Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von OC Research, Sven Krupp, hält den Call (
ISIN DE000UB9VK86 /
WKN UB9VK8 ) der UBS auf die
Deutsche Post-Aktie (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ) für ein chancenreiches aber auch sehr spekulatives Investment.
Die Deutsche Post habe ihre Zahlen für das dritte Quartal 2011 veröffentlicht und an die erfreuliche Geschäftsentwicklung der Vorquartale angeknüpft.
Nach Unternehmensangaben sei es im Berichtszeitraum zu einem Umsatzanstieg um 2,5 Prozent auf 13,10 Mrd. Euro gekommen und das EBIT habe überproportional um 18,5 Prozent auf 646 Mio. Euro zugelegt. Der Konzerngewinn werde mit 385 Mio. Euro ausgewiesen und entspreche einer Steigerung um mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach dem guten Jahresauftakt habe die Geschäftsführung der Deutschen Post die Ergebnis-Guidance für das laufende Geschäftsjahr nach oben adjustiert. So erwarte sie nun ein Konzern-EBIT von mehr als 2,4 Mrd. Euro; bisher sei sie von einem operativen Ergebnis am oberen Ende der ursprünglich kommunizierten Spanne von 2,2 bis 2,4 Mrd. Euro ausgegangen. Darüber hinaus rechne das Management auch weiterhin damit, dass sich das um die Bewertungseffekte aus der Transaktion mit der Deutschen Postbank (
ISIN DE0008001009 /
WKN 800100 ) bereinigte Konzernergebnis im Jahr 2011 analog zum operativen Geschäft verbessern werde.
Nach Meinung der Analysten von OC Research hat die Deutsche Post wie erwartet starke Q3'2011-Zahlen im November präsentiert und ihren Wachstumskurs beeindruckend fortgesetzt. Dabei hätten alle drei DHL-Bereiche zum Wachstum beigetragen und die überdurchschnittliche Ergebnisentwicklung sei u.a. das Ergebnis von erfolgreich durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen des Managements. Auch positive Effekte im Zusammenhang mit der Bewertung der Postbank-Transaktion hätten einen spürbaren Ergebniseinfluss gehabt. Bereinigt um die Postbank-Effekte wäre der Konzerngewinn im dritten Quartal "nur" um 13% gestiegen.
Wie von den Analysten von OC Research Anfang des Jahres vermutet, wurde aufgrund der anhaltend guten Geschäftsentwicklung der Ausblick für das Gesamtjahr nun nach oben angehoben. Der Logistikkonzern habe von der noch robusten Weltwirtschaft und seiner sehr guten Positionierung in der wachstumsstarken asiatischen Region profitiert. Zwar habe Konkurrent FedEx (
ISIN US31428X1063 /
WKN 912029 ) zuletzt von einer schwächern Entwicklung in China berichtet, doch in Asien habe sich das Expressgeschäft bei der Deutschen Post bisher stabil gehalten.
Die Deutsche Post befindet sich nach Meinung der Analysten von OC Research weiter auf Wachstumskurs, auch wenn die erste Jahreshälfte 2012 vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage von einer sich abschwächenden Geschäftsentwicklung gekennzeichnet sein könnte. Die Express-Sparte habe sich inzwischen zu einem ertragsstarken Geschäftsbereich entwickelt und zudem wirken nun nachhaltig die umfangreichen Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Positiv sei auch anzumerken, dass für das eher schwächer zu erwartende Brief-Geschäft eine Ergebnisstabilisierung erreicht worden sei. Sollte es nicht zu einer tiefen Rezession kommen, wovon die Analysten von OC Research aufgrund der sich leicht aufhellenden Frühindikatoren derzeit nicht ausgehen, ist für 2012 und darüber hinaus mit einer weiter stabilen Entwicklung bei der Deutschen Post zu rechnen. Bei einem gestrigen Schlusskurs von 11,62 Euro erscheint den Analysten von OC Research die Deutsche Post-Aktie mit einem KGV 2012e von knapp 9 attraktiv bewertet und bleibt für sie ein Value-Investment. Hinzu komme eine ansehnliche Dividendenrendite von rund 5%.
Die Analysten von OC Research halten daher den unten beschriebenen Call der UBS auf die Aktie der Deutschen Post für ein spekulatives, aber interessantes Investment. Der Schein habe noch eine Laufzeit bis zum 17. Juni 2013 und notiere derzeit bei einem Basispreis von 12,00 Euro knapp aus dem Geld. (
Analysevom 23.12.2011)
(23.12.2011/oc/a/d)