Classic Long-Optionsschein 3.350 2017/11 auf EURO STOXX 50: Womit rechnet der Markt? Optionsscheineanalyse


10.08.17 09:00
Meldung
 
Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in den Euro Stoxx 50-Index (ISIN EU0009658145 / WKN 965814 ) einen Optionsschein Classic Long 3.350 2017/11 (ISIN DE000DD1DYW7 / WKN DD1DYW ) mit dem Basiswert EURO STOXX 50 vor.


Der EURO STOXX 50 mache gerade Sommerpause. Im Juli sei er insgesamt nahezu auf der Stelle getreten und habe am Ende ein mageres Plus von 0,2% verzeichnet. Damit setzte das Kursbarometer seine Konsolidierung fort, die wir seit Mai dieses Jahres ausmachen, so das DZ BANK-Derivate-Team. Man gehe davon aus, dass der Index nach der aktuellen Ruhephase wieder Fahrt aufnehmen könnte. Mit Blick auf die niedrige implizite Volatilität könnten Call-Optionsscheine auf den Blue-Chip-Index der Eurozone interessant sein.

Zuletzt sei nicht viel los beim EURO STOXX 50 gewesen. Auch die gute Berichtssaison sowie die sich fortsetzende wirtschaftliche Erholung - im zweiten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone mit 0,6% etwas stärker zugelegt als im Vorquartal mit 0,5% - hätten kein Aufwärtsmomentum generiert. Einen bremsenden Effekt auf den Gradmesser für die Kursentwicklung der Blue-Chip-Aktien aus der Eurozone dürfte die Aufwertung des Euro gehabt haben. Ungeachtet der nach wie vor sehr expansiven Geldpolitik der EZB habe die Gemeinschaftswährung beispielsweise ihre übergeordnete Aufwertungsbewegung gegenüber dem US-Dollar fortgesetzt, die bereits seit Ende 2016 auszumachen sei.

Begleitet worden sei die Entwicklung des EURO STOXX 50 in den vergangenen Wochen von einem ruhigen VSTOXX. Der VSTOXX bilde die implizite Volatilität ab und diene damit als Maß für die erwartete Schwankungsbreite des EURO STOXX 50. Die implizite Volatilität basiere auf den am Markt gehandelten Optionen auf den Index. In deren Preisen würden sich die Erwartungen der Marktteilnehmer widerspiegeln. Berechnet werde die implizite Volatilität für die nächsten 30 Handelstage. Der so ermittelte Wert werde dann auf ein Jahr hochgerechnet. Aktuell notiere der VSTOXX bei 13,20 Punkten. Das bedeute, dass der Markt derzeit davon ausgehe, dass der EURO STOXX 50 in den nächsten 365 Tagen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 68% um maximal 13,20% steigen bzw. um maximal 13,20% sinken werde. Um diesen Wert als hoch oder niedrig einordnen zu können, müsse er im historischen Kontext betrachtet werden.

Der VSTOXX habe im März dieses Jahres mit 10,8 Punkten ein neues Allzeittief markiert. Das höchste bisher gemessene Hoch habe bei fast 88 Zählern gelegen und datiere aus Oktober 2008. Damit befinde sich der VSTOXX im unteren Bereich seiner bisherigen langfristigen Entwicklung. Sein aktuell relativ niedriges Niveau werde zudem deutlich, wenn man sich die Mittelwerte anschaue. Derzeit notiere der VSTOXX deutlich unter seinem historischen Durchschnitt von etwa 24,8 Punkten sowie unter seinem Mittelwert des vergangenen Jahres von rund 17 Zählern.

Das damit aktuell vergleichsweise niedrige Niveau der impliziten Volatilität sei vorteilhaft für Anleger, die mit klassischen Optionsscheinen handeln würden, weil durch die geringe implizite Volatilität niedrigere Zeitwerte und damit unter sonst gleichen Bedingungen günstigere Optionsscheinpreise möglich seien. Aktuell könnten daher Optionsscheine für Investoren interessant sein, die entweder bestehende Positionen im EURO STOXX 50 mittels Put-Optionsscheinen absichern möchten oder die mit Call-Optionsscheinen auf steigende Kurse des Blue-Chip-Index setzen möchten.

Charttechnisch betrachtet bestehen unserer Ansicht nach gute Chancen, dass der Index nach der aktuellen Konsolidierung seine übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzen kann, die sich seit Juni 2016 etabliert hat, so das DZ BANK-Derivate-Team. Seinerzeit habe der EURO STOXX 50 ein Zwischentief markiert, das sich letztlich als zweites Tief eines Doppelbodens herausgestellt habe. Es habe zwar geraume Zeit gedauert, bis die untere Trendumkehr komplettiert worden sei, im Dezember sei es aber schließlich so weit gewesen. Es sei eine Aufwärtsbewegung gefolgt, die den Index bis Mai dieses Jahres auf 3.667 Punkte getragen habe. Im Zuge der steigenden Entwicklung wurde das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung von April 2015 bis Februar 2016 überwunden, wodurch die Trendumkehr unserer Ansicht nach bestätigt wurde, so das DZ BANK-Derivate-Team. Diese Annahme habe weiterhin Bestand. Die seit Mai dieses Jahres auszumachende Konsolidierung des Blue-Chip-Index, die noch als Flagge interpretiert werden könne, bewerte man als normale Gegenbewegung.

Der Index habe in den vergangenen sechs Wochen bereits im Bereich von 3.440 bis 3.431 Punkten Unterstützung gefunden. Eine weitere Haltezone sehe man bei 3.407 Zählern (Tief von April 2017). Das erste Kursziel unserer präferierten Long-Strategie liegt beim bisherigen Jahreshoch 2017 bei 3.667 Punkten, so das DZ BANK-Derivate-Team. Aus der übergeordneten Aufwärtsbewegung resultiere jedoch ein Ziel von 3.836 Punkten, das aus dem im April 2015 erreichten Hoch abgeleitet werden könne. Weil trotz Erholungschancen weitere Rückschläge nicht auszuschließen seien, sei ein Stopp-Loss knapp unter dem 200-Tage-GD empfehlenswert, der aktuell bei 3.381 Zählern und damit knapp unter dem 61,8%-Fibonacci-Retracement (3.392 Punkte) der Abwärtsbewegung von April 2015 bis Februar 2016 verlaufe.

Mit einem Hebelprodukt könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe z.B. ein Optionsschein Classic Long auf den EURO STOXX 50 sowohl die steigende als auch fallende Kursentwicklung des Index gehebelt nach. Sollte der Index am 17.11.2017 jedoch auf oder unter dem Basispreis von 3.350 Punkten schließen, komme es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals. (Stand vom 08.08.2017) (10.08.2017/oc/a/i)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyseeinsehen.


 

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