeit zur Erzielung robuster langfristiger Gewinne halten.

Im Zuge des anhaltenden Prozesses der Urbanisierung und der Verbesserung der Umwelt in China seien Unternehmen für die Experten interessant, die sich an die Regierungspolitik angepasst hätten. Darüber hinaus würden die Experten Firmen entlang der Wertschöpfungskette bevorzugen, die von dem steigenden Konsum und der zunehmenden technologischen Ausstattung profitieren würden, ebenso wie die Marken des "Neuen Chinas", die mit den bekanntesten Namen mithalten könnten.

Tencent und Lenovo seien jedem bekannt, aber nach Einschätzung der Experten stehe Unternehmen wie Geely Automobile, einem chinesischen Autohersteller mit Absatz in der EU, und dem Körper- und Hautpflegehersteller LÂ’Occitane, der sowohl international als auch national gut positioniert sei, eine erfolgreiche Zukunft bevor.

Dies seien zwar nur zwei Beispiele, sie stünden jedoch stellvertretend für die gut geführten, modernen Unternehmen, die man mit einer gründlichen Recherche in China finden könne. Obwohl Automobil- und Konsumwerte in der jüngsten Volatilitätsphase übermäßig stark veräußert worden seien, sei die Investitionsperspektive für viele dieser Unternehmen unverändert gut. Durch das aktuell niedrigere Bewertungsniveau würden sie ein noch stärkeres Potenzial bieten und der Überzeugungsgrad der Experten für diese Investitionen sei unverändert hoch.

Hierbei gehe es allgemein um die Aktienkursbewertungen. Nach der Volatilitätsphase befinde sich der MSCI China Index wieder auf einem Niveau unterhalb des historischen Durchschnitts der letzten Jahre. Unter der Prämisse, dass sich die Investitionsperspektiven nicht fundamental verändert hätten, sorge diese Tatsache im Vergleich zum Jahresanfang für noch bessere Chancen.

Darüber hinaus berücksichtige das aktuelle Bewertungsniveau nicht die verschiedenen Anreiz- und Reformmaßnahmen, die in den letzten Monaten von der Regierung angekündigt und durchgeführt worden seien. Wenn diese Berücksichtigung finden würden, dürften die Aktienkursbewertungen nach Einschätzung der Experten höher ausfallen. Des Weiteren würden die Experten infolge der jüngsten Volatilitätsphase Potenzial für eine bessere Wertentwicklung durch Titelselektion erkennen, da sich die Marktstimmung aufhelle und Anleger sich wieder an den Fundamentaldaten von Investitionen orientieren würden.

Ein Grund dafür, weshalb die Experten nach Unternehmen Ausschau halten würden, die bei ihren Qualitätskriterien hoch bewertet würden, sei der, dass sie über das Potenzial verfügen würden, der Marktvolatilität zu trotzen.

In den Fällen, in denen Investoren die Fundamentaldaten eines Unternehmens überprüfen und die Firma auf Grundlage der Fähigkeit zu Erzielung eines langfristigen Ertragswachstums bewerten würden, habe ein Unternehmen mit stabilen Bilanzen, einer kompetenten Geschäftsführung sowie einem angesehenen und geschützten Geschäftsmodell, das sich monetarisieren lasse, das Potenzial zum Erzielen einer kräftigen und stabilen Wertentwicklung.

Warren Buffett beschreibe Unternehmen mit einem solch starken Geschäftsmodell als Unternehmen mit einem wirtschaftlichen Wallgraben. Die Experten würden sie als Qualitätsunternehmen bezeichnen, aber die Vorteile dürften in jedem Fall klar sein.

Unternehmen mit stabilen Bilanzen würden darüber hinaus über das Potenzial verfügen, unter den richtigen Bedingungen als Konsolidierer innerhalb ihrer Industrie zu agieren, den Marktanteil zu erhöhen, Mitbewerber auszuschalten und über einen Drei- bis Fünfjahreszeitraum möglicherweise das Gewinnwachstum zu steigern.

Auch die Entscheidung der chinesischen Währungsbehörden zur Abwertung des Yuan habe zur Besorgnis der Anleger beigetragen, die diese Tatsache sogleich als ein weiteres Anzeichen für die zunehmende Schwäche der Wirtschaft aufgenommen hätten. Zwar hätten die Experten nicht vorhergesehen, wie plötzlich dieser Schritt kommen würde, jedoch sei die Richtung nach der langen und nachhaltigen Abwertung keine Überraschung gewesen.

Die Experten würden dies als Teil einer allmählichen Öffnung des Marktes und der Währung in China sehen, während sich die Regierungsbehörden auf die Möglichkeit vorbereiten würden, dass der Yuan anderen Ländern im Kreis des Sonderziehungsrechts des Internationalen Währungsfonds Gesellschaft leisten werde, was symbolisch das Ansehen der Währung fördern würde. Kurzfristig würden die Experten nicht davon ausgehen, dass weitere umfangreiche Schritte unternommen würden.

Die Experten könnten das Aufkommen einer weiteren Volatilitätsphase zwar nicht ausschließen, seien aber der Auffassung, dass der Ausblick für Qualitätsunternehmen des "Neuen Chinas" besser sei, als es die jüngsten Bewegungen vermuten lassen würden, wobei auch die positiven Schritte der Regierung noch nicht berücksichtigt worden seien. Dazu zähle die jüngste Entscheidung der chinesischen Behörden, die kurzfristigen Zinssätze zu senken und Liquidität in den Bankensektor zu pumpen, was den Markt zusätzlich unterstützen dürfte. (Ausgabe vom 27.08.2015) (28.08.2015/fc/a/m)


 
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